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Stuttgarter Know-how für Japans Raumfahrt: Wissenschaftlerin erste ausländische Beraterin der NASDA

28.07.2000


Dr.-Ing. Monika Auweter-Kurtz, Professorin für Raumtransporttechnologie am Institut für Raumfahrtsysteme der Universität Stuttgart, wird für drei Jahre der japanischen Raumfahrtbehörde NASDA als Beraterin zur Verfügung stehen. Es ist das erste Mal, daß die NASDA (National Space Development Agency of Japan) einem ausländischen Wissenschaftler bzw. einer Wissenschaftlerin einen Vertrag dieser Art angeboten hat. An der Universität Stuttgart wird dies als Anerkennung der wissenschaftlichen Arbeit an der Fakultät Luft- und Raumfahrttechnik und insbesondere der Forschergruppe um Prof. Auweter-Kurtz gewertet.

Die Gruppe um Prof. Auweter-Kurtz unterhielt bereits von 1995 bis 1998 eine umfangreiche Forschungskooperation mit Japan. Dabei ging es um Grundlagenuntersuchungen an keramischen Hitzeschutzmaterialien, wie sie derzeit in Japan und in Deutschland für geflügelte Rückkehrfahrzeuge entwickelt werden, und um sogenannte ablative Hitzeschutzsysteme für interplanetare Rückkehrmissionen; diese Systeme tragen dazu bei, daß die Raumfahrzeuge beim Wiedereintritt nicht überhitzt werden. In die Forschungskooperation waren auf japanischer Seite neben der NASDA auch die Großforschungseinrichtungen NAL (National Aerospace Laboratories) und JUTEM (Japan Ultra-high Temperature Materials Research Center) sowie die Firmen MHI (Mitsubishi Heavy Industries), KHI (Kawasaki Heavy Industries) und Nissan sowie auf deutscher Seite MAN eingebunden. Die wissenschaftliche Leitung hatte Prof. Auweter-Kurtz. Aus dieser Zusammenarbeit sind mehrere Veröffentlichungen und Doktorarbeiten entstanden.

Die Beratungstätigkeit der Stuttgarter Wissenschaftlerin umfaßt die Entwicklung und Qualifikation von Hitzeschutzsystemen, der Trägerraketen sowie die Betreuung einer Forschergruppe im Tsukuba Space Center, die Grundlagenuntersuchungen an keramischen Hitzeschutzmaterialien durchführt. Dazu gehören insbesondere die Beurteilung der Testanlagen in Japan, USA und Europa sowie Vorschläge geeigneter Bodentests und deren Begleitung. Prof. Auweter-Kurtz wird sich zur Wahrnehmung dieser Aufgaben jährlich ein bis zwei Mal für jeweils ein bis zwei Wochen in Japan aufhalten. Im August wird sie unter anderem Plasmawindkanaluntersuchungen bei ISAS (Institute of Space and Astronautical Science) begleiten.

Intensive Kontakte auch mit Universitäten
Unabhängig davon bestehen auch auf anderen Gebieten schon seit vielen Jahren intensive Kontakte mit japanischen Universitäten. So arbeitet Prof. Auweter-Kurtz bei elektrischen Antrieben beispielweise mit der Universität Tokyo, der Universität Nagoya, der Universität Tohoku (Sendai) und der Universität Fukuoka zusammen. Zwei ihrer ehemaligen Doktoranden waren in den letzten Jahren als Gastprofessoren für ein Jahr in Japan tätig. Zur Zeit sind zwei japanische Gastprofessoren, Prof. Komurasaki von der Universität Tokio und Prof. Takegahara vom Tokyo Metropolitan Institute of Technology am Institut für Raumfahrtsysteme. Mehrere Studierende haben oder werden in Kürze ihre Studien- beziehungsweise Diplomarbeiten in Japan anfertigen. Diese Kontakte sollen künftig ausgebaut werden.

Das Institut für Raumfahrtsysteme der Universität Stuttgart wird darüber hinaus von der NASDA beauftragt werden, für das geflügelte Rückkehrfahrzeug mit dem Namen HOPE-X ein Temperaturmeßsystem für die Nasenspitze und die Flügelvorderkante zu entwickeln und zu liefern. Die Stuttgarter Raumfahrtwissenschaftler sehen darin eine sehr anspruchsvolle und spannende Aufgabe, schon an den Voruntersuchungen haben mehrere Studierende begeistert mitgearbeitet.

Kontakt:


Prof. Dr.-Ing. Auweter-Kurtz, Institut für Raumfahrtsysteme der Universität Stuttgart, Pfaffenwaldring 31, 70569 Stuttgart, Tel. 0711/685-2378,-2379, Fax 0711/685-7527, e-mail: auweter@irs.uni-stuttgart.de

Ursula Zitzler | idw

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