Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Europas Hochfeld-Magnetlabore gehen noch stärkere Bindung ein

24.11.2014

Das European Magnetic Field Laboratory (EMFL) wird am 27. November als eigenständige Organisation in Brüssel gegründet. Nach Jahren der erfolgreichen und immer engeren wissenschaftlichen Zusammenarbeit bilden die drei großen europäischen Hochfeld-Magnetlabore aus Deutschland, Frankreich und den Niederlanden nun auch juristisch eine Einheit (als Association Internationale Sans But Lucratif, AISBL). Mit derzeit vier Standorten in Dresden, Toulouse, Grenoble und Nijmegen ermöglicht das EMFL Forschung auf Weltklasse-Niveau.

Das EMFL vereint die europaweit größten und modernsten Magnetfeldlabore, welche zugleich auch die stärksten derzeit möglichen Magnetfelder zur Verfügung stellen. Mit Hilfe solcher Felder verbessert das EMFL das Verständnis von Materialien und fördert neue Entwicklungen in Wissenschaft und Technik.


Eine Magnetspule des Hochfeld-Magnetlabors Dresden am Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf

HZDR/Oliver Killig

Die Magnetfelder wirken dabei wie eine Lupe, die das Verhalten von Elektronen in Materialien sichtbar macht. Damit sind sie ein leistungsfähiges Werkzeug für Untersuchungen im Bereich der Festkörperphysik. Es ist somit auch keine Überraschung, dass viele Nobelpreise für Forschung vergeben wurden, bei denen Magnetfelder eine wesentliche Rolle gespielt haben.

Die Gründungsorganisationen des EMFL sind das französische CNRS (Centre National de la Recherche Scientifique), das deutsche HZDR (Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf) und die RU und das FOM aus den Niederlanden (Radboud Universität Nijmegen und Foundation for Fundamental Research on Matter, einer Stiftung für Materie-Grundlagenforschung).

In den letzten fünf Jahren wurden 1.350 wissenschaftliche Projekte in den EMFL-Einrichtungen durchgeführt. Dies führte zu mehr als 1000 Publikationen in wissenschaftlichen Zeitschriften seit 2009. Davon wurden 30 Arbeiten in Zeitschriften mit sehr hohem Impact-Faktor wie Nature oder Science veröffentlicht.

„Mit Labors in Dresden, Grenoble, Toulouse und Nijmegen setzen wir die europäische Idee von Kooperation und gemeinsamer Entwicklung wirklich um. Wir bieten eine einzigartige und flexible Forschungsinfrastruktur, die sowohl internen wie auch externen Nutzern zur Verfügung steht“, sagt der EMFL-Koordinator Jan Kees Maan. So spezialisiert sich beispielsweise das Hochfeld-Magnetlabor Dresden ebenso wie das LNCMI Toulouse (Laboratoire National des Champs Magnétiques Intenses) auf gepulste Magnetfelder bis zu 100 Tesla Feldstärke.

Für höchste statische Felder können hingegen die Anlagen am LNCMI Grenoble und am High Field Magnet Laboratory in Nijmegen genutzt werden. Die Labors stellen auch eine exzellente Infrastruktur für Experimente mit sehr niedrigen Temperaturen zur Verfügung und ermöglichen die Kombination kurzer Laserpulse mit den Magnetfeldern. „Auf diese Weise bieten wir viele verschiedene Forschungsmöglichkeiten für unterschiedliche wissenschaftliche Projekte unserer Mitglieder“, erklärt der EMFL-Koordinator.

Durch die rechtliche Verankerung als Organisation ist es künftig auch möglich, dass weitere europäische Partner, die Interesse an der Forschung in höchsten Magnetfeldern haben, dem EMFL beitreten. Bereits jetzt forschen viele EMFL-Nutzer gleich an mehreren Standorten. „Wir führen schon Verhandlungen mit potenziellen neuen EMFL Mitglieder“, sagt Jan Kees Maan.

Medienvertreter sind herzlich eingeladen, bei der Gründung des EMFL am 27. November 2014 teilzunehmen. Nach der feierlichen Unterzeichnung (ab 16 Uhr) stehen die Wissenschaftler für weitere Informationen zur Verfügung.

Beginn: 13:30 Uhr

Ort:

Husa President Park Hotel Brussels
Boulevard du Roi Albert II, 44
1000 Brüssel, Belgien

Ablauf

13:30 – 14:00 Uhr Kaffee und Tee
14:00 – 14:30 Uhr Eröffnung
14:30 – 16:00 Uhr Vortrag: Science, Technology, Magnets and Users
16:00 – 16:20 Uhr Pause
16:20 – 16:45 Uhr Feierliche Unterzeichnung der EMFL Vereinbarung
16:45 – 17:30 Uhr Empfang

Um Anmeldung per E-Mail an aline.schwoob@lncmi.cnrs.fr wird herzlich gebeten.

Pressekontakt

Aline Schwoob | EMFL Communications Team
Telefon: (+33) (0)476 881130
Mobil: (+33) (0)7 78 87 48 81
aline.schwoob@lncmi.cnrs.fr


Weitere Informationen:

http://www.emfl.eu
http://www.hzdr.de/hld
http://lncmi.cnrs.fr/
http://www.ru.nl/hfml/
http://www.youtube.com/user/EMFLchannel

Dr. Christine Bohnet | Helmholtz-Zentrum

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Max-Planck-Princeton-Partnerschaft in der Fusionsforschung bestätigt
23.11.2017 | Max-Planck-Institut für Plasmaphysik

nachricht Magnetfeld-Sensor Argus „sieht“ Kräfte im Bauteil
23.11.2017 | Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Reibungswärme treibt hydrothermale Aktivität auf Enceladus an

Computersimulation zeigt, wie der Eismond Wasser in einem porösen Gesteinskern aufheizt

Wärme aus der Reibung von Gestein, ausgelöst durch starke Gezeitenkräfte, könnte der „Motor“ für die hydrothermale Aktivität auf dem Saturnmond Enceladus sein....

Im Focus: Frictional Heat Powers Hydrothermal Activity on Enceladus

Computer simulation shows how the icy moon heats water in a porous rock core

Heat from the friction of rocks caused by tidal forces could be the “engine” for the hydrothermal activity on Saturn's moon Enceladus. This presupposes that...

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kinderanästhesie aktuell: Symposium für Ärzte und Pflegekräfte

23.11.2017 | Veranstaltungen

IfBB bei 12th European Bioplastics Conference mit dabei: neue Marktzahlen, neue Forschungsthemen

22.11.2017 | Veranstaltungen

Zahnimplantate: Forschungsergebnisse und ihre Konsequenzen – 31. Kongress der DGI

22.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Kinderanästhesie aktuell: Symposium für Ärzte und Pflegekräfte

23.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Seminar „Leichtbau im Automobil- und Maschinenbau“ im Haus der Technik Berlin am 16. - 17. Januar 2018

23.11.2017 | Seminare Workshops

Biohausbau-Unternehmen Baufritz erhält von „ Capital“ die Auszeichnung „Beste Ausbilder Deutschlands“

23.11.2017 | Unternehmensmeldung