Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Europäisch-amerikanische Missionen zu Jupiter und Saturn geplant

25.02.2009
Bei zwei großen Forschungsmissionen zu den Planeten Jupiter und Saturn und in deren Umgebung wollen die beiden Raumfahrtgiganten einer jüngst getroffenen wegweisenden Entscheidung zufolge zusammenarbeiten.

Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) und die amerikanische Weltraumbehörde NASA haben sich auf die Abstimmung ihrer Pläne geeinigt. Dies signalisiert einen großen Fortschritt in der industriellen Partnerschaft und vor allem auch hinsichtlich der aufregenden Möglichkeiten, neues Wissen über unser Sonnensystem zu sammeln.

Was als einzelner, fast zeitgleich von den beiden Behörden entwickelter Missionsentwurf begann, resultierte nun in einer sorgfältig überdachten Verschmelzung mit der Absicht, die jeweils besten auf beiden Seiten verfügbaren Konzepte zusammenzuführen. Für die wissenschaftliche planetare Forschung bedeutet diese Partnerschaft das verheißungsvolle Versprechen einer Antwort auf eine der hartnäckigsten und nachdrücklichsten Fragen überhaupt: Gibt es außerhalb der Erde noch andere bewohnbare Planeten?

"Dieses gemeinsame Unternehmen ist eine wundervolle neue Herausforderung und wird ein Meilenstein für die planetare Forschung im 21. Jahrhundert sein", zeigte sich David Southwood überzeugt, seines Zeichens Wissenschaftsdirektor der ESA.

"Und ich bin überzeugt davon, dass die Zusammenarbeit über den Atlantik hinweg, die wir bisher hatten und die wir in Zukunft haben werden, zwischen Amerika und Europa, NASA und ESA und zwischen unseren wissenschaftlichen Gemeinschaften genau das Richtige ist. Lassen Sie uns also mit der Arbeit beginnen."

2008 wählte die NASA zwei (von ursprünglich vier im Jahr 2007 vorgelegten) Vorschlägen zu Missionskonzepten aus. Ein Konzept galt der Erforschung des Jupitermondes Europa und seines möglicherweise unter der Oberfläche vorhandenen Ozeans aus Wasser und das andere der erneuten Reise zum Saturnmond Titan. Die ESA wählte ihre Flaggschiff-Mission in ganz ähnlicher Weise im Jahr 2007 aus zwei Finalisten eines Wettbewerbes aus. Die eine Mission sollte Jupiter umkreisen (und möglicherweise auch auf Europa landen), die andere galt der Umkreisung und der Erforschung des Titans sowie der Erforschung des anderen Saturnmondes Enceladus.

Mitte Februar trafen sich ESA- und NASA-Vertreter in der US-Hauptstadt Washington, um die Vorschläge beider Seiten zu analysieren und die Machbarkeit der Zusammenarbeit an den als Europa Jupiter System Mission und Titan Saturn System Mission bekannten Missionen zu diskutieren. Es wurde die Entscheidung getroffen, dass sich zuerst die Europa Jupiter System Mission, mit einem für 2020 geplanten Start realisieren lässt. Das Treffen signalisierte einen ersten Schritt. Bevor der offizielle Startschuss fällt, sind noch detailliertere Studien und Planungen erforderlich.

"Die Entscheidung ist eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten", meinte Ed Weiler, stellvertretender Leiter der Direktion für wissenschaftliche Missionen der NASA. "Die Jupitermission wird zwar als erste der beiden Missionen gestartet, doch die Saturnmission bleibt für die wissenschaftliche Gemeinschaft ganz oben auf der Tagesordnung."

Die vorgeschlagene Planung der Jupitermission sieht vor, dass ESA und NASA jeweils eine Sonde bauen, die beide im Jahr 2020 abheben sollen. Die Sonden werden 2026 ihr Ziel erreichen, von wo aus sie dann die folgenden drei Jahre Forschungsdaten liefern sollen. In die Forschungsarbeit werden detaillierte Untersuchungen des Jupiters sowie seiner Monde Io, Ganymed, Callisto und Europa einbezogen. Der Mond Europa ist dabei aufgrund seines vermeintlichen Ozeans hinsichtlich der Frage der Bewohnbarkeit von ganz besonderem Interesse.

Kontakt:
European Space Agency
8-10 rue Mario Nikis
75738 Paris Cedex 15
France
Tel.: +33 1 5369 7654
Fax: +33 1 5369 7560
E-Mail: ContactESA@esa.int

| Europäische Komission CORDIS
Weitere Informationen:
http://www.kooperation-international.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Tanzende Elektronen verlieren das Rennen
22.09.2017 | Universität Bielefeld

nachricht Weniger (Flug-)Lärm dank Mathematik
21.09.2017 | Forschungszentrum MATHEON ECMath

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

23. Baltic Sea Forum am 11. und 12. Oktober nimmt Wirtschaftspartner Finnland in den Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

6. Stralsunder IT-Sicherheitskonferenz im Zeichen von Smart Home

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

OLED auf hauchdünnem Edelstahl

21.09.2017 | Messenachrichten

Weniger (Flug-)Lärm dank Mathematik

21.09.2017 | Physik Astronomie

In Zeiten des Klimawandels: Was die Farbe eines Sees über seinen Zustand verrät

21.09.2017 | Geowissenschaften