Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Atmosphäre am Südpol des Saturnmondes Enceladus

10.03.2006


Atmosphäre am Südpol des Saturnmondes Enceladus


Tigerstreifen auf der Oberfläche des Saturnmondes Enceladus


Atmosphäre am Südpol verformt Magnetfeld


Entdeckung durch die Raumsonde Cassini

... mehr zu:
»Enceladus »Saturnmond

Die Geophysiker Professor Dr. Joachim Saur und Professor Dr. Fritz Neubauer von der Universität zu Köln sind Mitentdecker einer Atmosphäre am Südpol des Saturnmondes Enceladus. Eine Reihe von Messinstrumente an Bord der Raumsonde Cassini haben nun unabhängig von einander die Atmosphäre am Südpol bestätigt. Diese Ergebnisse sind in der aktuellen Sonderausgabe des renommierten Magazins Science veröffentlicht.

"Man hat schon lange spekuliert, dass Enceladus noch ein ungelüftetes Geheimnis verbirgt" sagt Joachim Saur. Denn die Oberfläche von Enceladus besteht aus gefrorenem, spiegelglänzendem Wassereis. Enceladus ist daher im Prinzip auch der hellste Körper in unserem Sonnensystem.


Die neu entdeckte Atmosphäre entspringt den so genannten "Tigerstreifen" (engl. tiger stripes). Diese sind eine Art von Gletscherspalten in der Eisoberfläche von Enceladus. Im Inneren dieser Spalten ist die Eistemperatur um einiges wärmer als sonst an der Oberfläche. Die starke Verdunstung dort ist die Quelle der Atmosphäre, die daher auch zum größten Teil aus "Wasserdampf" besteht. Das anschließende teilweise Ausfrieren dieses Wasserdampfes erzeugt die spiegelende, extrem helle Eisoberfläche

Die Kölner Wissenschaftler sind über die Magnetfeldmessungen des Raumfahrzeugs Cassini aktiv an diesen Forschungen beteiligt. Die Analyse der Magnetfelddaten lieferte den ersten Hinweis auf die Atmosphäre. Die Atmosphäre auf Enceladus verformt das Saturnmagnetfeld, das um den Mond anliegt. Saturn besitzt nämlich ein weitreichendes Magnetfeld, das auch noch an seinem Mond Enceladus wirksam ist.

"Aus den Verformungen des Magnetfeldes konnten wir die Existenz der Atmosphäre und dessen Lage um den Südpol erschließen. Dabei zeigte sich, dass die Messungen der Verformung des Magnetfeldes viel empfindlicher sind, als die Messungen der anderen Instrumente auf Cassini" erklärt Fritz Neubauer. Daher kamen die ersten Hinweise auf diese Atmosphäre vom Magnetfeldteam, das von Professor Michele Dougherty vom Imperial College in London geleitet wird. Daraufhin änderte die NASA die Bahn des Raumfahrzeugs. Bei den folgenden näheren Vorbeiflügen konnte die Atmosphäre tatsächlich auch von den anderen Instrumenten beobachtet werden.

Verantwortlich: Dr. Wolfgang Mathias

Für Rückfragen stehen Ihnen Professor Joachim Saur unter der Telefonnummer 0221-470-2310 und der Emailadresse saur@geo.uni.koeln.de und Professor Dr. Fritz Neubauer unter der Emailadresse neubauer@geo.uni-koeln.de zur Verfügung.

Gabriele Rutzen | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-koeln.de/pi/

Weitere Berichte zu: Enceladus Saturnmond

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Waschen für die Mikrowelt – Potsdamer Physiker entwickeln lichtempfindliche Seife
02.12.2016 | Universität Potsdam

nachricht Quantenreibung: Jenseits der Näherung des lokalen Gleichgewichts
01.12.2016 | Forschungsverbund Berlin e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie