Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Winzig kleine Antennen für Licht

17.01.2007
Das klassische Mikroskop war in Forschung und Lehre schon immer unverzichtbar.

Nach wie vor ist es für Wissenschaftler interessant, mit Hilfe der Lichtmikroskopie tiefer und tiefer in die Welt der kleinsten Strukturen einzudringen. Ein Spezialist auf diesem Gebiet ist Professor Bert Hecht von der Uni Würzburg.

Der Physiker erklärt, was an seiner Arbeit besonders spannend ist: "Mit der Lichtmikroskopie kann man auch Materialanalysen betreiben." Möglich wird das durch die Technik der Spektroskopie: Dabei wird das Licht, das vom untersuchten Objekt im Mikroskop abgestrahlt wird, nach Wellenlängen aufgespalten. "Man analysiert die verschiedenen Farben und kann daraus Informationen über die chemische Struktur des Objekts bekommen."

Zu der Materie, die Hecht erforscht, gehören zum Beispiel lebende Zellen. In diesen komplexen Objekten kann er gezielt einzelne Moleküle und deren Wechselwirkungen mit anderen Molekülen sichtbar machen. Es entstehen dabei keine Bilder, wie man sie von der gewöhnlichen Mikroskopie her kennt. Stattdessen sind nur wenige leuchtende Punkte zu sehen, die ihre Position im Verlauf der Zeit ändern. Auf diese Weise lässt sich der Weg verfolgen, den Moleküle in der Zelle zurücklegen.

... mehr zu:
»Molekül »Spektroskopie

Analysiert man zwei unterschiedliche Molekültypen zugleich und stellt fest, dass beide längere Zeit an einem Punkt verharren, dann findet zwischen ihnen eine Wechselwirkung statt. Solche molekularen Wechselwirkungen bestimmen die Lebensprozesse in einer Zelle. Auf diese Weise hat der Würzburger Physiker zum Beispiel untersucht, wie Viren in den Kern ihrer Wirtszellen eindringen. Erforscht hat er aber auch die Orte, an denen Adrenalin und andere Hormone wirksam werden, nämlich an G-Proteine gekoppelte Rezeptoren.

Im Zentrum seiner Arbeit steht auch die Entwicklung neuartiger, hoch empfindlicher Mikroskopiemethoden und Nachweisverfahren. Unter anderem widmet sich Hecht der Erforschung metallischer Nanostrukturen, die als resonante, winzig kleine Antennen für Licht dienen können. "Solche Strukturen sind nicht nur für die Entwicklung von hoch auflösenden optischen Mikroskopen zukunftsweisend", sagt der Professor.

Bert Hecht ist seit 1. Oktober als Nachfolger von Thomas Bayerl am Physikalischen Institut der Uni Würzburg tätig. Geboren wurde er 1968 in Marktdorf am Bodensee. Nach dem Physikstudium an der Universität Konstanz fertigte er seine Dissertation am IBM Forschungslabor in Rüschlikon in der Schweiz an. Als Postdoc ging er an die Eidgenössische Technische Hochschule (ETH) in Zürich, wo er über die Mikroskopie und Spektroskopie einzelner Farbstoffmoleküle forschte. Von dort wechselte er ans Nationale Kompetenzzentrum für Nanowissenschaften der Schweiz an der Universität Basel, wo er als Assistenzprofessor eine Arbeitsgruppe zum Thema Nano-Optik leitete.

Kontakt: Prof. Dr. Bert Hecht, T (0931) 888-5863, E-Mail: hecht@physik.uni-wuerzburg.de

Robert Emmerich | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-wuerzburg.de

Weitere Berichte zu: Molekül Spektroskopie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Nanoinjektion steigert Überlebensrate von Zellen
22.02.2017 | Universität Bielefeld

nachricht Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung
21.02.2017 | Forschungszentrum Jülich

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

6. Internationale Fachkonferenz „InnoTesting“ am 23. und 24. Februar 2017 in Wildau

22.02.2017 | Veranstaltungen

Wunderwelt der Mikroben

22.02.2017 | Veranstaltungen

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Ursache für eine erbliche Muskelerkrankung entdeckt

22.02.2017 | Medizin Gesundheit

Möglicher Zell-Therapieansatz gegen Zytomegalie

22.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

Meeresforschung in Echtzeit verfolgen

22.02.2017 | Geowissenschaften