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Planetologen der WWU Münster am Erfolg der "Venus Express"-Mission beteiligt

04.12.2007
Weshalb hat sich die Atmosphäre der Venus in den vergangenen vier Milliarden Jahren ganz anders entwickelt als die ihres Nachbarplaneten Erde?

Diese Frage erforscht die vor zwei Jahren gestartete Raumsonde "Venus Express" der europäischen Raumfahrtagentur ESA. Die an dem internationalen Projekt beteiligten Wissenschaftler, darunter Dr. Gabriele Arnold vom Institut für Planetologie der WWU Münster, haben die neuesten Ergebnisse in der aktuellen Ausgabe der renommierten Fachzeitschrift Nature veröffentlicht.

Die Wissenschaftler wollen aus dem gegenwärtigen Zustand der Venus ermitteln, wie sich der Planet entwickelt hat und warum. An Bord der Raumsonde befindet sich das abbildende Spektrometer VIRTIS (Visible and Infrared Thermal Imaging System), an dessen Bau das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) unter Leitung von Dr. Gabriele Arnold maßgeblich beteiligt war. VIRTIS liefert Daten, die ein tieferes Verständnis der Venus-Atmosphäre, ihrer Dynamik und Zusammensetzung, der Mechanismen des Treibhauseffekts, der Wolken und der oberflächennahen Schichten ermöglichen.

Im Rahmen eines Kooperationsvertrags zwischen der WWU und dem DLR ist Dr. Gabriele Arnold an der Auswertung der Daten beteiligt. Unter anderem konnten sie und ihre Kollegen erstmals nachweisen, dass am Südpol der Venus ein "Doppelwirbelsturm" existiert - ein ähnliches Phänomen war bislang nur vom Venus-Nordpol bekannt. Prof. Dr. Elmar Jessberger, geschäftsführender Direktor des münsterschen Instituts für Planetologie, sieht das Kooperationsprojekt "als gutes Beispiel dafür, dass Universitätsinstitute sich aktiv an Weltraumforschung beteiligen".

Die Venus ist der in Richtung Sonne nächste Planet der Erde. Nach der Sonne und unserem Mond ist sie das dritthellste Objekt am Himmel. Obwohl die Venus der Erde in Masse und Größe sehr ähnlich ist, besitzt sie im Gegensatz zur Erde eine korrodierende und außerordentlich lebensfeindliche Atmosphäre. Die dichten und giftigen Wolken, der hohe Atmosphärendruck und die hohe Oberflächentemperatur erschweren die direkte Erforschung der Venus.

Dr. Christina Heimken | idw
Weitere Informationen:
http://www.dlr.de/pf/desktopdefault.aspx/tabid-329//1152_read-2054/
http://www.uni-muenster.de/Planetologie/
http://www.nature.com/nature/journal/v450/n7170/index.html

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