Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ultraleichtes Raumfahrtsegel

19.07.2007
Als Antwort auf das immer größer werdende Problem der Entsorgung von Raumfahrtabfällen hat das CNES (Französisches Raumfahrtforschungszentrum), Unterzeichner zahlreicher internationaler Abkommen zu diesem Thema, der Gesellschaft EADS Astrium Space Transportation die Entwicklung eines Segels übertragen, um den Satelliten der wissenschaftlichen Mission MICRO-SCOPE abzubremsen.

Die Ingenieure wollen mit diesem Segel in 25 Jahren den Satelliten MICRO-SCOPE doppelt so schnell aus der Umlaufbahn holen, als dies bislang möglich ist.

Die Strategie besteht darin, zum gewollten Zeitpunkt zwei ultraleichte Flügel von 4,60 m Länge zu entfalten, die den Fall des Satelliten in die Atmosphäre beschleunigen sollen. Die verwendetet Technologie, IDEAS (Innovative DEorbiting Aerobrake System), wurde kürzlich einer Reihe von erfolgreich durchgeführten Tests in der Schwerelosigkeit bei Parabelflügen unterzogen, die darauf abzielten, die Parameter der Entfaltung und den Einfluss des Faltens auf den Verlauf der Operationen sehr genau zu prüfen.

Denn dies war die wichtigste Herausforderung: IDEAS, als sekundäres System bezüglich der eigentlichen Zielsetzung, d.h. des Testens des Äquivalenzprinzips (*), musste sehr strenge Anforderungen erfüllen, um die Mission mit ihren verschiedenen wissenschaftlichen, technologischen und wirtschaftlichen Aspekten nicht zu behindern: eine Größe, die 60*60*10 cm³ nicht überschreiten durfte und ein Gewicht von ungefähr 12 kg. Zu diesem Zweck haben die Ingenieure außergewöhnliche Materialien verwendet.

Somit bildet das Kapton, das aus einem Flechtwerk aus Nomex hergestellt wurde, den Hauptbestandteil des Flügels. Der Flügel selbst wurde mit Aluminium gegen die ultraviolette Strahlung und mit Siliziumoxid gegen Korrosion verstärkt.

Der Satellit soll im April 2010 in eine heliosynchrone polare Umlaufbahn in etwa 800 km Höhe geschossen werden. Nach einer langen Eichungsperiode soll die eigentliche Messung des Äquivalenzprinzips die Wahrscheinlichkeit um zwei bis drei Größenordnungen verfeinern. Schließlich soll die Luftbremsungsphase im Jahre 2011 beginnen.

(*) Das Äquivalenzprinzip: An jedem Punkt einer Raumzeit, an dem ein Gravitationsfeld herrscht, gibt es ein lokales Inertialsystem, in dem die Gesetze der Natur mit denen übereinstimmen, die in einem Inertialsystem ohne Gravitation gelten.

Kontakt: Jean-Bernard DUBOIS, Projektleiter MICRO-SCOPE
Centre National d'Etudes Spatiales
18 Avenue Edouard Belin
31401 Toulouse Cedex 9
France
@ jean-bernard.dubois@cnes.fr
+33 5 61 27 41 91
+33 5 61 27 42 28
http://smsc.cnes.fr/MICROSCOPE/Fr/index.htm
Quelle: CNES - http://www.cnes.fr/web/6008-2010-lannee-ou-lultra-leger-decollera.php, 11.07.2007

Redakteur: Mathieu Girerd, mathieu.girerd@diplomatie.gouv.fr

Wissenschaft-Frankreich (Nummer 125, 18. Juli 2007)
Französische Botschaften in Deutschland, Österreich und der Schweiz
Kostenloses Abonnement durch E-Mail : sciencetech@botschaft-frankreich.de

| Wissenschaft-Frankreich
Weitere Informationen:
http://www.wissenschaft-frankreich.de/allemand

Weitere Berichte zu: IDEAS Inertialsystem MICRO-SCOPE Satellit

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Witnessing turbulent motion in the atmosphere of a distant star
23.08.2017 | Max-Planck-Institut für Radioastronomie

nachricht Turbulente Bewegungen in der Atmosphäre eines fernen Sterns
23.08.2017 | Max-Planck-Institut für Radioastronomie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Platz 2 für Helikopter-Designstudie aus Stade - Carbontechnologie-Studenten der PFH erfolgreich

Bereits lange vor dem Studienabschluss haben vier Studenten des PFH Hansecampus Stade ihr ingenieurwissenschaftliches Können eindrucksvoll unter Beweis gestellt: Malte Blask, Hagen Hagens, Nick Neubert und Rouven Weg haben bei einem internationalen Wettbewerb der American Helicopter Society (AHS International) den zweiten Platz belegt. Ihre Aufgabe war es, eine Designstudie für ein helikopterähnliches Fluggerät zu entwickeln, das 24 Stunden an einem Punkt in der Luft fliegen kann.

Die vier Kommilitonen sind im Studiengang Verbundwerkstoffe/Composites am Hansecampus Stade der PFH Private Hochschule Göttingen eingeschrieben. Seit elf...

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2017

23.08.2017 | Veranstaltungen

6. Leichtbau-Tagung: Großserienfähiger Leichtbau im Automobil

23.08.2017 | Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Turbulente Bewegungen in der Atmosphäre eines fernen Sterns

23.08.2017 | Physik Astronomie

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2017

23.08.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Mit Algen Arthritis behandeln

23.08.2017 | Biowissenschaften Chemie