Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forscher weisen Wasserverlust auf der Venus nach

30.11.2007
Wissenschaftler der ESA, darunter Berner Weltraumforscher, weisen Wasserdampf in der Venusatmosphäre nach. Doch grundsätzlich herrscht auf der Venus ein extremer Treibhauseffekt, der den Planeten austrocknen lässt. Die neusten Resultate wurden jetzt im Fachjournal "Nature" publiziert.

Auf der heute extrem trockenen Venus war früher Wasser vorhanden, zumindest in ihrer Atmosphäre. Diese Hypothese leiteten Wissenschaftler aus der Annahme ab, dass Erde und Venus vor rund 4.5 Milliarden Jahren aus der gleichen Materie entstanden sind und folglich die gleichen chemischen Bestandteile aufweisen.

Jetzt stützen Berner Astrophysiker und rund 40 Forschende aus Europa und den USA diese Vermutung: Daten, welche die ESA-Raumsonde "Venus Express" seit mehr als einem Jahr sammelt und 150 Millionen Kilometer weit zur Erde sendet, lassen "mit einiger Sicherheit vermuten, dass in der Venus-Atmosphäre einst tatsächlich reichlich Wasserdampf vorhanden war", sagt Prof. Peter Wurz von der Abteilung für Weltraumforschung und Planetologie der Universität Bern. Die aktuellen Ergebnisse wurden im Wissenschaftsmagazin "Nature" veröffentlicht.

Sonnenwind entreisst der Venus den Wasserstoff

... mehr zu:
»Ion »Planet »Sonnenwind »Wasserdampf

Auf ein einstiges Wasservorkommen lässt eine Analyse der Ionen aus der Atmosphäre des Planeten schliessen. Diese geladenen Teilchen werden durch den Sonnenwind aus der Venusatmosphäre gerissen, denn trotz der Grenzschicht des Planeten, die den Sonnenwind abstösst und dadurch die Atmosphäre erhält, werden durch die ständige Windströmung immer wieder Ionen weggetragen.

Die "Venus Express" nimmt diese Teilchen auf und bestimmt mit spezialisierten Messgeräten deren Herkunft. "Wasserstoff-Teilchen aus dem Sonnenwind sind zum Beispiel viel energiereicher als solche aus der planetarischen Atmosphäre", erläutert Wurz. Aus dieser und weiteren Analysen wird klar, ob ein Ion vom Sonnenwind kommt oder ob es aus der Umgebung des Planeten stammt und somit ein Indiz für ein Wasservorkommen ist.

Die Venus trocknet aus

Die Forschenden konnten nachweisen, dass der Sonnenwind Bestandteile der Moleküle im originalen Verhältnis von Wasser (zwei Wasserstoff- auf ein Sauerstoffteilchen) wegträgt. Der einstige Wasserdampf der Venus hat sich fast vollständig verflüchtigt. Zurück geblieben ist ein unwirtliches Milieu, das zu 96 Prozent aus Kohlenstoffdioxid (CO2), daneben aus Stickstoff und kleinen Anteilen an Schwefelsäure besteht. Ein extremer Treibhauseffekt hat dazu geführt, dass auf dem Planeten eine Oberflächentemperatur von 477 Grad Celsius herrscht und die Venus regelrecht austrocknet.

Nathalie Matter | idw
Weitere Informationen:
http://www.kommunikation.unibe.ch/lenya/kommunikation/live/medien/mitteilungen/news/2007/venus.html

Weitere Berichte zu: Ion Planet Sonnenwind Wasserdampf

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Freie Elektronen in Sonnen-Protuberanzen untersucht
25.07.2017 | Georg-August-Universität Göttingen

nachricht Magnetische Quantenobjekte im "Nano-Eierkarton": PhysikerInnen bauen künstliche Fallen für Fluxonen
25.07.2017 | Universität Wien

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kohlenstoff-Nanoröhrchen verwandeln Strom in leuchtende Quasiteilchen

Starke Licht-Materie-Kopplung in diesen halbleitenden Röhrchen könnte zu elektrisch gepumpten Lasern führen

Auch durch Anregung mit Strom ist die Erzeugung von leuchtenden Quasiteilchen aus Licht und Materie in halbleitenden Kohlenstoff-Nanoröhrchen möglich....

Im Focus: Carbon Nanotubes Turn Electrical Current into Light-emitting Quasi-particles

Strong light-matter coupling in these semiconducting tubes may hold the key to electrically pumped lasers

Light-matter quasi-particles can be generated electrically in semiconducting carbon nanotubes. Material scientists and physicists from Heidelberg University...

Im Focus: Breitbandlichtquellen mit flüssigem Kern

Jenaer Forschern ist es gelungen breitbandiges Laserlicht im mittleren Infrarotbereich mit Hilfe von flüssigkeitsgefüllten optischen Fasern zu erzeugen. Mit den Fasern lieferten sie zudem experimentelle Beweise für eine neue Dynamik von Solitonen – zeitlich und spektral stabile Lichtwellen – die aufgrund der besonderen Eigenschaften des Flüssigkerns entsteht. Die Ergebnisse der Arbeiten publizierte das Jenaer Wissenschaftler-Team vom Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT), dem Fraunhofer-Insitut für Angewandte Optik und Feinmechanik, der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Helmholtz-Insituts im renommierten Fachblatt Nature Communications.

Aus einem ultraschnellen intensiven Laserpuls, den sie in die Faser einkoppeln, erzeugen die Wissenschaftler ein, für das menschliche Auge nicht sichtbares,...

Im Focus: Flexible proximity sensor creates smart surfaces

Fraunhofer IPA has developed a proximity sensor made from silicone and carbon nanotubes (CNT) which detects objects and determines their position. The materials and printing process used mean that the sensor is extremely flexible, economical and can be used for large surfaces. Industry and research partners can use and further develop this innovation straight away.

At first glance, the proximity sensor appears to be nothing special: a thin, elastic layer of silicone onto which black square surfaces are printed, but these...

Im Focus: 3-D scanning with water

3-D shape acquisition using water displacement as the shape sensor for the reconstruction of complex objects

A global team of computer scientists and engineers have developed an innovative technique that more completely reconstructs challenging 3D objects. An ancient...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

2. Spitzentreffen »Industrie 4.0 live«

25.07.2017 | Veranstaltungen

Gipfeltreffen der String-Mathematik: Internationale Konferenz StringMath 2017

24.07.2017 | Veranstaltungen

Von atmosphärischen Teilchen bis hin zu Polymeren aus nachwachsenden Rohstoffen

24.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

IT-Experten entdecken Chancen für den Channel-Markt

25.07.2017 | Unternehmensmeldung

Erst hot dann Schrott! – Elektronik-Überhitzung effektiv vorbeugen

25.07.2017 | Seminare Workshops

Dichtes Gefäßnetz reguliert Bildung von Thrombozyten im Knochenmark

25.07.2017 | Biowissenschaften Chemie