Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Weltrekord: Mathematiker knacken riesige Zahl

21.05.2007
Ein internationales Forscherteam hat eine Zahl mit 307 Dezimalstellen in ihre Primfaktoren zerlegt - Weltrekord! Rund ein Jahr haben Mathematiker des japanischen Telekommunikationsunternehmens NTT, der Polytechnischen Hochschule in Lausanne und der Universität Bonn gerechnet.

Sie stellen damit den bisherigen Rekord um gut 30 Dezimalstellen in den Schatten. Gravierende Auswirkungen auf die Sicherheit von Verschlüsselungsverfahren befürchten die beteiligten Wissenschaftler jedoch nicht.

Die meisten modernen Verschlüsselungsverfahren basieren auf der Schwierigkeit, große Zahlen in ihre Primfaktoren zu zerlegen. So hätte ein einzelner Computer mehr als 100 Jahre benötigt, um das 307-stellige Zahlenmonster zu knacken. "Wir haben jedoch die Arbeit auf Hunderte von Rechnern verteilt", erklärt Dr. Thorsten Kleinjung von der Universität Bonn. So wurden etwa 80 Prozent der Berechnungen beim japanischen Telekommunikationsunternehmen NTT durchgeführt.

Würde man die geknackte Zahl in Binärdarstellung, also als Abfolge von Nullen und Einsen, schreiben, hätte sie 1017 Stellen. Bei Bankgeschäften oder der Übertragung geheimer Daten über das Internet benutzt man zur Verschlüsselung Binärzahlen mit 1024 Stellen. "Es wird aber wohl noch viele Jahre dauern, bis derartige Codes zu entschlüsseln sind", beruhigt Thorsten Kleinjung. "Unser Verfahren eignet sich nämlich nicht für alle Zahlen." Um die Methode zum universellen Codebrecher aufzumotzen, müssten die Forscher sie modifizieren. Mit derselben Rechenleistung ließen sich dann frei wählbare Zahlen von maximal 700 Binärstellen zerlegen.

... mehr zu:
»Mathematik »NTT

Der Bonner Mathematiker hat sich zusammen mit dem Leiter der Arbeitsgruppe Professor Dr. Jens Franke schon häufiger erfolgreich als Codebrecher betätigt. Dennoch freut er sich über den Erfolg: "Es ist schon ein schönes Gefühl, wenn man nach vielen Monaten Arbeit merkt, dass es geklappt hat."

Kontakt:
Dr. Thorsten Kleinjung
Mathematisches Institut der Universität Bonn
Telefon: 0228/73-2842
E-Mail: thor@math.uni-bonn.de

Frank Luerweg | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-bonn.de

Weitere Berichte zu: Mathematik NTT

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Licht macht Ionen Beine
20.04.2018 | Max-Planck-Institut für Festkörperforschung, Stuttgart

nachricht Auf dem Weg zur optischen Kernuhr
19.04.2018 | Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

Von einer einzigen Stammzelle zur Vielzahl hochdifferenzierter Körperzellen: Den vollständigen Stammbaum eines ausgewachsenen Organismus haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Berlin und München in „Science“ publiziert. Entscheidend war der kombinierte Einsatz von RNA- und computerbasierten Technologien.

Wie werden aus einheitlichen Stammzellen komplexe Körperzellen mit sehr unterschiedlichen Funktionen? Die Differenzierung von Stammzellen in verschiedenste...

Im Focus: Spider silk key to new bone-fixing composite

University of Connecticut researchers have created a biodegradable composite made of silk fibers that can be used to repair broken load-bearing bones without the complications sometimes presented by other materials.

Repairing major load-bearing bones such as those in the leg can be a long and uncomfortable process.

Im Focus: Verbesserte Stabilität von Kunststoff-Leuchtdioden

Polymer-Leuchtdioden (PLEDs) sind attraktiv für den Einsatz in großflächigen Displays und Lichtpanelen, aber ihre begrenzte Stabilität verhindert die Kommerzialisierung. Wissenschaftler aus dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPIP) in Mainz haben jetzt die Ursachen der Instabilität aufgedeckt.

Bildschirme und Smartphones, die gerollt und hochgeklappt werden können, sind Anwendungen, die in Zukunft durch die Entwicklung von polymerbasierten...

Im Focus: Writing and deleting magnets with lasers

Study published in the journal ACS Applied Materials & Interfaces is the outcome of an international effort that included teams from Dresden and Berlin in Germany, and the US.

Scientists at the Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) together with colleagues from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) and the University of Virginia...

Im Focus: Gammastrahlungsblitze aus Plasmafäden

Neuartige hocheffiziente und brillante Quelle für Gammastrahlung: Anhand von Modellrechnungen haben Physiker des Heidelberger MPI für Kernphysik eine neue Methode für eine effiziente und brillante Gammastrahlungsquelle vorgeschlagen. Ein gigantischer Gammastrahlungsblitz wird hier durch die Wechselwirkung eines dichten ultra-relativistischen Elektronenstrahls mit einem dünnen leitenden Festkörper erzeugt. Die reichliche Produktion energetischer Gammastrahlen beruht auf der Aufspaltung des Elektronenstrahls in einzelne Filamente, während dieser den Festkörper durchquert. Die erreichbare Energie und Intensität der Gammastrahlung eröffnet neue und fundamentale Experimente in der Kernphysik.

Die typische Wellenlänge des Lichtes, die mit einem Objekt des Mikrokosmos wechselwirkt, ist umso kürzer, je kleiner dieses Objekt ist. Für Atome reicht dies...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus

19.04.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Juni 2018

17.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

20.04.2018 | Biowissenschaften Chemie

Digitale Medien für die Aus- und Weiterbildung: Schweißsimulator auf Hannover Messe live erleben

20.04.2018 | HANNOVER MESSE

Neurodegenerative Erkrankungen - Fatale Tröpfchen

20.04.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics