Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Größtes Weltraumteleskop Herschel vor dem Start

05.05.2009
Am 14. Mai 2009 startet das bisher größte und leistungsfähigste Weltraumteleskop Herschel vom Weltraumflughafen in Kourou seine Mission in den Weltraum, optimale Wetterbedingungen vorausgesetzt.

Mit an Bord ist auch "Intelligenz" aus Wien: Beim Messinstrument PACS sorgt ein Datenreduktionssytem dafür, dass aus der enormen Datenflut nur forschungsrelevante Daten herausfiltert und anschließend auf die 1,5 Millionen Kilometer weite Reise zurück zur Erde geschickt werden.

Projektleiter Franz Kerschbaum vom Institut für Astronomie der Universität Wien erhoffen sich von diesen Messungen Aufschlüsse über das Ende von sonnenähnlichen Sternen und über Staub und Gase in benachbarten Milchstraßen.

Der Start von Herschel - mit seinem 3,5 Meter Spiegeldurchmesser das größte Weltraumteleskop - ist eine Großmission der Europäischen Weltraumbehörde ESA. Das Teleskop wurde nach Sir William Herschel benannt, der vor mehr als 200 Jahren die Infrarot- oder Wärmestrahlung unserer Sonne bei Prismenexperimenten entdeckte. Das Weltraumteleskop soll abbildende Photometrie und Spektroskopie mit nie zuvor erreichter Genauigkeit und Sensitivität im "Fernen Infraroten Bereich" - zwischen 60 µm und knapp 700 µm Wellenlänge - liefern.

Einzigartiger Beobachtungsplatz
Von seinem einzigartigen Beobachtungsplatz aus wird Herschel mit seinen drei wissenschaftlichen Messinstrumenten PACS (Photodetector Array Camera & Spectrometer), SPIRE (Spectral and Photometric Imaging Receiver) und HIFI (Heterodyne Instrument for the Far-Infrared) das kalte Universum beobachten. Ob staubverhüllte Phasen im Leben der Sterne oder rotverschobene Galaxien im noch jungen Universum - Herschel wird für weite Bereiche der Astronomie ein neues Fenster in einem noch kaum erschlossenen Energiebereich öffnen.
High-Tech-Daten-Kompression für Herschel kommt aus Wien
Die österreichische Beteiligung am Herschel-PACS-Instrument wird vom Institut für Astronomie der Universität Wien geleitet und in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Wien und Joanneum Research Graz im Rahmen eines Europäischen Konsortiums durchgeführt. Herschel-PACS ist die erste wissenschaftlich-technische Beteiligung des Instituts für Astronomie der Universität Wien an einer großen ESA-Mission. Das unter Leitung des Max-Planck-Instituts für Extraterrestrische Physik in Garching bei München entwickelte Kamera- und Spektrometer-Instrument für den "Fernen Infraroten Bereich" setzt neuartige Detektorsysteme ein und erzeugt im Vergleich zu früheren Missionen enorme Datenmengen. Dies, verbunden mit der großen Entfernung von Herschel (1,5 Millionen Kilometer statt knapp 600 Kilometer beim Hubble-Teleskop) zur Erde, führt zu einem Engpass in der wissenschaftlichen Datenübertragung vom Satelliten zur Bodenstation. Genau dieses Problems nimmt sich das Österreichische Projekt "On-board Data Reduction and Compression" an.
Institut für Astronomie plant Forschungsprojekte mit Daten von Herschel-Mission
Herschel bietet als flexible Sternwarte im All vielfältige Forschungsmöglichkeiten. Das Institut für Astronomie ist an zwei "Key Programmes" beteiligt und hat so bevorzugten Zugang zu Herschel-Messungen: Ein Forschungsschwerpunkt widmet sich der Zukunft von sonnenähnlichen Sternen. Diese verlieren am Ende ihres Lebens den Großteil ihrer Materie und reichern damit das interstellare Medium mit schwereren chemischen Elementen an - eine Voraussetzung für die Entstehung von Planeten und in weiterer Folge des Lebens. Das zweite Projekt untersucht Gas und Staub in nahen Galaxien. Solche Studien erlauben auch Rückschlüsse auf die Vorgänge in unserer eigenen Milchstraße oder in fernen unaufgelösten Galaxien.

Die österreichische Beteiligung an Herschel-PACS wird vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie, dem Österreichischen Weltraumprogramm der Forschungsförderungsgesellschaft mbH (FFG-ASAP), dem Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend und dem FWF unterstützt.

Kontakt:
Ao. Univ.-Prof. Mag. Dr. Franz Kerschbaum
Institut für Astronomie
Universität Wien
T +43-1-4277-518 56
M +43-664-602 77-518 56
franz.kerschbaum@univie.ac.at
Rückfragehinweis:
Mag. Alexandra Frey
Öffentlichkeitsarbeit
Universität Wien
1010 Wien, Dr.-Karl-Lueger-Ring 1
T +43-1-4277-175 31
alexandra.frey@univie.ac.at

Alexandra Frey | idw
Weitere Informationen:
http://www.univie.ac.at/space/HERSCHEL/
http://www.univie.ac.at/175

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Neuartige Halbleiter-Membran-Laser
22.03.2017 | Universität Stuttgart

nachricht Seltene Erden: Wasserabweisend erst durch Altern
22.03.2017 | Universität Basel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Besser lernen dank Zink?

23.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Innenraum-Ortung für dynamische Umgebungen

23.03.2017 | Architektur Bauwesen