Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

GLAST Burst Monitor entdeckt 31 Gammablitze

27.08.2008
NASA gibt Umbenennung des GLAST-Satelliten in Fermi Gamma-Ray Space Telescope bekannt

Das Gamma-Ray Large Area Space Telescope GLAST hat alle Tests mit Bravour bestanden und erforscht seit zwei Monaten das Universum im Bereich der Gammastrahlung.


Erstes Bild vom Large Area Telescope auf dem Fermi Gamma-ray Space Telescope. Die Belichtungszeit im Juli 2008 betrug ca. vier Tage. Das Bild zeigt den ganzen Himmel im Gammalicht.

Der GLAST Burst Monitor (GBM), dessen Detektoren vom Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik (MPE) entwickelt wurden, hat im ersten Monat seines Betriebs bereits 31 Gammablitze aufgespürt. Zudem hat die NASA heute offiziell bekannt gegeben, dass GLAST in Fermi Gamma-ray Space Telescope umbenannt wird. Der Name würdigt Enrico Fermi (1901 – 1954), der in der Hochenergiephysik Pionierarbeit leistete.

Nach dem Start des Satelliten am 11. Juni 2008 wurden seine zwei Hauptinstrumente, das Large Area Telescope (LAT) und der GBM, über zwei Monate hinweg von Wissenschaftlern getestet und kalibriert. Das MPE beteiligt sich an der wissenschaftlichen Auswertung von LAT-Beobachtungen und setzt damit seine lange Tradition in der Gamma-Astronomie fort, die in den 70er Jahren mit dem europäischen COS-B Satelliten begonnen hat. „Mit Fermi beginnt jetzt eine neue Ära der Gamma-Astronomie“, erklärt Gottfried Kanbach, der am MPE für die LAT-Daten zuständig ist.

... mehr zu:
»GBM

Der GBM beobachtet kurze, millisekunden- bis minutenlange Gammastrahlenausbrüche von Punktquellen am Himmel. „Zum Zeitpunkt des Ausbruchs sind sie so hell, dass sie den gesamten restlichen Gammahimmel überstrahlen", sagt Jochen Greiner, GBM-Projektleiter am MPE. „Wir haben eigentlich nur eine Erklärung für diese gewaltigen Energieausbrüche:

die Bildung eines schwarzen Loches am Ende des Lebens eines schweren Sterns.“
Die NASA veröffentlichte heute erstmals eine Aufnahme des gesamten Himmels, auf der man das leuchtende Band der Milchstraße, blinkende Pulsare und Galaxien, die Milliarden von Lichtjahren entfernt sind, erkennen kann. Diese Himmelskarte ist in einer Belichtungszeit von 95 Stunden entstanden. Für ein vergleichbares Bild vom Compton Gammastrahlen-Observatorium, das von 1991 bis 2000 in Betrieb war, benötigten die Wissenschaftler noch jahrelange Beobachtungen.
Gas und Staub in der Ebene der Milchstraße leuchten im Gammalicht, weil sie von
kosmischer Strahlung, höchstenergetischen Teilchen, durchdrungen werden.
Eingebettet in diesem diffusen Band werden die ersten punktförmigen Quellen sichtbar. Der berühmte Krebsnebel mit seinem Pulsar, Geminga- und Vela-Pulsar strahlen hell in diesen Wellenlängen. Pulsare sind sich schnell drehende magnetische Neutronensterne, die entstehen, wenn massereiche Sterne sterben, und wurden ursprünglich durch ihre Strahlung im Radiofrequenzbereich entdeckt. Es ist zu erwarten, dass Fermi zahlreiche weitere Pulsare auffinden und dadurch dazu beitragen wird, die Wirkungsweise dieser exotischen Objekte

aufzuklären.

Ein vierter heller Punkt im LAT-Bild liegt etwa 7 Milliarden Lichtjahre entfernt, weit außerhalb unserer Galaxis. Es handelt sich um einen Blazar – einen bestimmten Typus aktiver Galaxien mit besonders starken Helligkeitsvariationen – im Sternbild Pegasus. Der Blazar mit dem Namen 3C 454.3 befindet sich gerade in einer Phase hoher Aktivität und ist durch seine

Helligkeit besonders gut zu erkennen.

Die Gammablitze, die von beiden Instrumenten gesichtet werden, werden einen völlig neuen Überblick über ein breites Gamma-Spektrum bieten und es den Wissenschaftlern ermöglichen, die Vorgänge bei der Entstehung von schwarzen Löchern zu untersuchen.

Weitere Informationen erhalten Sie von:
Dr. Mona Clerico
Pressesprecherin
Max-Planck-Institut für Astrophysik und
Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik
Tel.: +49 89 30000-3980
E-Mail: clerico@mpe.mpg.de
Dr. Jochen Greiner
Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik
Tel.: +49 89 30000-3847
E-Mail: jcg@mpe.mpg.de
Dr. Andreas von Kienlin
Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik
Tel.: +49 89 30000-3514
E-Mail: azk@mpe.mpg.dec=135

Dr. Mona Clerico | Max-Planck-Institut für Astrophy
Weitere Informationen:
http://www.mpe.mpg.de

Weitere Berichte zu: GBM

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Planeten außerhalb unseres Sonnensystems: Bayreuther Forscher dringen tief ins Weltall vor
23.02.2017 | Universität Bayreuth

nachricht Kühler Zwerg und die sieben Planeten
23.02.2017 | ESO Science Outreach Network - Haus der Astronomie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie