Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hochempfindliche Kamera schießt 1.500 Bilder pro Sekunde

22.06.2009
Europäische Entwicklung ermöglicht Jagd auf extrasolare Planeten

Im Rahmen eines Projekts der ESO und des französischen Centre National de la Recherche Scientifique/Institut National des Sciences de l'Univers (INSU-CNRS) ist mit der "OCam" eine Kamera entstanden, die 1.500 Bilder pro Sekunde schießt und dabei selbst mit geringster Belichtung auskommt.

Diese schnellste Hochpräzisions-Schwachlichtkamera der Welt wird neue Möglichkeiten für das Very Large Telescope (VLT) der ESO eröffnen, indem sie hilft, störende atmosphärische Effekte auszugleichen. "Die Bilder, die man dadurch erhält, werden schärfer sein als bei derzeitigen Weltraumteleskopen", meint Projektkoordinator Philippe Feautrier, Spezialist für Detektoren am Laboratoire d'Astrophysique de Grenoble, im Gespräch mit pressetext. Unter anderem wollen Wissenschaftler damit Jagd auf extrasolare Planeten machen.

1.500 Bilder pro Sekunde sind zwar beachtlich, doch kein Weltrekord. Wirklich beachtlich ist erst, dass diese hohe Geschwindigkeit auch mit einer extrem hohem Empfindlichkeit kombiniert wird. "Die OCam bietet das, was wir ein Subelektronenrauschen nennen", sagt Feautrier. Das bedeutet, dass das Ausleserauschen des CCD-Chips so gering ist, dass wirklich ein einzelnes Lichtteilchen gemessen werden kann. Die Kombination dieser Empfindlichkeit mit der hohen Geschwindigkeit ist eine technische Ausnahmeleistung. "Im Allgemeinen ist eine Kamera umso unempfindlicher, desto schneller sie ist", betont Feautrier. Hergestellt werden die OCam und ihr Detektor CCD220 von der britischen e2v technologies, einem Spezialisten für Hochleistungskomponenten.

Zur Anwendung kommen wird die hochempfindliche Highspeed-Kamera zunächst in der Astronomie, als Teil adaptiver Optiksysteme. Diese dienen dazu, das für wissenschaftliche Zwecke extrem störende "Funkeln" der Sterne auszugleichen, das auf atmosphärische Turbulenzen zurückzuführen ist. Der Ansatz basiert auf der Berechnung von Echtzeitkorrekturen mithilfe einer Hochgeschwindigkeitskamera und die OCam setzt in diesem Bereich neue Maßstäbe. "Die Kamera wird große Sprünge in vielen Bereichen der Erforschung des Universums ermöglichen", so Norbert Hubin, Leiter der ESO-Abteilung Adaptive Optics. Die OCam wird im VLT-Instrument "SPHERE" zum Einsatz kommen, das 2011 installiert wird. Mit diesem Instrument wollen Wissenschaftler extrasolare Planeten direkt abbilden und dadurch die Erforschung ferner Welten vorantreiben.

Die OCam und ihr CCD-Detektor sind das Ergebnis eines fünfjährigen Projekts, das auch von der Europäischen Kommission mitfinanziert wurde. Es ist vorstellbar, dass die Kamera auch andere Forschungsgebiete erobert. "Ich denke, dass sie für biomedizinische Bildgebung interessant sein könnte", meint Feautrier. Allerdings könnten die hohen Kosten des Systems für etwaige andere Anwendungen ein Hindernis sein.

Thomas Pichler | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.eso.org
http://www-laog.obs.ujf-grenoble.fr
http://www.e2v.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Planeten außerhalb unseres Sonnensystems: Bayreuther Forscher dringen tief ins Weltall vor
23.02.2017 | Universität Bayreuth

nachricht Kühler Zwerg und die sieben Planeten
23.02.2017 | ESO Science Outreach Network - Haus der Astronomie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie