Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mission ins Sonnensystem mit Kieler Technik

26.09.2005


Der Kieler Exportartikel fürs All: Das Messgerät SEPT misst die Energie, die von der Sonne schubweise freigesetzt wird. Copyright: Christian-Albrechts-Universität zu Kiel


Energiereiche Ausbrüche der Sonne, wie dieser am 13. September dieses Jahres mit einem Spezialinstrument aufgenommene, werden mit der Kieler Technik genauer erforscht. Foto: SOHO (ESA & NASA)


Extraterrestrische Forschung der Uni Kiel im Auftrag der NASA

... mehr zu:
»Luft- und Raumfahrt »Mission

Weltraumphysiker der Kieler Universität haben für die US-Raumfahrtbehörde NASA ein Gerät entwickelt, das energiereiche Ausbrüche auf der Sonne messen soll. Sechs Jahre lang hat die Arbeitsgruppe von Professor Robert Wimmer-Schweingruber vom Institut für Experimentelle und Angewandte Physik an SEPT (Solar Electron and Proton Telescope) gearbeitet, vier baugleiche Exemplare dieses Instruments sind jetzt an die USA ausgeliefert worden. Im Goddard Raumfahrtzentrum in Maryland wird geprüft, ob alle Systeme der Instrumente funktionieren und mit ihren Trägern - zwei Raumsonden - gut zusammenarbeiten. Voraussichtlich im April 2006 starten die Geräte dann auf einer Rakete vom Cape Canaveral/Florida und bilden die NASA-Mission STEREO (Solar TErrestrail RElations Observatory).


Die Wissenschaftler erhoffen sich von der Mission Aufschlüsse über die dreidimensionale Struktur der energiereichen Ausbrüche auf der Sonne, die unter anderem Nordlichter, aber auch empfindliche Störungen von Satelliten hervorrufen können. Mit Hilfe der Ergebnisse können sie dann zukünftig prognostiziert werden. Um zu erfahren, wie diese Gasausbrüche energetisch zusammengesetzt sind, werden jeweils zwei der Kieler Messgeräte direkt auf eine Raumsonde montiert. Eine der Sonden eilt der Erde auf ihrer Bahn um die Sonne voraus, die zweite folgt der Erde im gleichen Abstand. "So entsteht die dreidimensionale Messung, die diese Mission so einzigartig macht", erklärt Professor Wimmer-Schweingruber.


Die Kieler Messgeräte fangen die energiereichen Elektronen und Protonen ein, wandeln sie in Ladung um und messen so die Energie. Ab April werden die Daten per Satellit übertragen und wiederum in Kiel ausgewertet. Derzeit bereiten die Wissenschaftler hierfür die Datenbanken vor.

Die Abteilung Extraterrestrische Physik der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) ist seit dreißig Jahren an Weltraumprojekten mit unterschiedlichen internationalen Partnern beteiligt. "Auf dem Gebiet der kosmischen Teilchenstrahlung macht uns niemand etwas vor", meint Professor Wimmer-Schweingruber. Am aktuellen NASA-Projekt sind auch die europäische Raumfahrtbehörde ESA und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt beteiligt.

Kontakt:
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Institut für Experimentelle und Angewandte Physik
Professor Robert Wimmer-Schweingruber
Tel: 0431/880-3964, Fax: 0431/880-3968
e-mail: wimmer@physik.uni-kiel.de
ab 28.09.: Reinhold Müller-Mellin, Tel: 0431/880-3227
e-mail: mueller-mellin@physik.uni-kiel.de

Susanne Schuck | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-kiel.de

Weitere Berichte zu: Luft- und Raumfahrt Mission

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Neue Harmonien in der Optoelektronik
21.07.2017 | Georg-August-Universität Göttingen

nachricht Von photonischen Nanoantennen zu besseren Spielekonsolen
20.07.2017 | Friedrich-Schiller-Universität Jena

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungen

Den Nachhaltigkeitskreis schließen: Lebensmittelschutz durch biobasierte Materialien

21.07.2017 | Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einblicke unter die Oberfläche des Mars

21.07.2017 | Geowissenschaften

Wegbereiter für Vitamin A in Reis

21.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten