Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Der Krebsnebel im Fokus – Vereinheitlichtes Modell für die gesamte Strahlung

05.09.2017

Wie erreicht die Natur, wofür am Large Hadron Collider (LHC) am CERN in Genf Tausende von Wissenschaftlern und viele Milliarden Euro erforderlich sind? Wie werden im Universum Atomkerne auf die Energie eines kräftig geschlagenen Tennisballs gebracht? Neue Forschungsergebnisse von Wissenschaftlern der Universitäten Potsdam und Arizona/USA liefern jetzt wichtige Hinweise darauf, wie der Erzeugungsprozess im Detail abläuft.

Wissenschaftler messen die Strahlung kosmischer Objekte in allen Bereichen, um Rückschlüsse auf die in diesen Objekten ablaufenden Prozesse zu erhalten.


Eines dieser kosmischen Objekte eignet sich besonders zur Untersuchung sehr energiereicher Elementarteilchen: der Krebsnebel, der Überrest einer im Jahre 1054 beobachteten Supernova.

Herkömmliche Modelle konnten die vom Krebsnebel beobachtete Strahlung allerdings nicht reproduzieren und man musste mehrere unabhängige Populationen energiereicher Teilchen annehmen.

Die neuesten Forschungen haben nun gezeigt, dass die Strahlung vom Krebsnebel doch mit einer einzigen Teilchenpopulation reproduzierbar ist.

Voraussetzung ist eine spezielle Eigenschaft der Population, die sich in der Helligkeitsverteilung des Krebsnebels über die Strahlungsbereiche von Radiowellen bis zur trilliardenfach energiereicheren Gammastrahlung äußert.

Sie ist eine direkte Folge des Wettbewerbs zwischen den mikroskopischen Prozessen, die letztlich zur Beschleunigung atomarer Teilchen auf sehr hohe Energien führen.

Eine Analyse der globalen Strahlung eines für uns unerreichbar weit entfernten Objekts liefert so wichtige neue Erkenntnisse über die Einzelprozesse der Teilchenbeschleunigung, die man jetzt auf andere Objekte übertragen kann, bei denen Messungen ähnlicher Güte nicht möglich sind.

„Das neue Ergebnis stellt einen wichtigen Fortschritt für unser Verständnis von Teilchenbeschleunigung in kosmischen Objekten dar und hilft, den Ursprung der energiereichen Teilchen zu entschlüsseln, die praktisch überall im Universum zu finden sind“, so Prof. Dr. Martin Pohl von der Universität Potsdam.

Kontakt: Prof. Dr. Martin Pohl, Telefon: 0331 977 5926
E-Mail: marpohl@uni-potsdam.de

Die neuen Ergebnisse sind hier erschienen:
https://academic.oup.com/mnras/article/doi/10.1093/mnras/stx1833/3980212/Particl...

Medieninformation 05-09-2017 / Nr. 137
Prof. Dr. Martin Pohl

Universität Potsdam
Referat Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Am Neuen Palais 10
14469 Potsdam
Tel.: +49 331 977-2964
Fax: +49 331 977-1130
E-Mail: presse@uni-potsdam.de

Internet: www.uni-potsdam.de/presse

Online gestellt: Katharina Zimmer
Kontakt zur Online-Redaktion: onlineredaktion@uni-potsdam.de

Edda Sattler | Universität Potsdam
Weitere Informationen:
http://www.uni-potsdam.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Highlight der Halbleiter-Forschung
20.02.2018 | Technische Universität Chemnitz

nachricht Beobachtung und Kontrolle ultraschneller Prozesse mit Attosekunden-Auflösung
20.02.2018 | Technische Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovation im Leichtbaubereich: Belastbares Sandwich aus Aramid und Carbon

Die Entwicklung von Leichtbaustrukturen ist eines der zentralen Zukunftsthemen unserer Gesellschaft. Besonders in der Luftfahrtindustrie und in anderen Transportbereichen sind Leichtbaustrukturen gefragt. Sie ermöglichen Energieeinsparungen und reduzieren den Ressourcenverbrauch bei Treibstoffen und Material. Zum Einsatz kommen dabei Verbundmaterialien in der so genannten Sandwich-Bauweise. Diese bestehen aus zwei dünnen, steifen und hochfesten Deckschichten mit einer dazwischen liegenden dicken, vergleichsweise leichten und weichen Mittelschicht, dem Sandwich-Kern.

Aramidpapier ist ein etabliertes Material für solche Sandwichkerne. Sein mechanisches Strukturversagen ist jedoch noch unzureichend erforscht: Bislang fehlten...

Im Focus: Die Brücke, die sich dehnen kann

Brücken verformen sich, daher baut man normalerweise Dehnfugen ein. An der TU Wien wurde eine Technik entwickelt, die ohne Fugen auskommt und dadurch viel Geld und Aufwand spart.

Wer im Auto mit flottem Tempo über eine Brücke fährt, spürt es sofort: Meist rumpelt man am Anfang und am Ende der Brücke über eine Dehnfuge, die dort...

Im Focus: Eine Frage der Dynamik

Die meisten Ionenkanäle lassen nur eine ganz bestimmte Sorte von Ionen passieren, zum Beispiel Natrium- oder Kaliumionen. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von Kanälen, die für beide Ionensorten durchlässig sind. Wie den Eiweißmolekülen das gelingt, hat jetzt ein Team um die Wissenschaftlerin Han Sun (FMP) und die Arbeitsgruppe von Adam Lange (FMP) herausgefunden. Solche nicht-selektiven Kanäle besäßen anders als die selektiven eine dynamische Struktur ihres Selektivitätsfilters, berichten die FMP-Forscher im Fachblatt Nature Communications. Dieser Filter könne zwei unterschiedliche Formen ausbilden, die jeweils nur eine der beiden Ionensorten passieren lassen.

Ionenkanäle sind für den Organismus von herausragender Bedeutung. Wenn zum Beispiel Sinnesreize wahrgenommen, ans Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet...

Im Focus: In best circles: First integrated circuit from self-assembled polymer

For the first time, a team of researchers at the Max-Planck Institute (MPI) for Polymer Research in Mainz, Germany, has succeeded in making an integrated circuit (IC) from just a monolayer of a semiconducting polymer via a bottom-up, self-assembly approach.

In the self-assembly process, the semiconducting polymer arranges itself into an ordered monolayer in a transistor. The transistors are binary switches used...

Im Focus: Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

Erstmals ist es einem Forscherteam am Max-Planck-Institut (MPI) für Polymerforschung in Mainz gelungen, einen integrierten Schaltkreis (IC) aus einer monomolekularen Schicht eines Halbleiterpolymers herzustellen. Dies erfolgte in einem sogenannten Bottom-Up-Ansatz durch einen selbstanordnenden Aufbau.

In diesem selbstanordnenden Aufbauprozess ordnen sich die Halbleiterpolymere als geordnete monomolekulare Schicht in einem Transistor an. Transistoren sind...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

Tag der Seltenen Erkrankungen – Deutsche Leberstiftung informiert über seltene Lebererkrankungen

21.02.2018 | Veranstaltungen

Digitalisierung auf dem Prüfstand: Hochkarätige Konferenz zu Empowerment in der agilen Arbeitswelt

20.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Kameratechnologie in Fahrzeugen: Bilddaten latenzarm komprimiert

21.02.2018 | Messenachrichten

Mit grüner Chemie gegen Malaria

21.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Periimplantitis: BMBF fördert zahnärztliches Verbund-Projekt mit 1,1 Millionen Euro

21.02.2018 | Förderungen Preise

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics