Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Impakt auf Jupiter von Astronomen der Universität Wien aufgenommen

24.07.2009
Seit dem 19. Juli zeigt der Riesenplanet Jupiter eine völlig unerwartete Struktur in seiner Atmosphäre: nämlich einen dunklen Fleck, der offenbar durch einen Asteroiden- oder Kometen-Einschlag erzeugt wurde.

In der Nacht vom 22. auf den 23. Juli gelang Astronomen der Universität Wien eine Aufnahmeserie, die die neue Struktur in der Nähe des Südpols des Jupiter zeigt.

Entdeckt wurde das rätselhafte Objekt vom australischen Amateurastronomen Anthony Wesley. Da Jupiter ein Gasplanet ist, sieht man natürlich keinen Krater, sondern eine dunkle Wolke aus Aerosolen als Folge des Einschlags.

Beobachtungen am Institut für Astronomie der Universität Wien
Derzeit ist der Planet Jupiter mitternachts in relativ geringer Höhe über dem Südhorizont zu beobachten - als hellster natürlicher Lichtpunkt am Himmel. Da der Riesenplanet rotiert und die durch den Einschlag erzeugte dunkle Aerosol-Wolke der Rotation folgt, ist nicht in jeder Nacht eine Beobachtung der Einschlagsspuren möglich.

Aus mehr als 1.000 Einzelaufnahmen haben Thomas Posch und Jürgen Wrba vom Institut für Astronomie der Universität Wien die 324 besten ausgewählt und zu einem Bild kombiniert. Die Einzelaufnahmen wurden mit dem 60cm-Teleskop des Leopold-Figl-Observatoriums für Astrophysik gewonnen, welches als Außenstelle des Instituts für Astronomie der Universität Wien fungiert.

Weitere Beobachtungen geplant
Weltweit richten Astronomen nun ihre Teleskope auf den Riesenplaneten, um die weitere Entwicklung der Wolke aus zerstäubtem Kometen- oder Asteroiden-Material zu studieren. Zu klären bleibt auch, welcher Art das Objekt ist, das um den 19. Juli der gewaltigen Gravitationsanziehung des Jupiter zum Opfer fiel. Die nächsten Tage und Wochen bieten reichlich Gelegenheit dazu - klares Wetter vorausgesetzt.
Zweiter Impakt auf Jupiter innerhalb von 15 Jahren
Schon vor 15 Jahren war ein ähnlicher Impakt auf Jupiter beobachtet worden: Der Komet Shoemaker-Levy 9 zerbrach in mehrere Teile und hinterließ eine Kette von Staubwolken, die mehrere Wochen in der Jupiter-Atmosphäre sichtbar waren.
Aufnahme abrufbar unter
http://phaidra.univie.ac.at/o:29884
Bildtext und Copyright: Jürgen Wrba und Thomas Posch, 23.7.2009, Leopold-Figl-Observatorium für Astrophysik, Mitterschöpfl/Niederösterreich.

Der Ort des Impakts ist durch eine kleine graue Ellipse markiert; die Aerosol-Wolke, die durch den Impakt entstand, ist hingegen die derzeit dunkelste Stelle auf Jupiter.

Rückfragen:
DDr. Thomas Posch
Universität Wien
Institut für Astronomie
1180 Wien, Türkenschanzstraße 17
T +43-1-4277- 538 00
thomas.posch@univie.ac.at

Alexandra Frey | idw
Weitere Informationen:
http://www.astro.univie.ac.at
http://astro.univie.ac.at/foa

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Schnell wachsende Galaxien könnten kosmisches Rätsel lösen – zeigen früheste Verschmelzung
26.05.2017 | Max-Planck-Institut für Astronomie

nachricht 3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind
24.05.2017 | Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften