Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Europas erste bipolare ZnO-Diode

14.08.2006
Die erste bipolare Diode aus Zinkoxid (ZnO) wurde jetzt von Physikern der Universität Leipzig in enger Zusammenarbeit mit dem Forschungszentrum Rossendorf hergestellt und untersucht. Damit wurde das fundamentale Problem der sogenannten p-Dotierung und die Leitung durch Defektelektronen, auch Löcher genannt, gelöst. Damit eröffnen sich neue Möglichkeiten für die ZnO-Nanoforschung.

Zinkoxid ist ein transparenter Halbleiter, der ein multifunktionales Material darstellt. Die elektrischen Eigenschaften können mit seinen optischen, pyro- und piezoelektrischen und magnetischen Eigenschaften kombiniert werden. ZnO stellt insbesondere ein zur Zeit intensiv erforschtes Material für Anwendungen als Lichtemitter im ultravioletten und blauen Spektralbereich dar.

Fortschritte bei der Bauelementwicklung werden im Wesentlichen dadurch behindert, dass die Herstellung von Dioden bisher sehr schwierig ist. Während die Elektronenleitung keinerlei Problem darstellt, ist die sogenannte p-Dotierung und die Leitung durch Defektelektronen, sogenannte Löcher, aus fundamentalen Gründen schwierig und bisher technologisch nur ansatzweise in Japan und Amerika gelungen.

Für die ZnO-Dioden implantierten die Wissenschaftler am Forschungszentrum Rossendorf zunächst Stickstoff-Ionen. Anschließend wurden die Schichten in Leipzig als Dioden aufgebaut und detailliert untersucht. Der eindeutige und mit mehreren komplementären Methoden vollzogene Nachweis der Löcherleitung hat Gutachter wie Fachkollegen überzeugt. Mit der Diode gelang zudem die Untersuchung derjenigen elektronischen Zustände, die Löcher generieren. "Diese Ergebnisse sind ein Durchbruch auf dem Gebiet der ZnO-Forschung, der uns ermutigt, unsere Forschungsarbeit auf diesem Gebiet in Richtung Dioden und Leuchtdioden zu intensivieren", sagt der Leiter der Arbeitsgruppe Halbleiterphysik und Direktor des Instituts für Experimentelle Physik II der Universität Leipzig, Prof. Dr. Marius Grundmann.

... mehr zu:
»Defektelektron »Diode »ZnO

Die Arbeiten an ZnO-Dioden in der Abteilung Halbleiterphysik werden im Rahmen des Schwerpunktprogramms 1136 "Substitution in ionischen Festkörpern" der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert. Dipl.-Phys. Holger von Wenckstern hat die Arbeiten in Leipzig maßgeblich durchgeführt und ist gerade dabei, seine Dissertation fertigzustellen. Er meint "Unsere pn-Diode ist nur ein erster Schritt, dem weitere zur Optimierung der elektrischen Eigenschaften und der Lichtausbeute folgen müssen."

Die Arbeit wurde jüngst in der führenden Zeitschrift für Angewandte Physik unter dem Titel "Deep acceptor states in ZnO single crystals" veröffentlicht.

Weitere Informationen:
Prof. Dr. Marius Grundmann
Telefon: 0341 97-32650
E-Mail: grundmann@physik.uni-leipzig.de

Dr. Bärbel Adams | Universität Leipzig
Weitere Informationen:
http://www.uni-leipzig.de/presse
http://www.uni-leipzig.de/~hlp

Weitere Berichte zu: Defektelektron Diode ZnO

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht 3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind
24.05.2017 | Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie GmbH

nachricht Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft
24.05.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten