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FH Aachen entwickelt Technik für die Erforschung des Eismondes Enceladus

08.03.2012
Gibt es außerirdisches Leben im Sonnensystem und wenn ja, wie sieht es aus? Zumindest für den Saturnmond Enceladus könnte die Raumfahrt diese Fragen klären, denn das Verbundvorhaben „EnEx-Enceladus Explorer“ unter Leitung der FH Aachen ist erfolgreich angelaufen.
Die Einschmelzsonde – auch IceMole oder Eismaulwurf genannt –, die am Fachbereich Luft- und Raumfahrttechnik der FH Aachen unter Leitung von Prof. Dr. Bernd Dachwald und seinem Team entwickelt und gebaut wird, soll sich einmal durch den dicken Eispanzer des Enceladus graben und dort nach außerirdischem Leben suchen. Die Idee des IceMole entstand in einem Studierenden-Projekt der FH Aachen. Gefördert wird das Projekt „EnEx“ vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) im Rahmen der Nationalen Raumfahrtforschung.

Wenn es auf Enceladus Leben gibt, dann unter dem dicken Eispanzer des Saturnmondes. „Wir wissen, dass es auf der Oberfläche des Enceladus Wasser speiende Eisvulkane gibt“, erklärt Prof. Dachwald, „das spricht für Wasservorkommen unterhalb der Eises, womöglich sogar für einen riesigen Salzwasserozean.“ Durch Spalten im Eis steigt das Wasser bis zur Oberfläche auf, wo es hinaus geschleudert wird und sofort gefriert. Und wo Wasser und Energie vorhanden sind, da kann es auch Leben geben, das weiß man von der Erde. Das Problem jedoch ist, dass die Mikroorganismen, die sich möglicherweise auf dem Saturnmond entwickelt haben könnten, durch das aufsteigende Wasser mitgerissen werden und an der Oberfläche zerplatzen. „Die Bedingungen im Weltall sind einfach zu lebensfeindlich“, so der FH-Professor. Deshalb wollen die Forscher sich mithilfe des IceMole etwa 100 bis 200 Meter tief an eine wasserführende Spalte graben und dort eine Salzwasserprobe entnehmen. Diese soll anschließend vor Ort auf vorhandene Mikroorganismen analysiert werden.

Der IceMole wurde 2010 auf dem Morteratsch-Gletscher im Schweizer Oberengadin getestet. Foto: FH Aachen / www.lichtographie.de

Der Fachbereich Luft- und Raumfahrttechnik leitet das Verbundvorhaben, ein Konsortium aus insgesamt sechs Hochschulen: FH Aachen, Universität der Bundeswehr München, TU Braunschweig, Universität Bremen, RWTH Aachen sowie die Bergische Universität Wuppertal. Außerdem ist das Institut für Bioengineering der FH Aachen beteiligt, das an einer keimfreien Probenentnahme arbeitet. „Dieses Projekt wird uns in den nächsten drei Jahren beschäftigen“, sagt Prof. Dachwald. „Wir freuen uns sehr auf diese herausfordernde Aufgabe.“ Für die Wissenschaftler gibt es noch einiges zu tun: „Damit wir den IceMole gut durch das Eis steuern können, benötigen wir ein ausgeklügeltes Navigationssystem“, erklärt Prof. Dachwald, „denn auf dem Enceladus stehen uns keine von der Erde gewohnten Bezugspunkte zur Verfügung, beispielsweise ein stabiles Magnetfeld oder ein globales Navigationssystem.“ An dieser anspruchsvollen Navigationslösung arbeiten nun die Projektbeteiligten.

Bevor sich der Eismaulwurf in die Tiefen des Enceladus gräbt, soll er auf dem Matanuska-Gletscher in Alaska in Kooperation mit einem amerikanischen Forschungsteam getestet werden und unter dem Eis erstmalig eine kontaminationsfreie Wasserprobe entnehmen. Einen ersten erfolgreichen Feldversuch hat der IceMole bereits 2010 auf dem Schweizer Morteratsch-Gletscher absolviert.

Team Pressestelle | idw
Weitere Informationen:
http://www.fh-aachen.de

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