Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ingenieuren gelingt in der optischen Nachrichtentechnik weltweit erstmals elektronische Entkopplung von Polarisationsebenen

30.03.2007
Prof. Noé: "Verdoppelung der Übertragungskapazität bei Glasfaser" - Ziel: Bessere Nutzung vorhandener Glasfaserkabel

Wissenschaftler des Instituts für Elektrotechnik und Informationstechnik der Universität Paderborn haben erneut einen Durchbruch in der optischen Nachrichtentechnik erreicht. Es gelang jetzt die weltweit erste optische Echtzeit-Datenübertragung mit der so genannten "synchronen Quadratur-Phasenumtastung und Polarisationsmultiplex." Bei diesem innovativen Verfahren werden vier Informationseinheiten (Bit) gleichzeitig in ein Lichtsignal umgewandelt, das dann über Glasfaserkabel übertragen und vom Empfänger verarbeitet wird.

Kontakt: Dipl.-Ing. Timo Pfau, Universität Paderborn, Institut für Elektrotechnik und Informationstechnik, Tel.: 05251-60-3454, Mail: pfau@ont.upb.de

oder Prof. Dr.-Ing. Reinhold Noé, Universität Paderborn, Institut für Elektrotechnik und Informationstechnik, Tel.: 05251-60-5823, 0170-3211227, Mail: noe@upb.de, Internet: http://ont.upb.de/

Bereits im letzten Jahr war den Forschern um Prof. Dr. Reinhold Noé und Prof. Dr. Ulrich Rückert die weltweit erste optische Echtzeit-Datenübertragung mit "synchroner Quadratur-Phasenumtastung mit Standardlasern" gelungen, die gegenüber ähnlichen Verfahren Reichweitenvorteile verspricht. Prof. Noé: "Bei der nun vorgenommenen Erweiterung auf so genanntes Polarisationsmultiplex werden zwei optische Signale gleicher Wellenlänge innerhalb einer Glasfaser in senkrecht aufeinander stehenden Ebenen übertragen."

"Dadurch laufen doppelt so viele Daten über die Glasfaser wie sonst", so Noé. Den Forschern sei es nun erstmals gelungen, in Echtzeit diese Polarisationsebenen im Empfänger elektronisch wieder voneinander zu entkoppeln, also Polarisationsdrehungen der Glasfaser rückgängig zu machen. Das Ergebnis lässt sich sehen, denn von 100.000 übertragenen Bit wurden dabei im Durchschnitt gerade mal 5 Bit falsch detektiert. Wird eine zusätzliche Fehlerkorrektur eingebaut, kann eine vollständig fehlerfreie Übertragung erreicht werden. Von Bedeutung in diesem Versuch ist vor allem, das schon bei der verwendeten Testdatenrate von 2.800.000.000 Bit pro Sekunde sehr schnelle, durch Bewegung der Glasfaser verursachte Polarisationsdrehungen auf elektronischem Weg schadlos ausgeglichen werden konnten.

Ihrem großen Ziel sind die Forscher damit wieder einen Schritt näher gekommen. "Wir wollen auf jeder optischen Wellenlänge eine Datenrate von 40.000.000.000 Bit pro Sekunde erreichen. Mit dem Verfahren können vorhandene Glasfaserkabel verbessert werden, ohne neue verlegen zu müssen", erläutert Dipl.-Ing. Timo Pfau, der die Messungen vornahm. Die notwendigen Komponenten werden momentan innerhalb eines Europäischen Forschungsprojekts entwickelt, das von den Paderborner Elektrotechnikern koordiniert wird. Englischsprachige Infos im Internet sind aufrufbar unter http://ontw0.upb.de/synQPSK/.

Tibor Werner Szolnoki | idw
Weitere Informationen:
http://ontw0.upb.de/synQPSK/
http://www.uni-paderborn.de
http://ont.upb.de/

Weitere Berichte zu: Elektrotechnik Nachrichtentechnik Polarisationsebene

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Waschen für die Mikrowelt – Potsdamer Physiker entwickeln lichtempfindliche Seife
02.12.2016 | Universität Potsdam

nachricht Quantenreibung: Jenseits der Näherung des lokalen Gleichgewichts
01.12.2016 | Forschungsverbund Berlin e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie