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Der aufwändige Weg zum Saturn und seinem Mond "Titan"

07.11.2005


Würzburger Weltraum-Experte spricht am 9. November, 17 Uhr im Ernst-Abbe-Kolloquium in Jena



Sieben Jahre hat es gedauert, bis die Raumsonde den "Titan" erreicht hat. Jenen Mond des Saturn, den zuvor kein Mensch wirklich gesehen hatte, da seine Atmosphäre aus blickdichten Methan-Wolken besteht. Erst die Cassini/Huygens-Mission, 1997 gestartet und vor nicht einmal einem Jahr auf Titan angekommen, ermöglicht digitale Blicke auf die Oberfläche. Bilder von bizarren Landschaften aus Eis und Gestein hat die zweiteilige Raumsonde auf die Erde gefunkt. Wegen der vorherrschenden eisigen Temperaturen (ca. minus 180 °C) zwar nur 70 Minuten lang, dies reichte aber aus, um uns deutliche Vorstellungen über den weit entfernten Mond zu vermitteln.



Solche Bilder mit Flüssen und Seen auf dem Titan sind am kommenden Mittwoch (9.11.) im Ernst-Abbe-Kolloquium, das die Friedrich-Schiller-Universität gemeinsam mit der Ernst-Abbe-Stiftung veranstaltet, zu sehen. Um 17.00 Uhr spricht der Würzburger Roboter- und Weltraumexperte Prof. Dr. Klaus Schilling im Zeiss-Planetarium (Am Planetarium 5) über "Die Cassini/Huygens-Mission zum Saturnmond Titan". Die Öffentlichkeit ist zu diesem allgemeinverständlichen Vortrag herzlich eingeladen, der Eintritt ist frei.

Mit der Cassini/Huygens-Mission werden der Saturn und seine Monde erforscht. Der Cassini-Orbiter, der mindestens vier Jahre den zweitgrößten Planeten im Sonnensystem umrunden soll, brachte die Kapsel Huygens bis an ihr Ziel. Dies erreichte sie autonom am 14. Januar 2005, als sie in die Titanatmosphäre eintrat und dabei wichtige Daten über deren Zusammensetzung sammelte. Bereits zuvor waren dort organische Moleküle nachgewiesen worden. Jetzt konnten auch Aerosole gemessen werden. Die Atmosphäre hat einen Zustand, der dem auf der Erde vor etwa drei bis vier Milliarden Jahren gleicht.

Diese Expedition der europäischen (ESA), italienischen (ASI) und der amerikanischen Weltraumagenturen (NASA) in die Tiefen des Raums gehört zu den teuersten und ambitioniertesten Projekten. Doch das Ergebnis beweist: Der Aufwand hat sich gelohnt. Wie schwierig es war, die optimale Flugbahn zu berechnen und welche enormen technischen Hürden gemeistert werden mussten, bevor die einmaligen Messergebnisse und Bilder die Erde erreichen konnten, wird Prof. Schilling darlegen. Der Informatiker, der früher in der Raumfahrtindustrie tätig war, entwickelte das adaptive Abstiegssystem der Huygens-Sonde. Ein Schwerpunkt seiner Forschungen liegt bei Kontrollsystemen für autonome und ferngesteuerte Roboter.

Neben den faszinierenden Bildern vom Titan und dem anstrengenden Weg bis dahin wird der Würzburger Professor für Robotik und Telematik in der Diskussion sicher auch auf den Piko-Satelliten "UWE-1" (Universität Würzburg Experimentalsatellit) eingehen, den er mit Studenten gebaut hat. Am 28. Oktober 2005 wurde der 10 cm große würfelförmige Satellit erfolgreich ins All geschickt und funktioniert ungestört, während der Kontakt zum - ebenfalls von Studenten aus ganz Europa gebauten - Trägersatelliten "SSETI-Express" verloren ging. In Jena wird Prof. Schilling sicher Neues über die Zukunft dieses Satellitenprojektes erzählen.

Axel Burchardt | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-jena.de/

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