Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forschungsreise ins ewige Eis

29.11.2011
Neunmonatige Überwinterung bei -86°C Außentemperatur, abgeschottet von der Außenwelt in der Ostantarktis - Sporthochschul-Wissenschaftlerin Dr. Vera Abeln bricht zu vierwöchigem Forschungsaufenthalt auf die Antarktisforschungsstation Concordia auf, wo 15 Bewohner neun Monate auf 3.233 m Höhe leben.

Am 19. Dezember bricht Wissenschaftlerin Dr. Vera Abeln vom Institut für Bewegungs- und Neurowissenschaft zu einem vierwöchigen Forschungsaufenthalt auf die Antarktisforschungsstation Concordia auf. Die 15 Bewohner der Station leben dort über den Zeitraum von Februar bis November komplett abgeschottet von der Außenwelt auf 3.233 Meter Höhe, bei bis zu -86°C Außentemperatur und knapp viermonatiger Finsternis.

In Kooperation mit belgischen, italienischen und ungarischen Kollegen untersucht die Sporthochschul-Mitarbeiterin den Zusammenhang von Sport, Schlaf, zirkadianen Rhythmen, Kognition und Emotion während dieser neunmonatigen Überwinterung. Dafür nimmt die 29-Jährige aus dem Team von Priv.-Doz. Dr. Stefan Schneider eine lange Reise in Kauf. Erst geht es mit dem Flugzeug in die tasmanische Hauptstadt Hobart, dann mit dem Schiff zur Polkappe und von dort aus schließlich weiter zur Concordia. Die auf dem Hochplateau der Ostantarktis liegende Forschungsstation ist 950 km von der nächsten Küste entfernt.

Wie bei MARS500 geht es auch im Forschungsprojekt in der Antarktis um die Auswirkungen von körperlicher Aktivität auf das körperliche und psychische Wohlbefinden während einer Langzeitisolation. Erste Ergebnisse der MARS500-Studie deuten daraufhin, dass der Mangel an neuen Reizen, der beengte Lebensraum sowie ein begrenztes soziales Umfeld eine Verringerung elektrokortikaler Gehirnaktivität zur Folge hat, welche mit Einbußen in der kognitiven Leistungsfähigkeit und einer Minderung des allgemeinen Wohlbefindens einhergeht.

Besonders unter Extrembedingungen, wie einem Flug zum Mars oder als Mitglied eines Forschungsteams nahe des Südpols, müssen diese negativen Effekte von Isolation möglichst gering gehalten werden, um die Sicherheit und den Erfolg einer solchen Mission zu gewährleisten. Dafür ist es nötig, in regelmäßigen Abständen die Effektivität der geplanten sportlichen Aktivitäten zu erfassen. Um die Crew vor Ort zu motivieren und den Arzt der Europäischen Weltraumagentur (ESA) in der diagnostische Hardware zu schulen, wird Vera Abeln die „Überwinterer“ die ersten vier Wochen auf ihrer langen Reise zur nächsten Sonne, Mitte August, begleiten.

Das Projekt wird vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt unterstützt (DLR 50WB0919).

Kontakt:
Dr. Vera Abeln
Institut für Bewegungs- und Neurowissenschaft
Tel.: 0221 4982-4210
Mail: v.abeln@dshs-koeln.de
Priv.-Doz. Dr. Stefan Schneider
Institut für Bewegungs- und Neurowissenschaft
Tel.: 0221 4982-7510
Mail: schneider@dshs-koeln.de
Dr. Vera Abeln wird ihre Eindrücke in einem Blog veröffentlichen.

Sabine Maas | idw
Weitere Informationen:
http://www.dshs-koeln.de/presse

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Klein bestimmt über groß?
29.03.2017 | Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation

nachricht Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet
29.03.2017 | Technische Universität Wien

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Organisch-anorganische Heterostrukturen mit programmierbaren elektronischen Eigenschaften

29.03.2017 | Energie und Elektrotechnik

Klein bestimmt über groß?

29.03.2017 | Physik Astronomie

OLED-Produktionsanlage aus einer Hand

29.03.2017 | Messenachrichten