Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Graduiertenschule "MUSIC" ermöglicht Simulation vom Atom zum Produkt

15.12.2009
Junior Research Groups erforschen präzisere Simulationsverfahren

Kostengünstig Simulieren statt aufwändig Testen - die Graduiertenschule "Multiscale Methods for Interface Coupling" (MUSIC) an der Leibniz Universität Hannover hilft dabei.

Die Forscherinnen und Forscher arbeiten an Computersimulationen, um vorherzusagen, wie sich komplexe Materialien verhalten. Ziel ist es, Methoden zu entwickeln, die die Simulation des Verhaltens verschiedener Materialen auf mehreren Größenskalen - vom Atom bis zum Bauteil - ermöglicht.

Die Einsatzbereiche sind vielfältig - so gibt es in der Luftfahrt- und Autoindustrie viele ungelöste Probleme, wo Prozesse noch nicht hinreichend beschrieben werden können, die zur Schädigung oder gar zum Bruch moderner Leichtkonstruktionen führen. Auch bei der Entwicklung von Gelenk- und Knochenimplantaten in der Chirurgie, wo Tests am Menschen nicht möglich sind, bringen Simulationen wichtige Erkenntnisse über die Interaktion der Materialien.

Um die entsprechenden Vorgänge dreidimensional abbilden und simulieren zu können, sind Computer mit einer hohen Rechenleistung erforderlich sowie auch eine interdisziplinäre und internationale Zusammenarbeit. Ingenieurinnen und Ingenieure kooperieren dazu mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus der Physik und Mathematik. 14 Institute aus vier Fakultäten der Leibniz Universität Hannover unterstützen die Graduiertenschule. Drei neue Nachwuchsforschungsgruppen wurden mittlerweile eingerichtet, die mit unterschiedlichen Ansätzen Erkenntnisse sammeln, auswerten und berechnen, die für die zukünftige Erforschung und Entwicklung von Materialien und Produkten von immer größerer Bedeutung sein werden.

Dr.-Ing. Wenzhe Shan leitet seit dem 1. Dezember 2009 eine der drei neuen Junior Research Groups. Sein Schwerpunkt liegt in der Erforschung von Kontaktproblemen von kristallinen und nicht-kristallinen Materialen auf der Mikroskala. Dr. Ilker Temizer leitet die Forschergruppe zur Mehrskalenmodellierung multi-physikalischer Probleme. Er untersucht zurzeit raue Kontaktflächen, wie sie beispielsweise im Straßenverkehr auftreten, und entwickelt dafür Modelle für die Simulation von Energieverlust bei Reibung und Wärmeleitung.

Die ebenfalls kürzlich gegründete Forschungsgruppe von Dr.-Ing. Britta Hirschberger hat ihren Schwerpunkt in der Modellierung und Simulation von Materialien, die Größeneffekte aufweisen. Die Anwendung reicht von Beton und Sand, in denen verschiede große Körnungen zu anderer Steifigkeit führen, bis zu kristallinen Werkstoffen und Polymerschäumen, deren Modellierung Methoden der Mikromechanik erfordert.

Dr. Stefanie Beier | Leibniz Universität Hannover
Weitere Informationen:
http://www.uni-hannover.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Forscher sorgen mit ungewöhnlicher Studie über Edelgase international für Aufmerksamkeit
26.06.2017 | Universität Bremen

nachricht NAWI Graz-Forschende vermessen Lichtfelder erstmals in 3D
26.06.2017 | Technische Universität Graz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zu aktuellen Fragen der Stammzellforschung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Fraunhofer FKIE ist Gastgeber für internationale Experten Digitaler Mensch-Modelle

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mainzer Physiker gewinnen neue Erkenntnisse über Nanosysteme mit kugelförmigen Einschränkungen

27.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wave Trophy 2017: Doppelsieg für die beiden Teams von Phoenix Contact

27.06.2017 | Unternehmensmeldung

Warnsystem KATWARN startet international vernetzten Betrieb

27.06.2017 | Informationstechnologie