Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

CaSSIS-Kamera: erste Bilder aus dem All

15.04.2016

Seit ihrem Start am 14. März 2016 befindet sich die ExoMars-Sonde auf dem Weg zum Mars. Dieses Ziel soll die Sonde mit der hochauflösenden Kamera im Gepäck im kommenden Oktober erreichen. Bereits jetzt haben die Forschenden Gewissheit, dass CaSSIS funktioniert. Das hochauflösende Kamerasystem sendet erste Bilder aus dem All.

Das technisch äusserst komplexe Kamerasystem, das dereinst hochauflösende Stereobilder der Marsoberfläche liefern soll, wurde in der Rekordzeit von nur 23 Monaten gebaut: «Es war eine grosse Herausforderung. Normalerweise rechnet man mit 38 Monaten für ein derart kompliziertes Instrument.


Aufnahme von CaSSIS.

ESA/Roscosmos/UniBe/SSO/INAF-OAPD/ASI/SRC


Die markierten Punkte sind Positiv-, respektive Negativaufnahmen von Sternen.

ESA/Roscosmos/UniBe/SSO/INAF-OAPD/ASI/SRC

Das Team der Universität Bern und unsere Partner haben unglaublich hart gearbeitet, um rechtzeitig fertig zu werden», so CaSSIS-Projektmanagerin Ruth Ziethe vom Physikalischen Institut der Universität Bern.

Nach unzähligen Tests, bei denen Weltraumbedingungen simuliert und die Mars-Kamera auf Herz und Nieren geprüft wurde, erfolgte schliesslich am 14. März der Start im Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan. Das lange Warten auf die ersten Signale wurde gespannt verfolgt. Im Weltraum kann es trotz grösster Bemühungen und vorgängigen Tests zu unvorhergesehenen Situationen kommen.

Grosse Chance für gute Daten

Wie geplant wurde CaSSIS (Colour and Stereo Surface Imaging System) nun am 07. April 2016 ein erstes Mal aktiviert. Ein Moment, der von den Forschenden mit Nervosität erwartet wurde. «Das erste Einschalten der Kamera verlief reibungslos», sagt Nicolas Thomas, Leiter des Berner CaSSIS-Teams. «Wir sind es schrittweise angegangen, und das Instrument scheint wie erwartet zu funktionieren.» Nach diesem guten Start wurde auch der Rotationsmechanismus aktiviert. «Der Mechanismus macht die Stereo-Aufnahmen der Kamera erst möglich, also wollten wir ihn natürlich ausprobieren», sagt Ruth Ziethe.

Auch der Rotationsmechanismus funktioniert wie geplant und sorgte für eine aufregende Erkenntnis: Nach der Betrachtung der Bilder wurde offensichtlich, das CaSSIS Sterne abgebildet hat. Dies bedeutet, dass die Kamera nahe am optimalen Wert fokussiert, was vor dem Start die grosse Sorge von Nicolas Thomas war. «Soweit sieht alles gut aus. CaSSIS ist nicht dafür gebaut worden, schwache Sterne abzubilden, also war es sehr beruhigend, dass sie es trotzdem kann. Es weist also alles darauf hin, dass wir gute Daten der Marsoberfläche erhalten werden».

Das Ziel des Kamerasystems ist es, Aufnahmen von der dynamischen Marsoberfläche zu liefern, um neue Erkenntnisse zu den Veränderungen während der Mars-Tagen und den Mars-Jahreszeiten zu gewinnen. Insbesondere die kürzlich entdeckten Spuren von flüssigem Wasser sollen durch CaSSIS untersucht werden. «Wir wissen inzwischen, dass sich die Mars-Oberfläche ständig verändert und nun haben wir das Werkzeug, um diese Veränderungen verfolgen zu können», so Nicolas Thomas.

CaSSIS ist ein gemeinsames Projekt der Universität Bern, dem Astronomischen Observatorium in Padua und dem Space Research Center in Warschau mit Unterstützung der lokalen Industrie. Gefördert wird es vom Swiss Space Office (SSO), der Italienischen Weltraumagentur (ASI) sowie der Polnischen Weltraumagentur (POLSA). Am Projekt beteiligt sind 25 Wissenschaftler aus neun Ländern, darunter aus Russland und den USA.

Weitere Informationen:

http://www.unibe.ch/aktuell/medien/media_relations/medienmitteilungen/2016/medie...

Nathalie Matter | Universität Bern

Weitere Berichte zu: Mars-Kamera Marsoberfläche SSO Space Weltraumagentur Weltraumbedingungen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Scharfe Röntgenblitze aus dem Atomkern
17.08.2017 | Max-Planck-Institut für Kernphysik, Heidelberg

nachricht Optische Technologien für schnellere Computer / „Licht“ mit Wespentaille
16.08.2017 | Universität Duisburg-Essen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie