Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gibt es Leben auf Planeten außerhalb unseres Sonnensystems?

02.11.2011
Göttinger Astrophysiker wird mit „Starting Independent Researcher Grant“ ausgezeichnet

Prof. Dr. Ansgar Reiners, Astrophysiker an der Universität Göttingen, hat für seine zukunftsweisende Grundlagenforschung auf dem Gebiet der Planetensuche einen „Starting Independent Researcher Grant“ erhalten. Die renommierte Förderung wird vom European Research Council (ERC) verliehen. Die Fördersumme für das Projekt beträgt 1,4 Millionen Euro für eine Laufzeit von fünf Jahren.

Die Förderung grundlagenorientierter Pionierforschung ist einer der Schwerpunkte der Europäischen Union. 2007 wurde zu diesem Zweck der ERC eingerichtet, um herausragende und besonders kreative Wissenschaftler zu unterstützen. Mit den bewilligten Fördergeldern wird Prof. Reiners sein Forschungsprojekt „Development of new wavelength standards for the search of habitable planets“ weiter verfolgen. Ziel des Projekts ist die Entwicklung bestimmter Standards, die die Suche nach bewohnbaren Planeten außerhalb unseres Sonnensystems ermöglichen sollen.

Im Gegensatz zu anderen Planteten unseres Sonnensystems erfüllt die Erde zwei wesentliche Voraussetzungen, die für die Entwicklung von Leben, wie wir es kennen, notwendig sind. Anders als Gasplaneten wie Saturn oder Jupiter hat die Erde eine äußere feste Kruste. Sie befindet sich zudem in einem Abstand zur Sonne, in dem die Temperaturen das Vorkommen von Seen und Ozeanen, also von „flüssigem“ Wasser, ermöglichen. Planeten, die diese Voraussetzungen erfüllen, gelten als „bewohnbar“, da sich auf ihnen prinzipiell ähnliches Leben wie auf der Erde entwickelt haben könnte. Bisher sind aber nur sehr wenige Planeten bekannt, die diese Kriterien der „Bewohnbarkeit“ erfüllen.

Bei der Suche nach bewohnbaren Planeten konzentrieren sich die Astrophysiker zunächst auf die der Erde nächstgelegenen Sterne. Diese sind kühler als unsere Sonne und die Planeten haben in diesen Sternsystemen eine geringere Entfernung zu ihrem Zentralstern. Die Zeit, die solche Planeten für einen Umlauf um ihren Stern benötigen, beträgt nur wenige Tage, während die Erde dafür ein Jahr braucht. Um Planeten außerhalb unseres Sonnensystems zu entdecken, werden periodische Veränderungen des Sternlichts untersucht, die dadurch entstehen, dass der Stern selbst sich bewegt, wenn er von einem Planeten umkreist wird. Dazu werden hochpräzise Lichtquellen benötigt, die als Bezugspunkt für die Vermessung der Lichtwellenlängen verwendet werden können. Für besonders kühle Sterne sind solche Kalibrationsquellen derzeit nicht vorhanden. Deren Entwicklung ist daher Ziel des Projekts. In den kommenden fünf Jahren sollen im Labor des Instituts für Astrophysik der Universität Göttingen Standards entwickelt werden, die eine Suche nach bewohnbaren Planten ermöglichen.

Ansgar Reiners, Jahrgang 1973, hat in Heidelberg und Uppsala Physik studiert. 2003 wurde er an der Universität Hamburg promoviert und war anschließend als Mitarbeiter in einem EU-Forschungsprogramm an der University of California in Berkeley tätig. Seit 2007 leitet Ansgar Reiners die Emmy Noether-Forschungsgruppe am Institut für Astrophysik der Universität Göttingen. Seit Juni 2011 lehrt und forscht er als Inhaber einer Heisenberg-Professur der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) am Institut für Astrophysik. Er erhielt bereits zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem 2007 den Ludwig-Biermann-Förderpreis der Astronomischen Gesellschaft und 2010 den Heinz Maier-Leibnitz Preis der DFG.

Kontaktadresse:
Prof. Dr. Ansgar Reiners
Georg-August-Universität Göttingen
Fakultät für Physik – Institut für Astrophysik
Friedrich-Hund-Platz 1, 37077 Göttingen
Telefon (0551) 39-13825, Fax (0551) 39-5043
E-Mail: Ansgar.Reiners@phys.uni-goettingen.de

Dr. Bernd Ebeling | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-goettingen.de/de/3240.html?cid=4033
http://www.astro.physik.uni-goettingen.de/

Weitere Berichte zu: Astrophysik DFG ERC Advanced Grants Independent Physik Planet Sonnensystem

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas
19.09.2017 | Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie GmbH

nachricht Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern
15.09.2017 | Max-Planck-Institut für Quantenoptik

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Im Focus: Quantensensoren entschlüsseln magnetische Ordnung in neuartigem Halbleitermaterial

Physiker konnte erstmals eine spiralförmige magnetische Ordnung in einem multiferroischen Material abbilden. Diese gelten als vielversprechende Kandidaten für zukünftige Datenspeicher. Der Nachweis gelang den Forschern mit selbst entwickelten Quantensensoren, die elektromagnetische Felder im Nanometerbereich analysieren können und an der Universität Basel entwickelt wurden. Die Ergebnisse von Wissenschaftlern des Departements Physik und des Swiss Nanoscience Institute der Universität Basel sowie der Universität Montpellier und Forschern der Universität Paris-Saclay wurden in der Zeitschrift «Nature» veröffentlicht.

Multiferroika sind Materialien, die gleichzeitig auf elektrische wie auch auf magnetische Felder reagieren. Die beiden Eigenschaften kommen für gewöhnlich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

»Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung

19.09.2017 | Veranstaltungen

Biowissenschaftler tauschen neue Erkenntnisse über molekulare Gen-Schalter aus

19.09.2017 | Veranstaltungen

Zwei Grad wärmer – und dann?

19.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

»Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung

19.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Zentraler Schalter der Immunabwehr gefunden

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Materialchemie für Hochleistungsbatterien

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie