Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

ESA betreibt Weltraummissionen in Familie

04.06.2009
Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) vereinigt Operationsmethoden, Anlagen und Abläufe mit dem Ziel, Zusammenarbeit und Effizienz zu fördern und Kosten zu senken.

Das Konzept "Mission Family" kommt bei allen vom ESA-Kontrollzentrum ESOC (European Space Operations Centre) kontrollierten Erdbeobachtungsmissionen, den Missionen für Astronomie und Grundlagenphysik sowie den Sonnen- und planetarischen Missionen und insbesondere bei den im speziellen Kontrollraum, dem Dedicated Control Room (DCR), ablaufenden Missionen zur Anwendung.

Nach Angaben der ESA-Wissenschaftler sorgt die Zusammenführung von Raumfahrtingenieuren und technischer Infrastruktur für eine große Steigerung von Effizienz und Ressourcen. Ein typisches Beispiel sind die Flugkontroll-Teams, die die beiden altgedienten Erdmissionen Envisat und den europäischen Fernerkundungssatelliten - European remote-sensing satellite, (ERS)-2 - überwachen. Nach dem Start des neuen ESA-Erderkundungssatelliten "Gravity field and steady-state Ocean Circulation Explorer" (GOCE) im März waren die Wissenschaftler der Ansicht, dass es sinnvoll sei, auch die neuen Teammitglieder in den kombinierten speziellen Kontrollraum zu übernehmen.

"Der GOCE-Start bot noch eine weitere Gelegenheit zur weiteren Verbesserung und Ausweitung des Integrationsgrads zwischen den Teams der Erdbeobachtungsmissionen," sagte Dr. Manfred Warhaut, ESA-Leiter für Missionsbetrieb beim ESOC.

Bisher hatte das Flugkontrollteam seine Routineoperationen vom ESOC-Hauptkontrollraum in den kleineren speziellen Nebenkontrollraum zu übertragen, wenn der Satellit gestartet und die "frühe Start- und Umlaufbahnphase" beendet war.

Der ESA-Leiter der Earth Observations Operations Division am ESOC, Dr. Pier Paolo Emanuelli, kommentierte, dass das Konzept Mission Family den Raumfahrtingenieuren die Hilfsmittel in die Hand gäbe, die erforderlich sind, um an jeweils anderen Satelliten Kenntnisse zu erlangen. Das Ergebnis, so stellte er fest, seien eine höhere Zufriedenheit am Arbeitsplatz, eine verstärkte Zusammenarbeit und gegenseitige Unterstützung zwischen Kollegen und Mitarbeitern sowie mehr Know-how.

"Ja, wir waren auf diese Art in der Lage, Personal zu optimieren, und mit der gemeinsamen Ausbildung kann nun unsere gesamte Arbeitsbelastung besser gemeistert werden", erklärte Dr. Emanuelli. "Die Ingenieure sind zufriedener; sie können zwischen den verschiedenen Phasen jeder Mission wechseln und das gibt ihnen wesentlich mehr interessante berufliche Gelegenheiten," fügte er hinzu. "Mit der wachsenden Zahl der ESA-Erdbeobachtungs-Missionen werden die zeitlich begrenzten Testmaßnahmen - zu denen wir rund um den GOCE-Start Erfahrungen sammelten - häufiger auftreten. Wir können auf diese Weise nicht etwa nur mehr arbeiten - wir können intelligenter und besser arbeiten."

Abgesehen vom Start des Erderkundungssatelliten GOCE stehen für die ESA in diesem Jahr außerdem der Start der Missionen Cryosat-2 zur Messung der Dicke der Eisschichten und SMOS zur Untersuchung der Bodenfeuchtigkeit und des Salzgehalts der Ozeane auf dem Programm. Cryosat-2 soll die genauen Änderungen der Dicke der polaren Eismassen und des schwimmenden Meereises überwachen, während SMOS die Bodenfeuchtigkeit der Landmassen der Erde und den Salzgehalt der Ozeane beobachten wird.

Für den Zeitraum von 2010 bis 2013 plant die ESA den Start von Swarm, einer Mission zur Erforschung des geomagnetischen Felds und seiner zeitlichen Entwicklung, der Mission Atmospheric Dynamics Mission (ADM) -Aeolus, die für ein besseres Verständnis der Dynamik der Atmosphäre und der Klimaprozesse sowie für bessere Wettervorhersagen sorgen soll, und der Mission EarthCARE, einer gemeinsamen europäisch-japanischen Mission, die sich auf die Gewinnung besserer Einblicke in die Wechselwirkungen zwischen Wolken, Strahlungs- und Aerosolprozessen konzentrieren soll, die zur Klimaregulierung beitragen.

| CORDIS
Weitere Informationen:
http://www.kooperation-international.de
http://www.esa.int

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Bilder magnetischer Strukturen auf der Nano-Skala
20.04.2018 | Georg-August-Universität Göttingen

nachricht Licht macht Ionen Beine
20.04.2018 | Max-Planck-Institut für Festkörperforschung, Stuttgart

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Software mit Grips

Ein computergestütztes Netzwerk zeigt, wie die Ionenkanäle in der Membran von Nervenzellen so verschiedenartige Fähigkeiten wie Kurzzeitgedächtnis und Hirnwellen steuern können

Nervenzellen, die auch dann aktiv sind, wenn der auslösende Reiz verstummt ist, sind die Grundlage für ein Kurzzeitgedächtnis. Durch rhythmisch aktive...

Im Focus: Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

Von einer einzigen Stammzelle zur Vielzahl hochdifferenzierter Körperzellen: Den vollständigen Stammbaum eines ausgewachsenen Organismus haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Berlin und München in „Science“ publiziert. Entscheidend war der kombinierte Einsatz von RNA- und computerbasierten Technologien.

Wie werden aus einheitlichen Stammzellen komplexe Körperzellen mit sehr unterschiedlichen Funktionen? Die Differenzierung von Stammzellen in verschiedenste...

Im Focus: Spider silk key to new bone-fixing composite

University of Connecticut researchers have created a biodegradable composite made of silk fibers that can be used to repair broken load-bearing bones without the complications sometimes presented by other materials.

Repairing major load-bearing bones such as those in the leg can be a long and uncomfortable process.

Im Focus: Verbesserte Stabilität von Kunststoff-Leuchtdioden

Polymer-Leuchtdioden (PLEDs) sind attraktiv für den Einsatz in großflächigen Displays und Lichtpanelen, aber ihre begrenzte Stabilität verhindert die Kommerzialisierung. Wissenschaftler aus dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPIP) in Mainz haben jetzt die Ursachen der Instabilität aufgedeckt.

Bildschirme und Smartphones, die gerollt und hochgeklappt werden können, sind Anwendungen, die in Zukunft durch die Entwicklung von polymerbasierten...

Im Focus: Writing and deleting magnets with lasers

Study published in the journal ACS Applied Materials & Interfaces is the outcome of an international effort that included teams from Dresden and Berlin in Germany, and the US.

Scientists at the Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) together with colleagues from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) and the University of Virginia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus

19.04.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Juni 2018

17.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Grösster Elektrolaster der Welt nimmt Arbeit auf

20.04.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Bilder magnetischer Strukturen auf der Nano-Skala

20.04.2018 | Physik Astronomie

Kieler Forschende entschlüsseln neuen Baustein in der Entwicklung des globalen Klimas

20.04.2018 | Geowissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics