Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Das Dunkle Universum

06.12.2006
Öffentlicher naturwissenschaftlicher Vortrag von Prof. Dr. Günther Hasinger, Garching, am 12. Dezember 2006 anlässlich der Weihnachtssitzung der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina in Halle (Saale)

Kosmologische Beobachtungen weisen darauf hin, dass normale Materie nur einen sehr kleinen Bruchteil unseres Kosmos ausmacht. Der überwiegende Anteil besteht aus Dunkler Materie (23%) und Dunkler Energie (73%), deren Natur noch völlig unbekannt ist.

Das Universum ist vor 13,7 Milliarden Jahren entstanden und dehnt sich derzeit exponentiell aus. Die Dunkle Materie klumpt sich unter dem Einfluss ihrer Schwerkraft zusammen, reißt dabei die normale Materie mit und bildet so die größten Strukturen im Universum. In den Galaxienhaufen werden große Gasmassen auf Temperaturen von Millionen Grad aufgeheizt werden, so dass sie im Röntgenlicht hell strahlen. Massereiche Schwarze Löcher konnten in den Zentren etlicher naher Galaxien dingfest gemacht werden. Sie tragen zwar nur einen verschwindend kleinen Teil (etwa 0,001%) der Gesamtenergie des Universums bei, haben jedoch eine erhebliche Auswirkung auf die Entwicklung der Galaxien.

Auch sie strahlen im Röntgenlicht sehr hell und signalisieren die kompaktesten Energieansammlungen im Kosmos. Im Vortrag wird das geplante Weltraumteleskop eROSITA vorgestellt, mit dem eine Röntgendurchmusterung des Himmels geplant ist, mit der etwa drei Millionen Schwarze Löcher und 100.000 Galaxienhaufen entdeckt werden sollen. Dadurch werden konkurrenzlose Aussagen über die Natur der Dunklen Energie und der Schwarzen Löcher erwartet.

... mehr zu:
»LMU »MPE »Materie

Günther Hasinger (Jahrgang 1954): Studium der Physik an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU). Promotion in Astronomie an der LMU und am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik (MPE) in Garching (1984).

Wissenschaftlicher Mitarbeiter am MPE (1984-1994), Visiting Astronomer am California Institute for Technology (1992) und Spring Lecturer an der Princeton University (1993). Lehrstuhlinhaber an der Universität Potsdam und Direktor am Astrophysikalischen Institut Potsdam (1994-2001), Habilitation an der LMU (1995). Seit 2001 Direktor der Röntgen- und Gammagruppe am MPE in Garching.

Seit 2002 Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, seit 2003 Honorar-Professor an der Technischen Universität München, seit 2004 Vorsitzender des Rates deutscher Sternwarten (RDS). Im Jahr 2005 erhielt Günther Hasinger den Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

Zur Akademie Leopoldina

Die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina (gegründet 1652 in Schweinfurt) mit Sitz in Halle an der Saale (seit 1878) ist eine überregionale Gelehrtengesellschaft mit gemeinnützigen Aufgaben und Zielen. Sie fördert inter- und transdisziplinäre Diskussionen durch öffentliche Symposien, Meetings, Vorträge, die Arbeit von Arbeitsgruppen, verbreitet wissenschaftliche Erkenntnisse, berät die Öffentlichkeit und politisch Verantwortliche durch Stellungnahmen zu gesellschaftlich relevanten Themen, fördert junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und sie betreibt wissenschaftshistorische Forschung.

Der Leopoldina gehören etwa 1 200 Mitglieder in aller Welt an. Drei Viertel der Mitglieder kommen aus den Stammländern Deutschland, Schweiz und Österreich, ein Viertel aus weiteren ca. 30 Ländern. Zu Mitgliedern werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus naturwissenschaftlichen und medizinischen Disziplinen sowie aus den Kultur-, den Technik-, den empirischen Geistes-, Verhaltens- und Sozial-wissenschaften gewählt, die sich durch bedeutende Leistungen ausgezeichnet haben. Unter den derzeit lebenden Nobelpreisträgern sind 34 Mitglieder der Leopoldina.

Die Leopoldina wird von einem ehrenamtlichen Präsidium geleitet. Präsident ist Professor Dr. Volker ter Meulen, klinischer Virologe und Immunologe aus Würzburg. Vizepräsidenten sind der Chemie-Professor Dr. Gunter S. Fischer (Halle/Saale), die Mikrobiologie-Professorin Dr. Bärbel Friedrich (Berlin) und der Virologie-Professor Dr. Harald zur Hausen (Heidelberg). Die laufenden Geschäfte der Leopoldina führt eine Generalsekretärin, die Neurobiologie-Professorin Dr. Jutta Schnitzer-Ungefug. Die Leopoldina erhält ihre finanziellen Zuwendungen für die satzungsgemäßen Aufgaben zu 80 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und zu 20 Prozent vom Land Sachsen-Anhalt.

