Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gemeinsame Experimente zu Antimaterie und Sternenexplosionen

20.01.2010
Goethe-Universität und GSI schließen Kooperationsvertrag für das Beschleunigerzentrum FAIR

Die Goethe-Universität Frankfurt am Main und das GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung haben einen Vertrag unterzeichnet, um am geplanten internationalen Forschungszentrum FAIR (Facility for Antiproton and Ion Research) noch enger zu kooperieren.

Die Zusammenarbeit bezieht sich unter anderem auf die Entwicklung und den Bau von Komponenten für die Beschleuniger von FAIR. Außerdem wurde eine enge Zusammenarbeit vereinbart für Experimente mit Antimaterie und hochverdichteter Kernmaterie, wie sie im Inneren von Sternexplosionen herrscht, und Experimente im Bereich der Plasmaphysik, Material- und Biowissenschaften. Dazu gehören die Entwicklung und der Bau von Detektoren und von Hochleistungsrechnern, die zur Auswertung der zu erwartenden enormen Datenmengen benötigt werden.

"Mit der getroffenen Vereinbarung wird die Goethe-Universität ihre international beachteten kernphysikalischen Kompetenzen in das FAIR-Zentrum einbringen und somit einen wichtigen Beitrag zu dessen Realisierung liefern. Umgekehrt haben unsere Studenten die Möglichkeit an FAIR, Forschung und Entwicklung auf Weltniveau zu betreiben" sagt Prof. Werner Müller-Esterl, der Präsident der Goethe-Universität Frankfurt.

"Ziel ist es, für FAIR, eines der größten Forschungsvorhaben in der Grundlagenforschung weltweit, die Fachkompetenz, Infrastrukturen und Personalkapazitäten der Universitäten gerade im Rhein-Main-Gebiet durch verstärkte Zusammenarbeit mit der Helmholtz-Gemeinschaft international sichtbar hervorzuheben und den wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern. Mit dem geschlossenen Vertrag bauen wir die traditionell enge Zusammenarbeit zwischen Goethe-Universität Frankfurt und GSI in bestem Sinne aus", sagt Prof. Horst Stöcker, der Wissenschaftliche Geschäftsführer von GSI.

Die Vereinbarung sieht vor, die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten im Rahmen des FAIR-Projekts abzustimmen. Die Universität Frankfurt, das Land Hessen und GSI werden für FAIR zwölf neue Professuren einrichten und gemeinsam berufen. Darüber hinaus gewähren sich beide Partner gegenseitig Zugang zu ihren technischen Anlagen und werden Programme zur Förderung wissenschaftlichen Nachwuchses etablieren. In der Graduiertenschule "Helmholtz Graduate School for Hadron and Ion Research" (HGS-Hire), an der mehrere Universitäten beteiligt sind, werden die etwa 250 Doktoranden zentral koordiniert, die sich mit der Forschung an GSI und FAIR befassen.

Der Kooperationsvertrag basiert auf einer Rahmenvereinbarung über die strategische Zusammenarbeit beim Aufbau und der wissenschaftlichen Nutzung von FAIR aus dem November 2008. Neben der Goethe-Universität und GSI sind das Frankfurt Institute for Advanced Studies und die Universitäten Darmstadt, Gießen, Heidelberg und Mainz beteiligt.

Das Beschleunigerzentrum FAIR, das an der GSI errichtet wird, ist weltweit eines der größten Forschungsvorhaben für die physikalische Grundlagenforschung, an dem bereit jetzt 3000 Wissenschaftler aus über 40 Ländern an der Planung arbeiten. FAIR ist eine Beschleunigeranlage, die Antiprotonen- und Ionenstrahlen mit bisher unerreichter Intensität und Qualität liefern wird. FAIR besteht im Endausbau aus acht Kreisbeschleunigern mit bis zu 1100 Metern Umfang, zwei Linearbeschleunigern und rund 3,5 Kilometern Strahlführungsrohren. Die bereits existierenden GSI-Beschleuniger werden als Vorbeschleuniger dienen. FAIR ermöglicht eine nie dagewesene Vielfalt an Experimenten, durch die Forscher aus aller Welt neue Einblicke in den Aufbau der Materie und die Entwicklung des Universums seit dem Urknall erwarten.

Informationen: Prof. Harald Appelshäuser, Institut für Kernphysik, Campus Riedberg, Tel: (069) 798-47034, appels@ikf.uni-frankfurt.de

In Zusammenarbeit mit GSI

Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt am Main. 1914 von Frankfurter Bürgern gegründet, ist sie heute eine der zehn größten Universitäten Deutschlands. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein einzigartiges Maß an Eigenständigkeit. Rund um das historische Poelzig-Ensemble im Frankfurter Westend entsteht derzeit für rund 600 Millionen Euro der schönste Campus Deutschlands. Mit über 50 seit 2000 eingeworbenen Stiftungs- und Stiftungsgastprofessuren nimmt die Goethe-Universität den deutschen Spitzenplatz ein. In drei Forschungsrankings des CHE in Folge und in der Exzellenzinitiative zeigte sie sich als eine der forschungsstärksten Hochschulen.

Herausgeber: Der Präsident
Abteilung Marketing und Kommunikation, Postfach 11 19 32,
60054 Frankfurt am Main
Redaktion: Dr. Anne Hardy, Referentin für Wissenschaftskommunikation Telefon (069) 798 - 2 92 28, Telefax (069) 798 - 2 85 30, E-Mail hardy@pvw.uni-frankfurt.de

Dr. Anne Hardy | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-frankfurt.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Quantenmechanik ist komplex genug – vorerst …
21.04.2017 | Universität Wien

nachricht Tief im Inneren von M87
20.04.2017 | Max-Planck-Institut für Radioastronomie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Im Focus: Wonder material? Novel nanotube structure strengthens thin films for flexible electronics

Reflecting the structure of composites found in nature and the ancient world, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have synthesized thin carbon nanotube (CNT) textiles that exhibit both high electrical conductivity and a level of toughness that is about fifty times higher than copper films, currently used in electronics.

"The structural robustness of thin metal films has significant importance for the reliable operation of smart skin and flexible electronics including...

Im Focus: Immunzellen helfen bei elektrischer Reizleitung im Herzen

Erstmals elektrische Kopplung von Muskelzellen und Makrophagen im Herzen nachgewiesen / Erkenntnisse könnten neue Therapieansätze bei Herzinfarkt und Herzrhythmus-Störungen ermöglichen / Publikation am 20. April 2017 in Cell

Makrophagen, auch Fresszellen genannt, sind Teil des Immunsystems und spielen eine wesentliche Rolle in der Abwehr von Krankheitserregern und bei der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Forschungsexpedition „Meere und Ozeane“ mit dem Ausstellungsschiff MS Wissenschaft

24.04.2017 | Veranstaltungen

3. Bionik-Kongress Baden-Württemberg

24.04.2017 | Veranstaltungen

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Phoenix Contact übernimmt Spezialisten für Netzleittechnik

24.04.2017 | Unternehmensmeldung

Phoenix Contact beteiligt sich an Berliner Start-up Unternehmen für Energiemanagement

24.04.2017 | Unternehmensmeldung

Phoenix Contact übernimmt Spezialisten für industrielle Kommunikationstechnik

24.04.2017 | Unternehmensmeldung