Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gießener Physiker erfolgreich auf der Spur der kleinsten Teilchen

23.07.2009
Millionenförderung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung

Gießener Physiker sind wieder erfolgreich gewesen bei der Einwerbung von Drittmitteln für ihre Arbeiten zur Untersuchung der Struktur der kleinsten Teilchen der Welt.

Für die nächste Förderperiode von drei Jahren haben die Gießener Vertreter der subatomaren Physik mehr als 2,4 Millionen Euro an Drittmitteln vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) eingeworben.

Mit diesen Mitteln werden theoretische und experimentelle Arbeiten im Bereich der Kern- und Hadronenphysik sowie der Hochenergiephysik gefördert. Zentrales wissenschaftliches Ziel ist dabei das Verständnis des Aufbaus der so genannten Hadronen, der Teilchen, auf die die starke Kernkraft wird. Dazu gehören die bekannten Protonen und Neutronen, die sich in jedem Atomkern finden, aber auch so genannte exotische, noch unbekannte Teilchen.

Viele dieser Arbeiten dienen der Vorbereitung von Experimenten an der neuen Beschleunigereinrichtung FAIR, die in den nächsten Jahren an der GSI Darmstadt, einem deutschen Großforschungslabor aufgebaut werden soll; Gießener Physiker haben schon seit einigen Jahrzehnten ausgezeichnete wissenschaftliche Verbindungen zur GSI. Zur Vorbereitung dienen auch jetzt schon anlaufende Experimente an der europäischen Kernforschungsanlage CERN in der Schweiz und an dem Beschleuniger BES in Peking, China, an denen Gießener Experimentalphysiker beteiligt sind. Eine Gießener Spezialität der Arbeiten an FAIR ist das Arbeiten mit Antimaterie, in letzter Zeit wieder bekannt geworden durch den Film "Illuminati". An FAIR soll unter maßgeblicher Beteiligung Gießener Physiker ein Experiment aufgebaut werden, in dem Antiprotonen in großer Zahl erzeugt und wieder vernichtet werden, um damit Eigenschaften der Materie zu erforschen.

Die Gießener Vertreter der subatomaren Physik sind auch Partner im hessischen LOEWE Exzellenzzentrum "Helmholtz International Center for FAIR", das zwei neue Professuren für dieses Arbeitsgebiet in Gießen finanziert, für die gegenwärtig gerade die Auswahlverfahren laufen. Hier stehen Arbeiten zur experimentellen und theoretischen Untersuchung sehr dichter Materie, wie sie sich im Inneren von Sternen findet, im Vordergrund.

Die jetzt vom BMBF geförderten Arbeiten werden ergänzt durch experimentelle und theoretische Arbeiten im Sonderforschungsbereich/Transregio "Elektromagnetische Struktur der Hadronen", der gemeinsam mit Bonner und Bochumer Physikern betrieben wird und von der Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziert wird. Die Theoretiker werden daneben noch in drei weiteren Vorhaben durch die DFG gefördert, in denen sie die Struktur exotischer Kerne, den Phasenübergang von normaler Materie zum Quark-Gluon Plasma, einem neuen Zustand der Materie, und die Wechselwirkung von Neutrinos mit Kernen untersuchen.

In der Lehre werden diese Forschungsaktivitäten bestens ergänzt. "Die Ausbildung der Gießener Physik-Doktoranden ist im Rahmen einer internationalen Graduiertenschule in englischer Sprache bestens organisiert", sagt Prof. Ulrich Mosel, der die Schule zusammen mit Kollegen aus Kopenhagen, Helsinki, Jyväskylä und Turin neun Jahre betrieben hat. Die Schule "Complex Systems of Hadrons and Nuclei" sorgt mit einem regen Programm mit regelmäßig stattfindenden "Lecture Weeks" im Ausland für die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses; auch dieses Graduiertenkolleg wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanziert. Die Aktivitäten dieses Graduiertenkollegs, das turnusgemäß zum Ende dieses Jahres auslaufen wird, werden jetzt schon überführt in die "Helmholtz Graduate School for Hadron and Ion Research", die die Ausbildungsaktivitäten auf dem Arbeitsgebiet der subatomaren Physik mit einigen umliegenden Universitäten und Forschungseinrichtungen vernetzt.

Kontakt:
Prof. Dr. Ulrich Mosel, Institut für Theoretische Physik
Heinrich-Buff-Ring 16, 35392 Gießen
Telefon: 0641 99-33300, Fax: 0641 99-33309
E-Mail: ulrich.mosel@theo.physik.uni-giessen.de

Lisa Dittrich | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-giessen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Der überraschend schnelle Fall des Felix Baumgartner
14.12.2017 | Technische Universität München

nachricht Eine blühende Sternentstehungsregion
14.12.2017 | ESO Science Outreach Network - Haus der Astronomie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Nanostrukturen steuern Wärmetransport: Bayreuther Forscher entdecken Verfahren zur Wärmeregulierung

Der Forschergruppe von Prof. Dr. Markus Retsch an der Universität Bayreuth ist es erstmals gelungen, die von der Temperatur abhängige Wärmeleitfähigkeit mit Hilfe von polymeren Materialien präzise zu steuern. In der Zeitschrift Science Advances werden diese fortschrittlichen, zunächst für Laboruntersuchungen hergestellten Funktionsmaterialien beschrieben. Die hiermit gewonnenen Erkenntnisse sind von großer Relevanz für die Entwicklung neuer Konzepte zur Wärmedämmung.

Von Schmetterlingsflügeln zu neuen Funktionsmaterialien

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungen

Materialinnovationen 2018 – Werkstoff- und Materialforschungskonferenz des BMBF

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovativer Wasserbau im 21. Jahrhundert

13.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Was für IT-Manager jetzt wichtig ist

14.12.2017 | Unternehmensmeldung

30 Baufritz-Läufer beim 25. Erkheimer Nikolaus-Straßenlauf

14.12.2017 | Unternehmensmeldung

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungsnachrichten