Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die Satellitenmission Herschel

02.03.2006


Lieferung des Kölner Beitrags abgeschlossen.


Das Foto zeigt den an der Universität zu Köln gebauten Herschel/HIFI Band 2 Mischer vor der offiziellen Abgabe an das Principal Investigator-Institut SRON in Groningen. Dr. T. Kuhn


Das zweite Foto zeigt die in Köln gebaute fertige Optik-Einheit des Herschel/HIFI-Spektrometers. Dr. T. Kuhn



Die Satellitenmission "Herschel" ist ein Grossprojekt der europäischen Raumfahrtagentur ESA (vierte Cornerstone Mission innerhalb des Cosmic Vision Programme) in Zusammenarbeit mit der amerikanischen Raumfahrtagentur NASA. Ziel dieser für 2008 geplanten Mission ist die Untersuchung des Weltraums im Submillimeter- und Infrarotbereich des elektromagnetischen Spektrums. Das Kölner Observatorium für Submillimeter Astronomie (KOSMA) des I. Physikalischen Instituts arbeitet maßgeblich an der Entwicklung und dem Bau eines der astronomischen Instrumente an Bord des Satelliten, dem Heterodyne-Instrument for the Far-Infrared (HIFI), mit. Professor Dr. Jürgen Stutzki koordiniert als Co-Principal Investigator von HIFI die deutschen Aktivitäten und vertritt die deutschen Interessen im Steering Committee des Konsortiums. Vor wenigen Wochen haben die Kölner Forscher die Lieferung der Flugeinheiten für Herschel/HIFI abgeschlossen.

... mehr zu:
»HiFi »Satellit »Satellitenmission


Zentrale wissenschaftliche Fragestellungen von Herschel sind der Entstehung und Entwicklung von Galaxien im frühen Universum, sowie der Sternentstehung und deren Wechselwirkung mit dem interstellaren Medium gewidmet. Weiterhin werden wichtige chemischen Prozesse innerhalb unserer Heimatgalaxie untersucht, die im bisher noch ungenügend erforschten interstellaren Medium ablaufen. Zudem können Beobachtungen von Kometen und Planeten in unserem Sonnensystem Aufschluss über deren Oberflächen bzw. Atmosphären liefern.

Der Herschel Satellit hat eine Länge von ca. 7.5 m und ein Gesamtgewicht von ca. 3,3 Tonnen. Der Primärspiegel dieses Weltraumteleskops ist mit einem Durchmesser von 3.5 m der grösste Infrarotspiegel in der Geschichte der Raumfahrt. Die Lebensdauer der Mission wird durch das mitgeführte Flüssighelium (ca. 2.500 l) bestimmt, das als Kühlmittel für Teile der Instrumentierung dient. Nominell beträgt die Lebensdauer 3,5 Jahre, wovon die wissenschaftlich genutzte Zeit auf 3 Jahre angesetzt ist. Geplant ist der Start des Herschel Satelliten zusammen mit dem Planck Satelliten im Jahr 2008 mit einer Ariane 5 Rakete der ESA. Nach einem mehrmonatigen Flug wird Herschel in 1,5 Millionen Kilometer Entfernung außerhalb der Erdbahn im so genannten zweiten Lagrange-Punkt seine Beobachtungsposition einnehmen.

Der Herschel Satellit beherbergt drei komplementäre wissenschaftliche Instrumente: den Spectral and Photometric Imaging Receiver (SPIRE), das Photodetector Array Camera and Spectrometer (PACS) und das Heterodyne Instrument for the Far Infrared (HIFI). KOSMA trägt mit der Entwicklung und dem Bau von zwei akusto-optischen Spektrometern mit jeweils 7000 Pixel/ 4GHz Bandbreite (unter Leitung von Professor Dr. Rudolf Schieder und in Zusammenarbeit mit dem MPI für Sonnensystemforschung, Lindau, und dem italienischen Istituo di Radioastronomica, Florenz) und den beiden Detektoren für den Frequenzbereich von 640-800 GHz (unter Leitung von Dr. Karl Jacobs und Dr. Netty Honingh) an zentraler Stelle zu HIFI bei An der Fertigstellung von HIFI arbeiten weltweit 25 renommierte Institute mit. Das HIFI-Konsortium wird vonm Principal Investigator Professor Dr. Thijs de Graauw (SRON Groningen und Universität Leiden) geleitet.

Die Entwicklungsarbeiten für HIFI haben im Jahr 2000 begonnen. Im Verlaufe des Jahres 2005 wurden die Flugeinheiten der Detektoren und Spektrometer an das PI-Institut SRON in Groningen abgeliefert und erste erfolgreiche Testmessungen sind bereits durchgeführt. Die Finanzierung erfolgt über das DLR aus dem deutschen Weltraumprogamm. Die Beteiligung an diesem Projekt hat einer Reihe von Diplomanden und Doktoranden in Köln eine erstklassige Chance gegeben, an vorderster Front in den relevanten Technologiefeldern sowohl zu forschen als auch Entwicklungsarbeit zu leisten und dabei eine praxisorientierte Ausbildung im Umfeld höchst qualifizierter Forschung zu erfahren. Dabei ist besonders zu erwähnen, dass der überwiegende Teil der benötigten Technologien im Institut selber zur Verfügung steht.

Verantwortlich: Dr. Wolfgang Mathias

Für Rückfragen stehen Ihnen Professor Dr. Jürgen Stutzki unter der Telefonnummer 0221/470-3494, der Fax-Nummer 0221/470-5162 und unter der Email-Adresse stutzki@ph1.uni-koeln.de zur Verfügung.

Gabriele Rutzen | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-koeln.de/pi/.

Weitere Berichte zu: HiFi Satellit Satellitenmission

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion
23.06.2017 | Max-Planck-Institut für Astrophysik

nachricht Individualisierte Faserkomponenten für den Weltmarkt
22.06.2017 | Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften