Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Wege bei der Untersuchung von Überresten explodierender Sterne

25.07.2007
Wissenschaftler der australischen Swinburne University arbeiten an neuen Methoden zur Untersuchung explodierender massereicher Sterne - so genannter Supernovae - in nahen Starburst Galaxien. Doktorand Emil Lenc, unter Betreuung von Professor Steven Tingay, kam mit den in seiner ersten Forschungsarbeit dargelegten Erkenntnissen auf den Titel des renommierten Fachmagazins The Astronomical Journal.

Starburst Galaxien zeichnen sich durch die Bildung vieler massereicher Sterne aus, die für gewöhnlich schnell ihren Brennstoff verbrauchen und dann explodieren (Supernova). Diese Supernovae werden von einem spektakulären Aufleuchten des Sterns begleitet, was mehrere Wochen oder sogar Monate andauern kann. Zurück bleibt eine sich ausweitende Hülle aus Materie, dem so genannten Supernovaüberrest.

Bei ihren Forschungsarbeiten setzen Doktorand Lenc und Professor Tingay neue Verfahren der Signalverarbeitung ein, die laut Professor Tingay mit dem Hochleistungsrechner der Swinburne University realisiert werden. "Unsere Untersuchungen konzentrieren sich auf eine kleine Auswahl an bedeutenden Starburst Galaxien in der südlichen Hemisphäre", so Tingay. "Statt zwanzig Einzelbeobachtungen durchzuführen, erlauben uns die neuen Verfahren, Daten zu verarbeiten, die aus einer Beobachtung von sechs Radioteleskopen aus ganz Australien gewonnen werden. Dabei kann jeweils ein größerer Bereich des Himmels abgedeckt werden."

Damit sind die neuen Verfahren zeitsparender als traditionelle Methoden zur Untersuchung von Supernovaüberresten. Die Wissenschaftler gewinnen hoch auflösende Bilder und sind in der Lage, Supernovaüberreste von ganzen Galaxien zu überwachen, um so die Bildungsrate von Supernovae zu schätzen und ihren Ursprung sowie die Bildung von massereichen Sternen zu rekonstruieren.

In der veröffentlichten Forschungsarbeit sind erste Erkenntnisse zu finden, die Doktorand Lenc und Professor Tingay über die Starburst Galaxie NGC 253 gewinnen konnten. Mittels der Kombination ihrer Funkdaten mit weiteren Daten von optischen, Infrarot-, Röntgen- und anderen Teleskopen konnten sie die Bildungsrate massereicher Sterne in der NGC 253 schätzen. Lenc und Tingay fanden auch heraus, dass das interstellare Medium (ISM) - jene Materie, die zwischen den Sternen einer Galaxie existiert - dicht und klumpig ist und sehr stark die Radiostrahlung der Supernovaüberreste absorbiert.

Weitere Informationen:
Institut Ranke-Heinemann / Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund
Pressestelle
Friedrichstr. 95
10117 Berlin
Email: berlin@ranke-heinemann.de
Tel.: 030-20 96 29 593
Das Institut Ranke-Heinemann / Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund ist die zentrale Einrichtung aller australischen und neuseeländischen Universitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz, zuständig für Wissens- und Forschungstransfer, Forschungsförderung sowie Studenten- und Wissenschaftleraustausch und für die Betreuung von Studierenden und Schülern, die ein Studium Down Under vorbereiten.

Sabine Ranke-Heinemann | idw
Weitere Informationen:
http://www.ranke-heinemann.de
http://www.ranke-heinemann.at
http://www.wissenschaft-australien.de

Weitere Berichte zu: Galaxie Starburst Supernova Supernovaüberrest

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Schnell wachsende Galaxien könnten kosmisches Rätsel lösen – zeigen früheste Verschmelzung
26.05.2017 | Max-Planck-Institut für Astronomie

nachricht 3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind
24.05.2017 | Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten