Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wie entstehen Planeten?

11.01.2002


DFG bewilligte Emmy-Noether-Nachwuchsgruppe am Institut für Planetologie der Universität Münster

In diesen Tagen hat die Emmy-Noether-Nachwuchsgruppe "Staub-Aggregation und Staub-Strahlungs-Wechselwirkung" der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) in der Abteilung "Analytische Planetologie" des Instituts für Planetologie der Universität Münster ihre Arbeit aufgenommen. Geleitet wird sie von Dr. Gerhard Wurm, der für zunächst zwei Jahre rund 670.000 Euro bei der DFG eingeworben hat. Hinzu kommen Mittel von Universität und Institut.

Dr. Wurm wird in Münster Prozesse untersuchen, die fundamental für die Entstehung der Planeten aus der präsolaren Staub- und Gaswolke sind. Wie entstehen bei Stößen von Mikropartikeln größere Körper und schließlich Planeten? Unter welchen Bedingungen haften die Körper aneinander, so dass größere Körper wachsen können? Welche Strukturen haben die dabei gebildeten Körper? Wie wirken sich die neuen Strukturen auf deren optisches Verhalten aus? Zur Beantwortung dieser Fragen hat Dr. Wurm zwei Geräte konzipiert, die nun in Münster realisiert werden. In dem einem stoßen zentimetergroße Körper, die ihrerseits aus Partikeln von nur einem Tausendstel Millimeter Durchmesser bestehen, im kontrollierten Gasfluss aufeinander, um die Wachstums- oder Zerstörungsprozesse zu erforschen. Im zweiten Gerät wird die Wechselwirkung so genannter fraktaler Aggregate mit der Lichtstrahlung untersucht. Die Ergebnisse sollen auf die Interpretation astronomischer Beobachtungen planetarer Scheiben und des interstellaren Mediums angewandt werden. Daneben wird sich Dr. Wurm weiterhin aktiv an entsprechenden Weltraumexperimenten der ESA beteiligen.

Der geschäftsführende Direktor des Instituts und Leiter der Abteilung "Analytische Planetologie", Prof. Dr. Elmar K. Jessberger, betont nicht nur die Exzellenz und fundamentale astrophysikalische Bedeutung des Vorhabens, sondern unterstreicht, dass es sich mit dem vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt seit April 2001 für drei Jahre geförderten Projekt "Staubkreisläufe" in seiner Abteilung außerordentlich gut vertrage und zu diesem komplementär sei. In diesem Projekt würden erstmals die realen, im Labor gemessenen Eigenschaften interplanetarer Staubteilchen in Modellrechnungen zur Dynamik des interplanetaren Staubkomplexes einbezogen.

Dr. Wurm promovierte 1997 in Jena. Nach zwei Postdoc-Jahren dort folgte ein zweijähriger Forschungsaufenthalt in Boulder/Colorado
(USA), der bereits durch das Emmy-Noether-Programm, das besonders qualifizierten Nachwuchswissenschaftlern einen Weg zu früher wissenschaftlicher Selbstständigkeit eröffnet, finanziert wurde. "Wir sind stolz darauf, dass sich Dr. Wurm gerade das Institut für Planetologie in Münster für seine spannende Arbeit ausgesucht hat", so Jessberger.

Brigitte Nussbaum | idw
Weitere Informationen:
http://ifp.uni-muenster.de/ap/min.html

Weitere Berichte zu: DFG Luft- und Raumfahrt Planetologie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Sterngeburt in den Winden supermassereicher Schwarzer Löcher
28.03.2017 | ESO Science Outreach Network - Haus der Astronomie

nachricht Das anwachsende Ende der Ordnung
27.03.2017 | Universität Konstanz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Von Agenten, Algorithmen und unbeliebten Wochentagen

28.03.2017 | Unternehmensmeldung

Hannover Messe: Elektrische Maschinen in neuen Dimensionen

28.03.2017 | HANNOVER MESSE

Dimethylfumarat – eine neue Behandlungsoption für Lymphome

28.03.2017 | Medizin Gesundheit