Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Laser im Taschenformat

04.05.2006


Bund fördert Entwicklungsprojekt von Physikern der Universität Jena



Laser eignen sich für die Herstellung von Zahnimplantaten ebenso wie zur Korrektur von Fehlsichtigkeiten der Augen. Sie können für die Analyse von Prozessen verwendet werden oder für die Bearbeitung von Materialien. Doch oft sind die Lasersysteme zu groß, zu unhandlich, zu empfindlich und zu teuer. Das Institut für Angewandte Physik (IAP) der Friedrich-Schiller-Universität Jena arbeitet derzeit im Verbund mit weiteren wissenschaftlichen Einrichtungen an neuen Konzepten für Lasersysteme mit minimalisierter Aufbautechnik.

... mehr zu:
»Laser »Lasersystem »Physik


Ziel des neuen Vorhabens ist der Aufbau eines Faserlasersystems unter Einsatz neuartiger photonischer Komponenten, erläutert der Inhaber des Lehrstuhls für Angewandte Physik Prof. Dr. Andreas Tünnermann. Dabei sind die wesentlichen Komponenten in den Lichtleiter integriert, der somit nicht nur das Licht von der Quelle zum Bearbeitungsobjekt transportiert, sondern gleichzeitig aktives Medium ist, beschreibt Tünnermann. Der Vorteil dieses Konzeptes besteht darin, dass das Licht den Leiter an keiner Stelle verlässt und somit störende Wechselwirkungen ausgeschlossen werden können.

Im Vergleich zu herkömmlichen Systemen soll der angestrebte Laser deutlich kleiner, robuster und vor allem um den Faktor 20 billiger werden. Statt rund 100.000 Euro könnte der minimalisierte Laser für gerade einmal 5.000 Euro zu haben sein. Projektleiter Dr. Jens Limpert verweist auf weitere Vorteile des geplanten Systems. Bisher benötigen die Laser viel Platz, müssen von einem Techniker aufgebaut und justiert werden und sind damit kaum mobil einsetzbar. Gelingt das Vorhaben, passe das neue Lasersystem in einen kleinen Kasten von etwa der doppelten Größe einer externen Festplatte. Aufgrund seiner integrierten Bauweise könnte das fertig justierte System vom Anwender direkt bedient werden - und zwar überall dort, wo er es gerade benötigt.

Die Arbeit an den Konzepten für derartige Lasersysteme laufe im Rahmen des bundesweiten Projektverbandes "Femtonik" bereits seit einigen Jahren, sagt Prof. Tünnermann. Jetzt fördert das Bundesforschungsministerium die Physiker der Universität Jena erneut mit über 533.000 Euro, mit denen in den kommenden drei Jahren ein Teilprojekt zur Miniaturisierung des Systems realisiert werden soll. "Bei der Arbeit an dem Laser laufen Grundlagenforschung und die Entwicklung anwendungsbereiter Systeme parallel", sagt Prof. Tünnermann, der in Personalunion IAP-Direktor und Direktor des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Optik und Feinmechanik ist. Deshalb werde auch die Industrie in die Forschungen einbezogen.

Kontakt:
Prof. Dr. Andreas Tünnermann
Institut für Angewandte Physik der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Winzerlaer Str. 10, 07745 Jena
Tel.: 03641 / 657640
E-Mail: tuennermann[at]iap.uni-jena

Axel Burchardt | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-jena.de/

Weitere Berichte zu: Laser Lasersystem Physik

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Maschinelles Lernen im Quantenlabor
19.01.2018 | Universität Innsbruck

nachricht Seltsames Verhalten eines Sterns offenbart Schwarzes Loch, das sich in riesigem Sternhaufen verbirgt
17.01.2018 | ESO Science Outreach Network - Haus der Astronomie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal vereinbart mit dem Betriebsrat von RWG Sozialplan - Zukunftsorientierter Dialog führt zur Einigkeit

19.01.2018 | Unternehmensmeldung

Open Science auf offener See

19.01.2018 | Geowissenschaften

Original bleibt Original - Neues Produktschutzverfahren für KFZ-Kennzeichenschilder

19.01.2018 | Informationstechnologie