Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Märkische Fachhochschule erhält 140.000 Mark für die Neutrinoforschung

22.11.2001


Prof. Sohlbach ist Mitglied einer internationalen Forschergemeinschaft

Unter dem Namen OPERA startet in den kommenden Jahren ein umfassendes Experiment zur Bestimmung der Neutrinomasse im Gran-Sasso-Massiv in Italien. Neutrinos sind elektrisch neutrale Teilchen, die sich, ähnlich den Partikeln des Lichtes, den Photonen, mit Lichtgeschwindigkeit fortbewegen. Für die menschlichen Sinne sind die Neutrinos nicht wahrnehmbar, obwohl jeder menschliche Körper ständig Neutrinos aussendet. An dem OPERA-Projekt sind Universitäten und Forschungslabors aus Italien, Frankreich, Türkei, Belgien, Schweiz, Japan, Israel, Russland und Deutschland beteiligt. Zu den deutschen Teilnehmern zählt neben den Universitäten Münster, Hamburg und Rostock auch das Labor für Messwerterfassung und -umformung des Fachbereichs Elektrotechnik und Informationstechnik der Märkischen Fachhochschule (MFH) unter der Leitung von Prof. Dr. Helmut Sohlbach.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat jetzt die Gelder zur Förderung des deutschen Beitrags im Rahmen von OPERA bewilligt. Bis Ende 2003 erhält die MFH insgesamt 140.000 Mark aus dem BMBF-Förderprogramm für die Hochenergiephysik. "Aus diesem Programm sind bisher nahezu ausschließlich rein universitäre Forschergruppen gefördert worden", so Prof. Sohlbach, "umso mehr freue ich mich, dass nun auch ein Entwicklungsprojekt für die Grundlagenforschung an der MFH wird."

Aufgabe der MFH wird es sein, Geräte und Verfahren zu entwickeln, die es erlauben, die Spuren der Neutrinos besser und schneller zu rekonstruieren. Im Untergrundlabor des Gran-Sasso-Massivs wird ab 2002 ein Detektor aufgebaut, der aus ca. 200000 Bleiziegeln besteht, zwischen denen sich photografische Emulsionen befinden. Trifft nun ein Neutrino auf einen der Bleiziegel, so entstehen geladene Teilchen, die Spuren in den photografischen Emulsionen hinterlassen. "Unser Beitrag ist es", erläutert Prof. Sohlbach, " die Verfahren und Technologien zur Analyse dieser photografischen Emulsionen weiterzuentwickeln, um damit schnellere und präzisere Aussagen über die Eigenschaften der Neutrinoreaktionen in den Emulsionen zu erhalten". Und weiter: "Die nun bewilligten Mittel ermöglichen uns, auf Basis des bereits fertigen Konzepts, die Entwicklung des ersten Prototypen zu vollenden, der gegen Ende des ersten Halbjahres 2002 in den Scanning-Laboratorien des Instituts für Kernphysik der Universität Münster und der Universität Neapel eingesetzt wird. Auch die Hochenergiephysik-Gruppe der Universität Bern ist an unserer Entwicklung interessiert".

Die von Prof. Sohlbach entwickelte Technologie trägt jedoch nicht nur dazu bei, noch ungelöste Fragen über das Universums zu lösen, sondern nützt auch den Menschen auf unserem Planeten. Mit der gleichen Technologie, die für die Analyse der photografischen Emulsionen des OPERA-Experiments entwickelt wird, lassen sich auch Probleme der Bildanalyse für medizinisch-biologische Anwendungen bearbeiten. Zur Zeit werden Anwendungen im Bereich der Chromosomen-Analyse für die Diagnostik von Krankheiten in extremen Frühstadien in Zusammenarbeit mit Medizinern der Universität Neapel und Biologen der Universität Manchester untersucht.

Birgit Geile-Hänßel | idw

Weitere Berichte zu: Emulsion MFH Neutrino OPERA

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung
21.02.2017 | Forschungszentrum Jülich

nachricht Sternenmusik aus fernen Galaxien
21.02.2017 | Max-Planck-Institut für Radioastronomie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Im Focus: Breakthrough with a chain of gold atoms

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

Im Focus: Hoch wirksamer Malaria-Impfstoff erfolgreich getestet

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungen

Physikerinnen und Physiker diskutieren in Bremen über aktuelle Grenzen der Physik

21.02.2017 | Veranstaltungen

Kniffe mit Wirkung in der Biotechnik

21.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal vereinbart mit den Betriebsräten Sozialpläne

21.02.2017 | Unternehmensmeldung

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Zur Sprache gebracht: Und das intelligente Haus „hört zu“

21.02.2017 | Messenachrichten