Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Brite Austria soll Informationen zur Entstehung des Universums liefern

17.02.2006


Erster rein österreichischer Satellit hebt 2007 ab



Der Vertrag zum Bau des ersten rein österreichischen Satelliten wurde heute, Freitag, in Wien von Vertretern der Universitäten im Beisein von Staatssekretär Eduard Mainoni unterzeichnet. Brite Austria, so der Satellitenname, wird in Zusammenarbeit der Technischen Universität Graz (TUG) und der Universität Wien entwickelt. Die Finanzierung von einer halben Mio. Euro übernimmt die Forschungsförderungsgesellschaft (FFG). "Es freut mich sehr, dass wir nun den ersten Satelliten mit rot-weiß-roter Fahne bauen werden", sagte Mainoni bei der Vertragsunterzeichnung.

... mehr zu:
»Austria »Brite »Universum


Brite Austria ist ein fünf Kilogramm schwerer Nanosatellit. Er hat die Form eines Würfels mit einer Kantenlänge von 20 Zentimetern. "Wir haben einen Satelliten entwickelt, der relativ schnell und vor allem kostengünstig produziert werden kann. Die Ausrichtung künftiger Missionen kann somit auf einem soliden technisch-wissenschaftlichen Fundament aufbauen, das wir geschaffen haben. Wir wollen keine Eintagsfliege bauen sondern er soll der Erste in einer Serie von Kleinsatelliten sein", meinte der Rektor der TUG, Hans Sünkl.

Aufgabe des Satelliten ist es, Helligkeiten von Sternen zu messen. "Diese Messungen erlauben es, auf die Struktur der hellsten massereichen Sterne zu schließen und ihre Wechselwirkungen mit der interstellaren Materie zu untersuchen, aus der dann wiederum neue Sterne entstehen", erläuterte der Astronom Werner Weiss von der Uni Wien. Diese Daten können vom Boden aus nur schwer und sehr ungenau beobachtet werden, "hingegen vom Weltall aus sind die Messungen extrem präzise. Dies bringt uns vielleicht ein Stück näher, die Entstehung und Entwicklung des Universums erklären zu können", definierte Weiss gegenüber pressetext die Erwartungen an den Satelliten. Die Auswertung der Daten geschieht in Wien und an einem Partnerinstitut in Toronto.

Gebaut wird der zukünftige Erdtrabant von Wissenschaftlern und Studenten in Graz. "Bei der Entwicklung gehen wir einen neuen Weg der Lehre. Die Realisierung des Hightech-Produktes erfolgt universitäts- und fakultätsübergreifend. Zudem binden wir vermehrt Diplomanten und Dissertanten ein", meinte Projektverantwortlicher Otto Kudelka. Weiters arbeiten die Forscher auch mit Unternehmen aus der Industrie zusammen. Beispielsweise steuere Siemens www.siemens.at die Technik zur Datenkommunikation bei, so Kudelka.

Der Start des TUG SAT-1, so der Serienname, ist für Herbst 2007 geplant. Von welchem Raumhafen der Austro-Sat abheben soll ist noch nicht geklärt. "Das hängt natürlich auch von den Kosten ab", so Klaus Pseiner, Geschäftsführer der FFG. "Wir hoffen, dass wir einen günstigen Startplatz finden werden." Aktuell liege der Startpreis zwischen 15.000 - 20.000 Euro pro Kilogramm, meinte Kudelka. Nach erfolgreichem Aussetzen im All soll Brite Austria mindestens zwei Jahre lang Daten liefern. "Die durchschnittliche Lebensdauer eines solchen Satelliten liegt bei etwa fünf Jahren. Ich hoffe allerdings, dass alles optimal verläuft und er bis über meine Pensionierung hinaus Daten liefern wird", zeigte sich Weiss optimistisch.

Andreas List | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.tugraz.at
http://www.ffg.at
http://www.univie.ac.at

Weitere Berichte zu: Austria Brite Universum

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Optische Technologien für schnellere Computer / „Licht“ mit Wespentaille
16.08.2017 | Universität Duisburg-Essen

nachricht Sternenstaub reist häufiger in Meteoriten mit als gedacht
15.08.2017 | Max-Planck-Institut für Chemie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Im Focus: Exotic quantum states made from light: Physicists create optical “wells” for a super-photon

Physicists at the University of Bonn have managed to create optical hollows and more complex patterns into which the light of a Bose-Einstein condensate flows. The creation of such highly low-loss structures for light is a prerequisite for complex light circuits, such as for quantum information processing for a new generation of computers. The researchers are now presenting their results in the journal Nature Photonics.

Light particles (photons) occur as tiny, indivisible portions. Many thousands of these light portions can be merged to form a single super-photon if they are...

Im Focus: Wissenschaftler beleuchten den „anderen Hochtemperatur-Supraleiter“

Eine von Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) geleitete Studie zeigt, dass Supraleitung und Ladungsdichtewellen in Verbindungen der wenig untersuchten Familie der Bismutate koexistieren können.

Diese Beobachtung eröffnet neue Perspektiven für ein vertieftes Verständnis des Phänomens der Hochtemperatur-Supraleitung, ein Thema, welches die Forschung der...

Im Focus: Tests der Quantenmechanik mit massiven Teilchen

Quantenmechanische Teilchen können sich wie Wellen verhalten und mehrere Wege gleichzeitig nehmen, um an ihr Ziel zu gelangen. Dieses Prinzip basiert auf Borns Regel, einem Grundpfeiler der Quantenmechanik; eine mögliche Abweichung hätte weitreichende Folgen und könnte ein Indikator für neue Phänomene in der Physik sein. WissenschafterInnen der Universität Wien und Tel Aviv haben nun diese Regel explizit mit Materiewellen überprüft, indem sie massive Teilchen an einer Kombination aus Einzel-, Doppel- und Dreifachspalten interferierten. Die Analyse bestätigt den Formalismus der etablierten Quantenmechanik und wurde im Journal "Science Advances" publiziert.

Die Quantenmechanik beschreibt sehr erfolgreich das Verhalten von Partikeln auf den kleinsten Masse- und Längenskalen. Die offensichtliche Unvereinbarkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

Sensibilisierungskampagne zu Pilzinfektionen

15.08.2017 | Veranstaltungen

Anbausysteme im Wandel: Europäische Ackerbaubetriebe müssen sich anpassen

15.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Neue Einblicke in die Welt der Trypanosomen

16.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Maschinensteuerung an Anwender: Intelligentes System für mobile Endgeräte in der Fertigung

16.08.2017 | Informationstechnologie

Komfortable Software für die Genomanalyse

16.08.2017 | Informationstechnologie