Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Laser erkunden den Merkur

01.08.2007
Über den Merkur weiß man bisher nicht viel. 2013 will die Europäische Weltraumbehörde ESA daher zwei Raumsonden starten, die seine Oberfläche genau erfassen sollen. Bei der Mission könnte ein Diodenlasermodul aus Fraunhofer-Laboren dabei sein.

Er ist der kleinste und sonnennächste Planet unseres Sonnensystems: der Merkur. Bislang weiß man wenig über ihn, lediglich die Sonde Mariner 10 stattete dem Planeten vor gut dreißig Jahren einen Besuch ab. Etwa die Hälfte seiner Oberfläche ist dabei fotografisch erfasst worden. Im August 2004 schickte die NASA die Sonde »Messenger« auf die Reise zum Merkur, und für 2013 plant auch die Europäische Weltraumbehörde ESA den Start zweier Raumsonden. Ziel dieser ESA-Mission namens BepiColombo ist unter anderem, den Merkur zu kartieren. Wo sind Krater und Steilhänge, wie tief und groß sind sie? Helfen soll dabei ein Laser-Altimeter: Es schickt einen Laserstrahl auf die Oberfläche des Planeten, der dort reflektiert und zurückgestrahlt wird. Über die Dauer, die der Lichtpuls für diesen Weg braucht, lässt sich berechnen, wie weit die Oberfläche entfernt ist. So wollen die Experten eine dreidimensionale Karte erstellen.

Für diese Laserkartierung haben Forscher des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT in Aachen im Auftrag der TESAT Spacecom GmbH & Co. KG den Prototypen eines Diodenlaser-Pumpmoduls aufgebaut: Es ist robust genug, um die Strapazen der Reise und die extremen Weltraumbedingungen zu überstehen. »Die wesentliche Aufgabe bestand darin, das Lasermodul möglichst leicht und kompakt zu gestalten – bei möglichst großer Leistung«, sagt Martin Traub, der die Entwicklung am ILT geleitet hat. Das Lasermodul wiegt lediglich 650 Gramm und ist 15 x 5 x 5 Zentimeter klein. Auch die Leistung ist mit 530 Watt recht hoch. Erhalten die Fraunhofer-Forscher den Zuschlag für die Weltraummission, soll der Laser durch die Wahl anderer Materialien sogar noch leichter werden. Zum Vergleich: Üblicherweise sind diese Laser so groß wie ein Schuhkarton und wiegen etwa 5 000 Gramm.

Eine weitere Herausforderung: »Auf der Erde kühlt man Diodenlaser dieser Leistungsklasse mit Wasser, was im All nicht möglich ist. Daher wird die Wärme bei unserem Lasermodul durch Wärmeleitung an die Oberfläche des Satelliten transportiert und dort abgestrahlt«, sagt der Experte. Da die Dioden eines Lasers im Vakuum nicht so zuverlässig arbeiten wie bei Atmosphärendruck, haben die Forscher das Lasermodul so entworfen, dass sich die Außenverkleidung luftdicht verschließen lässt. »TESAT ist in der Lage, solche Module mit Luft oder anderen Gasen zu füllen und im Inneren des Lasers eine künstliche Atmosphäre zu erschaffen, die mehrere Jahre lang erhalten bleibt«, sagt Traub.

Martin Traub | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.ilt.fraunhofer.de

Weitere Berichte zu: ESA Laser Lasermodul Merkur

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Flashmob der Moleküle
19.01.2017 | Technische Universität Wien

nachricht Verkehrsstau im Nichts
19.01.2017 | Universität Konstanz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Flashmob der Moleküle

19.01.2017 | Physik Astronomie

Tollwutviren zeigen Verschaltungen im gläsernen Gehirn

19.01.2017 | Medizin Gesundheit

Fraunhofer-Institute entwickeln zerstörungsfreie Qualitätsprüfung für Hybridgussbauteile

19.01.2017 | Verfahrenstechnologie