Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Münster und die Mars-Mission: Planetologen der WWU Münster entwickeln Mars-Spektrometer

17.01.2007
Gibt es oder gab es Leben auf dem Mars? Das ist die zentrale Frage der für das Jahr 2013 von der Europäischen Weltraumagentur ESA geplanten Mars-Mission "ExoMars", der mit Hilfe eines Landefahrzeugs mit unterschiedlichen Messgeräten nach gegangen werden soll.

Das Institut für Planetologie der Universität Münster unter Leitung von Prof. Dr. Elmar K. Jessberger ist an einem Experiment beteiligt, mit dem das für die Suche nach Leben auf dem Mars wichtige geochemische Umfeld analysiert werden kann. Ein neu entwickeltes und für den schwierigen Einsatz auf dem "roten Planeten" geeignetes optisches Spektrometer wurde am Dienstag, 16. Januar 2007, in Münster vorgestellt.

Prof. Jessberger hatte das Experiment zur Analyse der stofflichen und mineralogischen Zusammensetzung des Bodens und der Gesteine des Mars zusammen mit einer internationalen Wissenschaftlergruppe der ESA bereits 2003 vorgeschlagen. In einem ersten Schritt wurde gemeinsam mit der Schwetzinger Firma von Hoerner & Sulger und dem Institute for Analytical Sciences (ISAS) in Berlin zunächst das notwendige Spektrometer entwickelt und gebaut, das für den Einsatz im Weltraum nicht nur extrem leistungsfähig, sondern auch äußerst kompakt, leicht und stabil sein muss. Im Endzustand wird das Spektrometer für den Mars-Einsatz die Größe einer Cola-Dose haben.

Für Prof. Jessberger ist das für den Laien eher unscheinbare Gerät vom Prinzip und Aufbau her "eigentlich ganz einfach": Ein Laserpuls wird auf die zu analysierende Probe, im Ernstfall ein kleines Stück Marsgestein gerichtet, und verdampft eine winzige Menge des Gesteins. Wenn die Energie des Laserpulses ausreichend hoch ist, wird ein Plasma erzeugt, eine Wolke aus Ionen und Elektronen. Die geladenen Teilchen vereinigen sich dann wieder und erzeugen dabei Licht. Die Wellenlängen dieses Lichts sind elementspezifisch und ihre Intensität ist proportional zu den Konzentrationen. Prof. Jessberger: "Wir erhalten so die chemische Zusammensetzung des gelaserten Mars-Gesteins".

... mehr zu:
»Mars-Mission »Spektrometer »WWU

Um die charakteristischen Emissionslinien der chemischen Elemente, aus denen die unbekannten Proben bestehen, ausreichend trennen zu können, muss ein Spektrum mit einer Gesamtlänge von über 30 Zentimetern erzeugt werden. Auf dem Mars-Landesfahrzeug wird aber für das ganze Spektrometer nur ein sehr begrenzter Raum von etwa 17 Zentimetern zur Verfügung stehen. Die Wissenschaftler und Techniker des ISAS in Berlin haben dies auf den ersten Blick unlösbare Problem mit der Entwicklung eines Miniatur-Spektrometers gelöst. Dieser neuartige Typ teilt das Gesamtspektrum, das sich vom Ultraviolett bis zum Infrarot erstreckt, in etwa 70 kurze Teilspektren auf, die nebeneinander auf einem quadratischen Chip von nur 8 Millimeter Kantenlänge abgebildet werden können.

Im Institut für Planetologie der WWU Münster werden neben der Leitung der technischen Entwicklung einzelner Komponenten des Experiments durch Prof. Jessberger und seine Mitarbeiterin Diplom-Geophysikerin Isabelle Rauschenbach wesentliche wissenschaftliche Beiträge zu seiner Anwendung unter Mars-Bedingungen geleistet.

| Universitaet Muenster
Weitere Informationen:
http://www.uni-muenster.de/Planetologie/en/index.html

Weitere Berichte zu: Mars-Mission Spektrometer WWU

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Seltsames Verhalten eines Sterns offenbart Schwarzes Loch, das sich in riesigem Sternhaufen verbirgt
17.01.2018 | ESO Science Outreach Network - Haus der Astronomie

nachricht Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien
17.01.2018 | Universität des Saarlandes

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Im Focus: Scientists decipher key principle behind reaction of metalloenzymes

So-called pre-distorted states accelerate photochemical reactions too

What enables electrons to be transferred swiftly, for example during photosynthesis? An interdisciplinary team of researchers has worked out the details of how...

Im Focus: Erstmalige präzise Messung der effektiven Ladung eines einzelnen Moleküls

Zum ersten Mal ist es Forschenden gelungen, die effektive elektrische Ladung eines einzelnen Moleküls in Lösung präzise zu messen. Dieser fundamentale Fortschritt einer vom SNF unterstützten Professorin könnte den Weg für die Entwicklung neuartiger medizinischer Diagnosegeräte ebnen.

Die elektrische Ladung ist eine der Kerneigenschaften, mit denen Moleküle miteinander in Wechselwirkung treten. Das Leben selber wäre ohne diese Eigenschaft...

Im Focus: The first precise measurement of a single molecule's effective charge

For the first time, scientists have precisely measured the effective electrical charge of a single molecule in solution. This fundamental insight of an SNSF Professor could also pave the way for future medical diagnostics.

Electrical charge is one of the key properties that allows molecules to interact. Life itself depends on this phenomenon: many biological processes involve...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - März 2018

17.01.2018 | Veranstaltungen

2. Hannoverscher Datenschutztag: Neuer Datenschutz im Mai – Viele Unternehmen nicht vorbereitet!

16.01.2018 | Veranstaltungen

Fachtagung analytica conference 2018

15.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Projekt "HorseVetMed": Forscher entwickeln innovatives Sensorsystem zur Tierdiagnostik

17.01.2018 | Agrar- Forstwissenschaften

Seltsames Verhalten eines Sterns offenbart Schwarzes Loch, das sich in riesigem Sternhaufen verbirgt

17.01.2018 | Physik Astronomie

Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

17.01.2018 | Physik Astronomie