Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Überraschende Ergebnisse zur Sternentstehung

07.01.2002


Astrophysiker der Universität Kiel weist Gleichförmigkeit der Sternenstehung in verschiedenen Systemen nach

Dem Kieler Astrophysiker Dr. Pavel Kroupa ist der Nachweis gelungen, dass physikalische Gegebenheiten im Weltall bei der Geburt von Sternen keinen Einfluss auf deren Masseverteilung innerhalb des jeweiligen Sternsystems haben. Wie die amerikanische Wissenschaftszeitschrift Science in ihrer neusten Ausgabe (4. Januar) meldet, überprüfte Kroupa eine vom ihm selbst zu Beginn der 90er Jahre aufgestellte mathematische Funktion IMF (Initielle Massenfunktion) unter ganz unterschiedlichen physikalischen Bedingungen.

Er ging dabei der Frage nach: Wie variiert die IMF, die Aufschluss über die relative Verteilung der Sternmassen innerhalb eines Entstehungsgebietes gibt, von einem Entstehungsgebiet zum anderen? Allgemein war angenommen worden, dass verschiedene physikalische Gegebenheiten der Umgebung Einfluss auf die Sternentstehung nehmen.

Ganz gegen die Erwartung konnte Kroupa (Institut für Theoretische und Astrophysik der Universität Kiel, Lehrstuhl Prof. Gerhard Hensler) diese These widerlegen. Er erzeugte mit Hilfe der von ihm hergeleiteten Funktion theoretische Sternpopulationen. Nach aufwendigen Rechnungen konnte er seine Ergebnisse mit Teleskop-Beobachtungen sehr junger Sternpopulationen wie auch extrem alter Galaxien vergleichen. Es ergab sich, dass die angenommene Funktion der Masseverteilung bei der Sternentstehung alle Systeme gleichermaßen beschreibt. Der Sternentstehungsprozess, der unter verschiedenen Temperaturen und Gasdichten abläuft, erzeugt also letzten Endes auch bei unterschiedlicher Anzahl von Sternen immer die gleiche Verteilung von Sternmassen.

Warum haben die physikalischen Bedingungen bei der Geburt von Sternen so wenig Einfluss? Der Kieler Wissenschaftler wirft mit seinen Ergebnissen Fragen auf, die die Arbeit an der Sternentstehungstheorie in eine neue Phase bringen.


Kontakt: Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Institut für Theoretische und Astrophysik,


Dr. Pavel Kroupa, Tel. 0431/880-5109, pavel@astrophysik.uni-kiel.de

Susanne Schuck | idw

Weitere Berichte zu: Astrophysik Sternentstehung Sternmasse Sternpopulation

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung
21.02.2017 | Forschungszentrum Jülich

nachricht Sternenmusik aus fernen Galaxien
21.02.2017 | Max-Planck-Institut für Radioastronomie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Im Focus: Breakthrough with a chain of gold atoms

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

Im Focus: Hoch wirksamer Malaria-Impfstoff erfolgreich getestet

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungen

Physikerinnen und Physiker diskutieren in Bremen über aktuelle Grenzen der Physik

21.02.2017 | Veranstaltungen

Kniffe mit Wirkung in der Biotechnik

21.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal vereinbart mit den Betriebsräten Sozialpläne

21.02.2017 | Unternehmensmeldung

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Zur Sprache gebracht: Und das intelligente Haus „hört zu“

21.02.2017 | Messenachrichten