Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Einweihung der ITER-Fernbedienungstestplattform

09.02.2009
Im finnischen Tampere wurde vor kurzem eine Testplattform für ein Fernbedienungssystem offiziell eingeweiht, das unabdingbar für das zukünftige Funktionieren des ITER-Fusionsreaktors ist. Die Anlage für Versuche in voller Größe DTP2 (Divertor Test Platform for ITER) wird sowohl für das internationale ITER-Projekt als auch für die Kernfusionsforschung allgemein als wichtiger Fortschritt angesehen.
ITER-Fernbedienungstestplattform
Die DTP2-Anlage wird die Entwicklung und das Testen eines Fernbedienungssystems zum Austausch von Divertorkassetten unterstützen. Diese Kassetten sind grundlegende Komponenten des ITER-Reaktors: Sie sind die einzigen Komponenten, die das heiße Plasma im Reaktor berühren dürfen, um Heliumasche zu entfernen.

ITER-Fernbedienungstestplattform

Heliumasche ist ein Nebenprodukt von Fusionsreaktionen in Deuterium-Tritium-Plasma. Die Reaktion erzeugt energiereiche Alpha-Teilchen (Heliumkerne), die das Plasma erhitzen. Sobald das geschehen ist, werden sie zu Heliumasche, die zur Vermeidung von Verunreinigungen aus dem Plasma entfernt werden muss.

Jede Divertorkassette wiegt neun Tonnen, was ihre Bedienung schwierig macht. Darüber hinaus "müssen Arbeiten sehr genau durchgeführt werden, weil der Platz sehr begrenzt ist," erklärte Dr. Seppo Karttunen vom Technischen Forschungszentrum von Finnland VTT, der gemeinsam mit der Technischen Universität Tampere (TUT) und dem gemeinsamen Unternehmen Fusion for Energy (F4E) für die Anlage zuständig sein wird.

Derzeit befinden sich die Ideen darüber, wie die Divertor-Wartung vorgenommen werden könnte, noch in den Köpfen der Forscher. DTP2 wird helfen, zu ermitteln, ob Ideen zum Einrasten, Reinigen und Transportieren von Kassetten umsetzbar sind. Schließlich werden die Forscher einen kompletten Wartungszyklus sowie Hilfsmittel und Methoden mithilfe der Testanlage und virtuellen Realitätsmodellen ausarbeiten. Dadurch können auch potenzielle Risiken beim Betrieb erkannt werden.

"Diese Anlage ist ideal für Training und Wissensübertragung, weil sie eine Kombination an Technologien vereint, die wichtig für das ITER-Experiment sind. Das von uns gesammelte Know-how wird zu Nebenprodukten in verschiedenen Innovationsbereichen anregen," meinte Didier Gambler, Direktor des gemeinsamen Unternehmens Fusion for Energy.

Der Entwurf und die Herstellung von DTP2 dauerte vier Jahre und kostet 7 Millionen EUR. Die Hälfte davon kam vom Euratom-Programm der EU. Das stellt jedoch verglichen mit den geschätzten 5 Milliarden EUR, wenn nicht mehr, die wohl für das ITER-Projekt in den nächsten 10 Jahren nötig sein werden, nur einen Tropfen im Ozean dar.

Weitere Informationen finden Sie unter:

Technisches Forschungszentrum von Finnland (VTT)
http://www.vtt.fi/
Fusion for Energy (F4E):
http://www.fusionforenergy.europa.eu/

| CORDIS
Weitere Informationen:
http://www.iter.org/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Scharfe Röntgenblitze aus dem Atomkern
17.08.2017 | Max-Planck-Institut für Kernphysik, Heidelberg

nachricht Optische Technologien für schnellere Computer / „Licht“ mit Wespentaille
16.08.2017 | Universität Duisburg-Essen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie