Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fernste Milchstraße mit Schwarzem Loch gesichtet

03.09.2009
Rasche Bildung nach Urknall stellt Rätsel an Forscher

In einer Entfernung von 12,8 Mrd. Lichtjahren gibt es ein supermassives Schwarzes Loch inmitten einer Galaxie, die unserer Milchstraße an Größe gleicht.


Falschfarben-Bild der fernsten bisher entdeckten Milchstraße (Foto: Tomotsugu)

Das berichten japanische Forscher in der Fachzeitschrift "Monthly Notices of the Royal Astronomical Society". Das schwarze Loch enthält mindestens eine Milliarde Sonnenmassen. "Die Galaxie und das Schwarze Loch müssen sehr schnell im jungen Kosmos entstanden sein", berichtet Tomotsugu Goto vom Nationalen Astronomischen Observatorium in Tokio. Es sei überraschend, dass eine solche Riesengalaxie schon zu einer Zeit bestehe, die bloß einem Sechzehntel des Alters des Weltalls entspricht. Denn da das Licht der Galaxie 12,8 Mrd. Jahre zur Erde unterwegs war, zeigt das erhaltene Bild den Zustand der Zeit um 900 Mio. Jahre nach dem Urknall.

Diese Entdeckung ist für das Verstehen der Bildung von Galaxien und Schwarzen Löchern von Bedeutung. Anders als kleine Schwarze Löcher, die beim Verlöschen eines großen Sternes entstehen, ist der Ursprung der supermassiven Schwarzen Löcher noch immer ein Rätsel der Wissenschaft. Supermassive Schwarze Löcher, die stets eine millionen- bis milliardenfache Masse der Sonne besitzen, bilden in der Regel das Zentrum von Milchstraßen und sind von einem blendend hellen Licht umgeben, das das ohnehin schwache Licht der Galaxien überdeckt. Als Erklärung für ihren Ursprung hält man bisher die Vereinigung mehrerer Zwischenstadien von Schwarzen Löchern als wahrscheinlich. Nach ihrer Formung wachsen supermassive Schwarze Löcher weiter, da ihre Schwerkraft zusätzliche Masse von den Objekten in der Nähe ansaugt. Die Energie, die bei diesem Prozess frei wird, erzeugt das helle Licht, das für die Region rund um Schwarze Löcher typisch ist.

Um das supermassive Schwarze Loch überhaupt zu finden, verwendeten die Wissenschaftler ein neues Teleskop mit CCD-Chips, das sich in der Sternwarte auf dem 4.214 Meter hohen Mauna Kea, dem höchsten Berg Hawaiis, befindet. "Die verbesserte Empfindlichkeit der CCDs erlaubte diese spannende Entdeckung gleich beim ersten Versuch", berichtet Satoshi Miyazaki, der Studienleiter und Entwickler der Technologie. 40 Prozent von dem beobachteten Licht in Infrarot-Nähe kommt aus der beobachteten Galaxis selbst, während 60 Prozent von den das Schwarze Loch umgebenden Materialnebel entstammen.

Johannes Pernsteiner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.nao.ac.jp/E

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Ultra-sensitiv dank quantenmechanischer Verschränkung
28.06.2017 | Universität Stuttgart

nachricht Forscher sorgen mit ungewöhnlicher Studie über Edelgase international für Aufmerksamkeit
26.06.2017 | Universität Bremen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelles und umweltschonendes Laserstrukturieren von Werkzeugen zur Folienherstellung

Kosteneffizienz und hohe Produktivität ohne dabei die Umwelt zu belasten: Im EU-Projekt »PoLaRoll« entwickelt das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen gemeinsam mit dem Oberhausener Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheit- und Energietechnik UMSICHT und sechs Industriepartnern ein Modul zur direkten Laser-Mikrostrukturierung in einem Rolle-zu-Rolle-Verfahren. Ziel ist es, mit Hilfe dieses Systems eine siebartige Metallfolie als Demonstrator zu fertigen, die zum Sonnenschutz von Glasfassaden verwendet wird: Durch ihre besondere Geometrie wird die Sonneneinstrahlung reduziert, woraus sich ein verminderter Energieaufwand für Kühlung und Belüftung ergibt.

Das Fraunhofer IPT ist im Projekt »PoLaRoll« für die Prozessentwicklung der Laserstrukturierung sowie für die Mess- und Systemtechnik zuständig. Von den...

Im Focus: Das Auto lernt vorauszudenken

Ein neues Christian Doppler Labor an der TU Wien beschäftigt sich mit der Regelung und Überwachung von Antriebssystemen – mit Unterstützung des Wissenschaftsministeriums und von AVL List.

Wer ein Auto fährt, trifft ständig Entscheidungen: Man gibt Gas, bremst und dreht am Lenkrad. Doch zusätzlich muss auch das Fahrzeug selbst ununterbrochen...

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Marine Pilze – hervorragende Quellen für neue marine Wirkstoffe?

28.06.2017 | Veranstaltungen

Willkommen an Bord!

28.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Designte Proteine gegen Muskelschwund

29.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Benzin und Chemikalien aus Pflanzenresten

29.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Hochleitfähige Folien ermöglichen großflächige OLED-Beleuchtung

29.06.2017 | Energie und Elektrotechnik