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Venus im Spezialglas-Visier - Kleine Linsen für große Bilder

13.04.2006


Die Spezialkamera der Raumsonde Venus Express filmt mit Linsen aus strahlungsstabilisierten Gläsern und Filtern von Schott.

Wenn die Raumsonde Venus Express in diesen Tagen bisher noch nicht gesehene Bilder von der Venus aufnimmt, ist Technologie von Schott beteiligt. „Unsere knapp vier Millimeter kleinen Linsen aus strahlungsstabilisierten Spezialgläsern sorgen dafür, dass die ‚Venus Monitoring Camera’ (VMC) eine schwierige Aufgabe meistern kann“, erläutert Dr. Udo Ungeheuer, Vorstandsvorsitzender des Mainzer Technologiekonzerns.

Unbeeinträchtigt von kosmischer Strahlung und widrigen Weltraumbedingungen muss die Kamera Aufnahmen der lebensfeindlichen Gasatmosphäre des bisher wenig erforschten Nachbarplaneten der Erde machen. Die Schott-Spezialgläser bieten hierfür die nötigen Voraussetzungen: Das im Glasmaterial enthaltene chemische Element Cer schützt davor, dass die hochenergetische und ionisierende Strahlung im All die Kameralinsen schwärzt und damit blind macht.

Die im Auftrag des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung (MPS) in Katlenburg-Lindau entwickelte VMC ist ausgestattet mit vier Linsensystemen in einer gemeinsamen Fassung. Die Objektive liefern Bilder im sichtbaren, im ultravioletten sowie in zwei infraroten Spektralbereichen. Auch die zugehörigen schmalbandigen Filter sind aus Spezialglas von Schott gefertigt.

Mit dieser hoch auflösenden Kamera als einziger optischer Ausrüstung sowie zusätzlicher Messtechnik führt Venus Express die erste Venus-Mission der europäischen Weltraumorganisation ESA (European Space Agency) durch. Dabei werden erstmals seit 20 Jahren Struktur, Dynamik und Zusammensetzung der Venus-Atmosphäre untersucht.

Nach ihrer 400 Millionen Kilometer langen Reise umfliegt die Sonde den Planeten derzeit auf einer elliptischen Umlaufbahn im Abstand zwischen 250 und 66.000 Kilometern. Im Visier der Kamera stehen dabei vor allem die Wolkenzirkulation, das Venus-Nachtleuchten, der Wassergehalt in der Atmosphäre sowie Temperaturphänomene.

Das erwartete Filmmaterial wird als äußerst interessant sowohl für die Wissenschaft als auch für die Öffentlichkeit angesehen. Die gesammelten Daten dienen unter anderem als Basis für die Verbesserung von Klimamodellen. Die Wissenschaftler erhoffen sich dadurch Aufschluss über Intensität und Folgen auch des irdischen Treibhauseffekts.

Matthias M. Reinig | SCHOTT AG
Weitere Informationen:
http://www.schott.com

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