Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mit Röntgenstrahlen den Magnetismus erforschen

23.09.2005


RUB-Sonderforschungsbereich erhält Nachwuchsgruppe / Zusätzliche Förderung durch die DFG für vier Jahre



Der magnetischen Mikroskopie von Nanostrukturen und Heteroschichten widmet sich eine neue Nachwuchsforschergruppe am Sonderforschungsbereich 491 "Magnetische Heteroschichten" unter der Leitung von Dr. Thomas Eimüller. Die Forscher bedienen sich der Transmissions-Röntgenmikroskopie, um die Eigenschaften von magnetischen Heteroschicht-Systemen zu erforschen. Solche Systeme finden z.B. in Computer-Festplatten oder magnetooptischen Speichermedien Verwendung und sollen die Grundlage einer künftigen, auf Magnetismus basierten Elektronik bilden. Die Nachwuchsgruppe wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft für vier Jahre mit der Option auf ein weiteres Jahr mit 368.000 Euro gefördert.



Computer: Immer kleiner ...

Die ständig wachsende Speicherdichte erfordert immer kleinere Strukturen und damit immer leistungsfähigere Mikroskope, um diese zu untersuchen. Da sichtbares Licht für die Nanostrukturen zu "grob" ist, verwenden die Wissenschaftler intensive, polarisierte Röntgenstrahlung, für die sie an so genannte Synchrotronstrahlungsquellen nach Berlin, Zürich oder nach Berkeley in Kalifornien reisen. Die dortigen Röntgenmikroskope können magnetische Strukturen sichtbar machen, die mehr als tausendmal kleiner sind als ein menschliches Haar.

... und immer schneller

Neben der fortschreitenden Miniaturisierung werden Computer aber auch immer schneller. Um fundamentale Hochgeschwindigkeitsprozesse im Magnetismus untersuchen zu können, wollen die Nachwuchswissenschaftler daher in Bochum eines der weltweit schnellsten Mikroskope bauen. Es verwendet einen Kurzpuls-Laser, der Lichtblitze von zwölf Femtosekunden (Billiardstel Sekunden) erzeugt. "In diesem kaum vorstellbar kurzen Zeitabschnitt durchquert das Licht, das in einer Sekunde fast bis zum Mond fliegt, eine Wegstrecke von nicht einmal vier Tausendstel Millimetern", verdeutlicht Dr. Eimüller. Er träumt davon, das Mikroskop auch für die Herstellung von dreidimensionalen Kunststoff-Nanostrukturen und zur Untersuchung biologischer Systeme zu verwenden.

Vier Mitarbeiter in der Nachwuchsgruppe

In der Nachwuchsgruppe arbeiten neben dem Gruppenleiter ein Post-Doktorand, ein Doktorand und ein Techniker. Die Nachwuchsgruppe richtet ihre Laborräume am Lehrstuhl für Experimentalphysik/Festkörperphysik ein.

Dr. Thomas Eimüller hat im Juni 2002 in Würzburg in der Gruppe von Frau Prof. Schütz "mit Auszeichnung" über das Thema "Magnetic imaging of nanostructured systems with Transmission X-ray Microscopy" promoviert und war von 2003 bis 2004 Postdoc am Stanford Linear Accelerator Center (SLAC) und an der Advanced Light Source (ALS) in Berkeley, wo er mikroskopische Untersuchungen zur Dynamik magnetischer Systeme durchgeführt hat. Zuletzt war er am Max-Planck-Institut in Stuttgart in der Gruppe von Frau Prof. Schütz verantwortlich für den Aufbau eines Röntgenmikroskops am Berliner Synchrotron BESSY.

Weitere Informationen

Dr. Thomas Eimüller, Fakultät für Physik und Astronomie der Ruhr-Universität, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-23648, E-Mail: thomas.eimueller@rub.de

Dr. Josef König | idw
Weitere Informationen:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/

Weitere Berichte zu: Magnetismus Nachwuchsgruppe Nanostruktur

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht 3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind
24.05.2017 | Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie GmbH

nachricht Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft
24.05.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten