Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Rätsel um Saturns riesigen Staubring gelöst

12.04.2006


Astrophysiker der Universität Jena an bahnbrechender Entdeckung beteiligt

... mehr zu:
»Saturn »Staubring »Staubteilchen

Als "Herr der Ringe" wird er oft bezeichnet: Saturn. Den zweitgrößten Planeten unseres Sonnensystems umkreisen prächtige Ringe, die man selbst mit einfachen Teleskopen von der Erde aus beobachten kann. Erst in den 60er Jahren entdeckten Astronomen einen weiteren Ring. Zwar extrem dünn, ist er der größte planetare Ring im ganzen Sonnensystem. "Anders als die klassischen Ringe, die aus zentimeter- bis metergroßen Gesteinsbrocken bestehen, enthält dieser Ring nur winzige Staubteilchen", erklärt Prof. Dr. Alexander Krivov von der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Dieser ausgedehnte staubige Ring um Saturn gab dem Jenaer Experten für kosmischen Staub und seinen Forscherkollegen seit seiner Entdeckung Rätsel auf. Denn dass sich gerade einmal einen Mikrometer große Staubteilchen dauerhaft zu einem Ring anordnen, ist ungewöhnlich. "Normalerweise ist die Lebensdauer derart winziger Teilchen sehr kurz", erklärt Prof. Krivov. In kosmischen Maßstäben bedeutet das maximal 100 Jahre. Deshalb vermuteten die Forscher, dass der Staubring des Saturns aus einer unbekannten Quelle ständig neu gespeist werden muss, um dauerhaft zu bestehen.

Vulkan schleudert Staub ins All


Dieser bislang unbekannten Quelle ist ein internationales Forscherteam unter Beteiligung Krivovs jetzt auf die Spur gekommen. Wie die Wissenschaftler im namhaften Journal "Science" veröffentlichten, schleudert ein Vulkan am Südpol des Saturnmondes Enceladus Staubteilchen und Wasserdampf in die Höhe. Er sorgt so dafür, dass sich der Staubring um Saturn stetig erneuert (Science 2006;31:1416-1418). Diesen ungewöhnlichen Vulkan entdeckte die NASA-Raumsonde Cassini während ihres Vorbeifluges an Enceladus am 14. Juli 2005. Während sich die Sonde dem Saturnmond bis auf 170 Kilometer näherte, konnte der an Bord befindliche Staubdetektor den Ausstoß der Staubteilchen nachweisen. Diesen so genannten "Cosmic Dust Analyzer" haben deutsche Forscher vom Max-Planck-Institut für Kernphysik in Heidelberg entwickelt.

"Die Entdeckung der Staubquelle auf Enceladus war für die Fachwelt eine Sensation", schwärmt Prof. Krivov, der zunächst eine andere Erklärung für den Saturnstaub vermutete. Der russische Astrophysiker, der seit Dezember 2004 an der Universität Jena arbeitet, hatte bereits an der Galileo-Mission zum Jupiter mitgearbeitet und Staubringe um den Jupiter erforscht. "Dort ist es so, dass hauptsächlich Einschläge kleiner Meteoriten auf Monden Staub aufwirbeln." Das passiert auf den Saturnmonden zwar auch, wie Krivov inzwischen weiß. "Im Vergleich zu den Staubmengen, die Enceladus abgibt, fällt das aber kaum ins Gewicht."

Kontakt:
Prof. Dr. Alexander V. Krivov
Astrophysikalisches Institut und Sternwarte der Universität Jena
Schillergässchen 2-3, 07745 Jena
Tel.: 03641 / 947-530 (direkt), -501 (Sekretariat)
Fax: 03641 / 947512
E-Mail: krivov@astro.uni-jena.de

Ute Schönfelder | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-jena.de/

Weitere Berichte zu: Saturn Staubring Staubteilchen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Erforschung von Elementarteilchen in Materialien
17.01.2017 | Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie

nachricht Vermeintlich junger Stern entpuppt sich als galaktischer Greis
16.01.2017 | Ruhr-Universität Bochum

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Im Focus: Studying fundamental particles in materials

Laser-driving of semimetals allows creating novel quasiparticle states within condensed matter systems and switching between different states on ultrafast time scales

Studying properties of fundamental particles in condensed matter systems is a promising approach to quantum field theory. Quasiparticles offer the opportunity...

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Intelligente Haustechnik hört auf „LISTEN“

17.01.2017 | Architektur Bauwesen

Satellitengestützte Lasermesstechnik gegen den Klimawandel

17.01.2017 | Maschinenbau