Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erstes Experiment mit dem Megajoule-Laser

13.01.2015

Nach 15 Jahren Bauzeit und der Eröffnung am 23. Oktober 2014 wurde der Megajoule-Laser nun zum ersten Mal unter realen Bedingungen getestet.

Der Megajoule-Laser (LMJ) ist ein Forschungsprojekt zur Kernfusion. Er ist die größte Versuchsanlage außerhalb der USA, die nach dem Prinzip der Trägheitsfusion arbeitet.

Das Laserzentrum soll die Fusionsforschung und Energiegewinnung aus der Kernverschmelzung vorantreiben. Die Einrichtung steht in der Nähe von Bordeaux und wird von der französischen Behörde für Atomenergie und alternative Energien CEA betrieben.

Der Laser besteht aus 240 Röhren (Hochleistungslaser), die auf eine runde Reaktionskammer von zehn Meter Durchmesser ausgerichtet sind. Die Energie der Lichtstrahlen wird in den Röhren auf das Billiardenfache verstärkt und dann über eine Spiegeloptik in das Zentrum der Kammer gelenkt.

In einer 2 Millimeter großen Goldkapsel befinden sich ein paar Milligramm der Wasserstoffe Deuterium und Tritium. Wenn der Laserstrahl auf die Kapsel trifft, wird eine Energie von 1,8 Megajoule (Leistung von einer Million Kraftwerken) frei. Druck (100 Milliarden bar) und Hitze (100 Millionen Grad) steigen derart an, dass die beiden Wasserstoffe zu Helium verschmelzen.

Genau diese Fusion findet auf der Sonne statt und erzeugt ihr Licht. Die Fusionsenergie in der Kapsel brächte 4,5 Billiarden 100-Watt-Lampen zum Aufleuchten, allerdings nur eine milliardstel Sekunde lang.

Aufgrund der zahlreichen Probleme gab es einen regen Austausch mit dem National Ignition Facility (NIF) in Livermore, das 2009 in Betrieb gegangen ist. So verlieren Laserstrahlen z. B. an Leistungsstärke, sobald sie auch nur auf ein winziges Staubkörnchen treffen oder wenn die Spiegeloberflächen auch nur den kleinsten Schaden aufweisen.

Mehrere Forschungszentren und hunderte Unternehmen beschäftigen sich in Aquitanien mit der Laser-Optik. Schätzungen zufolge wird dieser Sektor bis 2020 weltweit einen Wert von 500 Milliarden Euro besitzen.

Quellen:

“Simulation nucléaire : la guerre des étoiles”, Artikel aus Les Echos – 08.12.2014 – http://www.lesechos.fr/journal20141208/lec1_idees_et_debats/0203993086376-simula...
BE France 296 – 12.2014 – http://www.bulletins-electroniques.com/actualites/77513.htm

Redakteurin: Jana Ulbricht, jana.ulbricht@diplomatie.gouv.fr

Weitere Informationen:

http://www.wissenschaft-frankreich.de/de/energie/erstes-experiment-mit-dem-megaj...

Marie de Chalup | Wissenschaft Frankreich

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Scharfe Röntgenblitze aus dem Atomkern
17.08.2017 | Max-Planck-Institut für Kernphysik, Heidelberg

nachricht Optische Technologien für schnellere Computer / „Licht“ mit Wespentaille
16.08.2017 | Universität Duisburg-Essen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Im Focus: Exotic quantum states made from light: Physicists create optical “wells” for a super-photon

Physicists at the University of Bonn have managed to create optical hollows and more complex patterns into which the light of a Bose-Einstein condensate flows. The creation of such highly low-loss structures for light is a prerequisite for complex light circuits, such as for quantum information processing for a new generation of computers. The researchers are now presenting their results in the journal Nature Photonics.

Light particles (photons) occur as tiny, indivisible portions. Many thousands of these light portions can be merged to form a single super-photon if they are...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

Sensibilisierungskampagne zu Pilzinfektionen

15.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Scharfe Röntgenblitze aus dem Atomkern

17.08.2017 | Physik Astronomie

Fake News finden und bekämpfen

17.08.2017 | Interdisziplinäre Forschung

Effizienz steigern, Kosten senken!

17.08.2017 | Messenachrichten