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Wissenschaftler der Uni Berlin planten die Kamerabeobachtungen der Raumsonde Cassini beim einzigen gezielten Vorbeiflug ...

19.09.2007
... am Saturnmond Iapetus

Die Arbeitsgruppe um Cassini Imaging Team Mitglied Prof. Dr. Gerhard Neukum am Institut für Geologische Wissenschaften der Freien Universität Berlin hat die jüngsten Kamera-Beobachtungen der internationalen Raumsondenmission Cassini geleitet.

Die Sonde flog am 10. September am mysteriösen Saturnmond Iapetus in nur 1600 km Distanz vorbei. Die ersten Bildprodukte wurden jetzt von der NASA veröffentlicht.

Die Bilder zeigen Ausschnitte einer ungewöhnlichen Oberfläche, die von dem starken Kontrast zwischen sehr hellem Wassereis und sehr dunklem Material geprägt ist. "Die höchstaufgelösten Bilder zeigen Einzelheiten von bis zu zehn Metern Größe in der dunklen Region", erläutert Prof. Gerhard Neukum.

"In diesen Bildern können wir jetzt erstmals kleine helle Krater sehen, die offensichtlich die oberste dunkle Kruste durchschlagen und helles Material aus dem Untergrund ausgeworfen haben. Es sieht so aus, als ob die dunkle Deckschicht nur wenige Dezimeter bis einige Meter dick sein dürfte."

Die Planung der Aufnahmesequenzen erfolgte unter Federführung des Mitarbeiters der Cassini-Gruppe der Freien Universität, Dipl.-Ing. Tilmann Denk, der in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern und Ingenieuren der Cassini-Beteiligten aus den USA den gesamten wissenschaftlichen Ablaufplan des Vorbeifluges festgelegt hat.

Die wichtigsten Daten wurden im Zeitraum 55 Minuten vor bis 3 Stunden nach der geringsten Annäherung gewonnen. Hierfür legten Tilmann Denk und Kollegen, auch in Zusammenarbeit mit dem DLR-Institut für Planetenforschung in Berlin-Adlershof, die Ausrichtung der Sonde in allen Einzelheiten fest. Diese Planungsarbeit gestattete allen Instrumenten an Bord eine maximale wissenschaftliche Ausbeute.

"Die Bilder verblüfften mich noch viel mehr, als ich es mir in der Planungsphase vorgestellt hatte", sagt Tilmann Denk. "Jede neu hereingekommene Aufnahme hatte ihren eigenen Charme. Über sieben Jahre Planung haben sich plötzlich in konkrete Bilder verwandelt."

Mit einem Durchmesser von fast 1.500 Kilometern ist Iapetus der drittgrößte Saturnmond. Wie die anderen Saturnmonde besteht er im Wesentlichen aus Wassereis. Sein globaler Helligkeitskontrast gibt ihm ein wenig das Aussehen eines Astronautenhelms. Die Vorbereitungen des Vorbeiflugs begannen bereits im Jahr 2000. Er war ein besonderes Ereignis, weil Iapetus wegen seiner großen Distanz zum Saturn (3,6 Millionen Kilometer) und wegen der gegen die Ringebene geneigten Bahn nur sehr schwer für Cassini zu erreichen ist. Tatsächlich war dies der einzige Iapetus-Vorbeiflug für Cassini überhaupt. Cassini umkreist den Saturn seit 2004 und soll bis mindestens 2010 Daten senden.

Die Cassini-Arbeiten der Gruppe an der Freien Universität werden gefördert durch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi).

Weitere Informationen:

Dipl.-Ing. Tilmann Denk,
E-Mail: mailto:tilmann.denk@fu-berlin.de, Telefon: +49 30 838 70560
Dipl.-Geogr. Dirk Benkert,
E-Mail: mailto:dirk.benkert@fu-berlin.de, Telefon: +49 30 838 70542
Univ.-Prof. Dr. Gerhard Neukum,
E-Mail: mailto:gerhard.neukum@fu-berlin.de, Telefon: +49 30 838 70579; +49 30 838 70575 (Sekr.)

Christoph Lang | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.fu-berlin.de

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