Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Für den richtigen "Durchblick" sorgen

24.07.2006
BMBF fördert Kooperationsprojekt der Universität Jena zur genaueren Bestimmung der Sehschärfe

Mehr als die Hälfte der Deutschen braucht eine Brille. Bei den meisten von ihnen sind Fehler des Augapfels für die Fehlsichtigkeit verantwortlich, die sich aber in der Regel durch eine Brille gut korrigieren lassen. Hinzu kommen jedoch Abweichungen der Augenlinse und der Hornhaut von der idealen Form. "Diese Störungen verhindern eine optimale Fokussierung der Lichtstrahlen auf der Netzhaut und erzeugen ebenfalls einen undeutlichen Sinneseindruck", erklärt Prof. Dr. Richard Kowarschik, Direktor des Instituts für Angewandte Optik der Friedrich-Schiller-Universität Jena. "Diese Abweichungen lassen sich mit einem Standard-Brillenglas aber in der Regel nicht korrigieren".

Ob sich durch eine Brille das Sehvermögen tatsächlich verbessert, wissen Arzt und Patient zumeist erst, wenn die Brille oder die Kontaktlinsen bereits angefertigt sind. Das wollen Prof. Kowarschik und seine Kollegen an der Universität Jena nun ändern. Gemeinsam mit Wissenschaftlern der Fachhochschule Jena und des Kompetenzzentrums für Medizintechnik "OphthalmoInnovation e. V." beteiligten sie sich im vergangenen Jahr mit einem Projektantrag am Innovationswettbewerb des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) zur Förderung der Medizintechnik - und zählten zu den Gewinnern. Ihr Projekt wird nun seit 1. Juli für drei Jahre durch das BMBF mit rund 300.000 Euro gefördert. Darüber hinaus unterstützt die Carl Zeiss Meditec AG das Projekt mit einer Gerätespende in Höhe von 20.000 EUR.

"In dem Kooperationsprojekt wollen wir ein neuartiges Sehtestgerät entwickeln, mit dem sich die Korrektur der Sehschärfe bereits vor der Fertigung einer Sehhilfe simulieren lässt", so Projektleiter Kowarschik. Kern der Neuentwicklung wird ein so genannter adaptiver Spiegel sein, der in das Messgerät zur Bestimmung der Sehschärfe - den Phoropter - integriert ist. Dieser Spiegel gleicht die Unregelmäßigkeiten der Augenlinse und der Hornhaut bereits während der Untersuchung aus. "So erhält der Arzt vom Patienten eine unmittelbare Rückmeldung, ob die vorgenommene Einstellung die Sehschärfe verbessert", unterstreicht Prof. Kowarschik einen Vorteil des neuen Sehtestgerätes.

... mehr zu:
»Brille »Sehschärfe

Ein weiterer Vorzug wäre, dass die Unregelmäßigkeiten der Augenlinse und der Hornhaut dann bei der Herstellung der Brillen besser berücksichtigt werden könnten. "Erste Versuche zeigen, dass sich so nicht nur Sehschärfe, sondern vor allem das subjektive Sehempfinden deutlich verbessern lässt", weiß Volker Wiechmann, Geschäftsführer des "OphthalmoInnovation e. V.". "Dies würde zu einer besseren Nachtsicht und einer geringeren Blendempfindlichkeit der Betroffenen führen."

Kontakt:
Prof. Dr. Richard Kowarschik
Institut für Angewandte Optik der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Fröbelstieg 1, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 947651
Fax: 03641 / 947652
E-Mail: richard.kowarschik[at]uni-jena.de

Dr. Ute Schönfelder | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-jena.de/

Weitere Berichte zu: Brille Sehschärfe

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Blasen im Pulsarwind schlagen Funken
22.11.2017 | Max-Planck-Institut für Kernphysik

nachricht Eine Nano-Uhr mit präzisen Zeigern
21.11.2017 | Universität Wien

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Reibungswärme treibt hydrothermale Aktivität auf Enceladus an

Computersimulation zeigt, wie der Eismond Wasser in einem porösen Gesteinskern aufheizt

Wärme aus der Reibung von Gestein, ausgelöst durch starke Gezeitenkräfte, könnte der „Motor“ für die hydrothermale Aktivität auf dem Saturnmond Enceladus sein....

Im Focus: Frictional Heat Powers Hydrothermal Activity on Enceladus

Computer simulation shows how the icy moon heats water in a porous rock core

Heat from the friction of rocks caused by tidal forces could be the “engine” for the hydrothermal activity on Saturn's moon Enceladus. This presupposes that...

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

IfBB bei 12th European Bioplastics Conference mit dabei: neue Marktzahlen, neue Forschungsthemen

22.11.2017 | Veranstaltungen

Zahnimplantate: Forschungsergebnisse und ihre Konsequenzen – 31. Kongress der DGI

22.11.2017 | Veranstaltungen

Tagung widmet sich dem Thema Autonomes Fahren

21.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Reibungswärme treibt hydrothermale Aktivität auf Enceladus an

23.11.2017 | Geowissenschaften

Leistungsfähigere und sicherere Batterien

23.11.2017 | Energie und Elektrotechnik

Ein MRT für Forscher im Maschinenbau

23.11.2017 | Maschinenbau