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Hauchdünn und widerstandslos: zweidimensionale Supraleitung

03.08.2007
Science Express vom 2. August 2007 berichtet über eine neue Art von Supraleitung, die Physiker der Universität Augsburg, Genf und Cornell und des Naval Research Labors in Washington gefunden haben.

Supraleiter sind Materialien die elektrischen Strom verlustfrei transportieren können. Kühlt man Niob oder Blei tief ab, werden überall in diesen Metallen die Elektronen supraleitend. In der heutigen Ausgabe von Science Express (http://www.sciencexpress.org/) berichtet die Zeitschrift Science, dass Physiker des Centers for Electronic Correlations and Magnetism (EKM) und des Sonderforschungsbereichs 484 "Kooperative Phänomene im Festkörper" der Universität Augsburg sowie Kollegen der Universitäten Genf und Cornell und des Naval Research Labors in Washington eine neue Art von Supraleitern gefunden haben.

In den in Augsburg und Genf hergestellten Kristallpaketen sind die Kristalle selbst gar nicht supraleitend. Stattdessen bilden die Berührungsflächen der isolierenden Kristalle einen zweidimensionalen Supraleiter. Dieser ist weniger als ein hunderttausendstel Millimeter dick. Da die Kristalle zwar die Supraleitung der Grenzschicht verursachen, selbst aber nicht leitfähig sein müssen, eröffnen sich neue Möglichkeiten, die Supraleitung durch Optimierung der Kristalle zu verbessern.

Wie in Kupfer wird in Supraleitern der elektrische Strom durch Elektronen getragen. Das Kristallgitter der Supraleiter verursacht eine Anziehungskraft zwischen den Elektronen, die sich deswegen als Paare durch den Kristall bewegen und dabei den Strom verlustlos transportieren.

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»Isolator »Supraleiter »Supraleitung

Die Augsburger Physiker haben nun Kristallpakete aus jeweils zwei verschiedenen Isolatoren (Strontiumtitanat und Lanthanaluminat) hergestellt, an denen die Elektronen höchst präzise entlang der Grenzschichten fließen. Dabei spüren die Elektronen die Kristalleigenschaften der benachbarten Isolatoren und werden von diesen zu Paaren gekoppelt. Damit wird die Grenzschicht supraleitend und bildet einen zweidimensionalen Supraleiter. Bislang müssen diese Proben noch bis auf -273° C gekühlt werden, um supraleitend zu sein: Theoretische Modelle die in Augsburg schon im Jahr 2004 von Prof. Dr. Thilo Kopp und der damaligen Diplomandin Verena Körting entwickelt wurden, lassen erwarten, dass diese Temperatur deutlich erhöht werden kann.

Da die supraleitenden Grenzschichten in unmittelbarem Kontakt zu den Isolatoren stehen und die Paarung durch die Isolatoren verursacht wird, bieten sich neue Perspektiven, die Supraleitung durch Änderung der Eigenschaften der Isolatoren zu beeinflussen und zu verbessern.

N. Reyren, S. Thiel, A. D. Caviglia, L. Fitting Kourkoutis, G. Hammerl, C. Richter, C. W. Schneider, T. Kopp, A.-S. Ruetschi, D. Jaccard, M. Gabay, D. A. Muller, J.-M. Triscone and J. Mannhart, in Science Express August 2, 2007 (http://www.sciencexpress.org/)

Kontakt und weitere Informationen:

Prof. Dr. Jochen Mannhart
jochen.mannhart@physik.uni-augsburg.de
Prof. Dr. Thilo Kopp
thilo.kopp@physik.uni-augsburg.de
Telefon +49 (0) 821 598 3651
Lehrstuhl Experimentalphysik VI/EKM
Sonderforschungsbereich 484 (Kooperative Phänomene im Festkörper: Metall-Isolator-Übergänge und Ordnung mikroskopischer Freiheitsgrade)
Universität Augsburg
86135 Augsburg

Klaus P. Prem | idw
Weitere Informationen:
http://www.sciencexpress.org
http://www.physik.uni-augsburg.de/exp6/index/index_d.shtml

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