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Adaptive Optik für Großteleskope am MPI für Astronomie

12.11.2001


Wolfgang-Paul-Preis für Roberto Ragazzoni. Im Bild zusammen mit der Bundesministerin für Bildung und Forschung Edelgard Bulmahn während der Preisverleihung in Berlin am 6. November 2001. Dr. Ragazzoni wird den mit vier Millionen DM dotierten Preis benutzen für ein Forschungsprojekt am Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg.


Am Max-Planck-Institut für Astronomie (MPIA) auf dem Königstuhl startet das Projekt "Adaptive Optik für Großteleskope" -- ein Vorhaben an der vordersten Front der Entwicklung optischer Geräte. Scharfe, hoch aufgelöste Bilder fernster Strahlungsquellen sind das wichtigste Ziel der beobachtenden Astronomie. Je größer die Teleskope, desto höher ihr theoretisches Auflösungsvermögen. Deshalb werden heute an den weltweit führenden Forschungszentren Teleskope mit 8 bis 10 Metern Öffnung gebaut, die nur am Erdboden eingesetzt werden können. Am Bau des Large Binocular Telescope (LBT) auf dem Mount Graham in Arizona ist das MPIA direkt beteiligt. Dieses z.Zt. größte Einzelteleskop der Welt ist eine Art gigantischer Feldstecher: Es trägt zwei Einzelspiegel mit je 8,4 Metern Durchmesser auf einer gemeinsamen Montierung. Weiterhin betreibt die Europäische Südsternwarte (ESO) neuerdings auf dem Cerro Paranal in den Chilenischen Anden vier Großteleskope mit je 8,2 Metern Öffnung. Für diese Teleskope werden am MPIA extrem aufwendige Kamerasysteme entwickelt.

Allerdings führt die Turbulenz der Erdatmosphäre zu einem schnellen Zittern und Wabern des vom Teleskop entworfenen Bildes. Erst die diffizile Technologie der Adaptiven Optik (AO) erlaubt die Kompensation der atmosphärischen Schwankungen durch die laufende Messung dieser Bildverformungen und deren Kompensation mittels rechnergesteuerter, schnell deformierbarer Spiegel, die in den Strahlengang der Teleskopriesen eingebracht sind: das Bild wird "entwackelt".

An der Entwicklung der AO für Großteleskope sind heute weltweit die besten Wissenschaftler und Techniker beteiligt. Es ist dem MPIA gelungen, Dr. Roberto Ragazzoni von der Universität Padua nach Heidelberg zu holen: Ragazzoni hat zur gegenwärtigen rasanten Entwicklung der AO herausragende Beiträge geleistet. Dafür wurde ihm am 6. November der Wolfgang-Paul- Preis verliehen -- der höchst dotierte deutsche Wissenschaftspreis, den das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und die Alexander-von-Humboldt-Stiftung gemeinsam vergeben. Ragazzoni erhielt für seine Forschung am MPIA 4 Mio DM: Mit diesem Geld soll im Laufe der nächsten drei Jahre das AO-System für das Large Binocular Telescope entwickelt werden.

CHV Die Adaptive Optik ist nicht nur für die astrophysikalische Grundlagenforschung von entscheidender Bedeutung -- sie wird auf zahlreichen anderen Gebieten, u.a. in der Medizin, gänzlich neue Möglichkeiten eröffnen. Aus diesem Grunde wird in Heidelberg an der AO nicht nur am MPIA sondern auch an der Universität (unter anderem am Institut für Angewandte Physik), an der Landessternwarte und am MPI für Biomedizinische Forschung gearbeitet. Damit wird sich HD bald zu einem bedeutenden Zentrum der Forschung auf diesem Gebiet entwickelt.

Dr. Stefan Hippler | Pressemitteilung

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