Kontakt und weitere Informationen:
Prof. Dr. Jutta Schnitzer-Ungefug
Generalsekretärin der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina
Postadresse: Postfach 11 05 43, 06019 Halle (Saale)
Besucheradresse: Emil-Abderhalden-Straße 37, 06108 Halle (Saale)
Telefon/Telefax: + 49 - 345 - 4 72 39 12 / + 49 - 345 - 4 72 39 19
E-Mail: leopoldina@leopoldina-halle.de)

Prof.Dr. Jutta Schnitzer-Ungefug | idw
Weitere Informationen:
http://www.leopoldina-halle.de

Weitere Berichte zu: LMU MPE Materie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Quantenmechanik ist komplex genug – vorerst …
21.04.2017 | Universität Wien

nachricht Tief im Inneren von M87
20.04.2017 | Max-Planck-Institut für Radioastronomie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Immunzellen helfen bei elektrischer Reizleitung im Herzen

Erstmals elektrische Kopplung von Muskelzellen und Makrophagen im Herzen nachgewiesen / Erkenntnisse könnten neue Therapieansätze bei Herzinfarkt und Herzrhythmus-Störungen ermöglichen / Publikation am 20. April 2017 in Cell

Makrophagen, auch Fresszellen genannt, sind Teil des Immunsystems und spielen eine wesentliche Rolle in der Abwehr von Krankheitserregern und bei der...

Im Focus: Tief im Inneren von M87

Die Galaxie M87 enthält ein supermassereiches Schwarzes Loch von sechs Milliarden Sonnenmassen im Zentrum. Ihr leuchtkräftiger Jet dominiert das beobachtete Spektrum über einen Frequenzbereich von 10 Größenordnungen. Aufgrund ihrer Nähe, des ausgeprägten Jets und des sehr massereichen Schwarzen Lochs stellt M87 ein ideales Laboratorium dar, um die Entstehung, Beschleunigung und Bündelung der Materie in relativistischen Jets zu erforschen. Ein Forscherteam unter der Leitung von Silke Britzen vom MPIfR Bonn liefert Hinweise für die Verbindung von Akkretionsscheibe und Jet von M87 durch turbulente Prozesse und damit neue Erkenntnisse für das Problem des Ursprungs von astrophysikalischen Jets.

Supermassereiche Schwarze Löcher in den Zentren von Galaxien sind eines der rätselhaftesten Phänomene in der modernen Astrophysik. Ihr gewaltiger...

Im Focus: Deep inside Galaxy M87

The nearby, giant radio galaxy M87 hosts a supermassive black hole (BH) and is well-known for its bright jet dominating the spectrum over ten orders of magnitude in frequency. Due to its proximity, jet prominence, and the large black hole mass, M87 is the best laboratory for investigating the formation, acceleration, and collimation of relativistic jets. A research team led by Silke Britzen from the Max Planck Institute for Radio Astronomy in Bonn, Germany, has found strong indication for turbulent processes connecting the accretion disk and the jet of that galaxy providing insights into the longstanding problem of the origin of astrophysical jets.

Supermassive black holes form some of the most enigmatic phenomena in astrophysics. Their enormous energy output is supposed to be generated by the...

Im Focus: Neu entdeckter Exoplanet könnte bester Kandidat für die Suche nach Leben sein

Supererde in bewohnbarer Zone um aktivitätsschwachen roten Zwergstern gefunden

Ein Exoplanet, der 40 Lichtjahre von der Erde entfernt einen roten Zwergstern umkreist, könnte in naher Zukunft der beste Ort sein, um außerhalb des...

Im Focus: Resistiver Schaltmechanismus aufgeklärt

Sie erlauben energiesparendes Schalten innerhalb von Nanosekunden, und die gespeicherten Informationen bleiben auf Dauer erhalten: ReRAM-Speicher gelten als Hoffnungsträger für die Datenspeicher der Zukunft.

Wie ReRAM-Zellen genau funktionieren, ist jedoch bisher nicht vollständig verstanden. Insbesondere die Details der ablaufenden chemischen Reaktionen geben den...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungen

Baukultur: Mehr Qualität durch Gestaltungsbeiräte

21.04.2017 | Veranstaltungen

Licht - ein Werkzeug für die Laborbranche

20.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Intelligenter Werkstattwagen unterstützt Mensch in der Produktion

21.04.2017 | HANNOVER MESSE

Forschungszentrum Jülich auf der Hannover Messe 2017

21.04.2017 | HANNOVER MESSE

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungsnachrichten