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Jülicher Chopper laufen reibungslos

20.07.2005



Ein Präzisions-Instrument haben die Ingenieure des Forschungszentrums Jülich im Juli fertiggestellt. Den 350 Tausend Euro teuren Neutronen-Doppel-Chopper haben die Jülicher als Generalunternehmer für das amerikanische Institut für Standards und Technologie NIST komplett geplant und gebaut. Mit den zwei geschlitzten Scheiben des Choppers wird ein Neutronen-Strahl in kleine Pulse "geschnitten" und gefiltert: Nur Neutronen mit der passenden Geschwindigkeit können die rotierenden Scheiben passieren. Derart modifizierte Strahlen dienen in der Materialforschung dazu, Strukturen im Nanometerbereich und Prozesse mit hoher zeitlicher Auflösung zu untersuchen. Besonderes Jülicher Know-how floss in die magnetische Lagerung der Scheiben. "Berührungslos, reibungslos und verschleißfrei werden die Scheiben in der Schwebe gehalten", erklärt Dr. Hermann Stelzer von der Zentralabteilung Technologie, "sogar ohne Kühlung sind so Drehgeschwindigkeiten bis zu 18.000 Umdrehungen pro Minute möglich". Dazu messen Sensoren die Lage der Achse aus, und die Elektronik steuert kontinuierlich die Stärke der Magnetfelder. Zahlreiche Forschungsinstitute weltweit nutzen die patentierte Technik aus Jülich.


WASA-Detektor auf Reisen

Die ersten Teile des rund 10 Millionen Euro teuren Teilchendetektors WASA trafen Anfang Juli im Forschungszentrum Jülich ein. Für einen sicheren Transport des empfindlichen Gerätes wurde es in sieben Einzelteile zerlegt. Das Instrument ist fünf Meter hoch, vier Meter breit und sieben Meter lang. Vom bisherigen Einsatzort im schwedischen Uppsala zieht es bis Ende Oktober komplett nach Jülich um. Sein Betrieb am Beschleunigerring COSY ermöglicht es, Teilchen aus Protonenkollisionen bei Energien bis zu 3 GeV zu vermessen. "Wir erhoffen uns neue Einblicke in die elementaren Symmetrien der Teilchenphysik", sagt Prof. James Ritman vom Institut für Kernphysik. Insbesondere das Teilchen namens "eta prime" möchte der Physiker genau studieren. Innerhalb von wenigen Tagen könnte WASA mehr Daten über das seltene eta prime sammeln als alle Experimente zuvor zusammen. Dies könnte auch ein neues Licht auf den Verbleib der Anti-Materie im frühen Universum werfen. Der WASA-Detektor nutzt ein einmaliges Target-System: Der Protonenstrahl des Beschleunigerrings COSY trifft im Detektor auf mikrometer-feine Tröpfchen aus gefrorenem Wasserstoff. Ohne störende Behälterwände kommt es direkt zu Zusammenstößen zwischen Protonen. Außen lassen kompakte, supraleitende Magnetspulen genug Platz für Messgeräte. "Große Bereiche sind mit Szintillatoren und Photonenvervielfachern ausgestattet", erklärt Ritman, "Das eröffnet ein neues Fenster in diesen Energiebereich". WASA ("Wide Angle Shower Apparatus") wird nach ausgiebigen Tests Mitte 2006 in Betrieb gehen.


Brennstoffzelle als Innovationsmotor für die Euregio

Die Brennstoffzelle ist der Hoffnungsträger für die Energiewirtschaft von morgen. Über die Möglichkeiten, die die Brennstoffzellen des Forschungszentrums Jülich bereits heute bieten, haben sich 35 Unternehmer aus der Region Aachen-Maastricht im Juni informiert. Der Besuch bildet den Auftakt einer Seminarreihe für mittelständische Betriebe. Regelmäßig sollen sie Einblick in die aktuelle Brennstoffzellen-Forschung bekommen. Themen waren die Stromerzeugung aus Wasserstoff und Methanol, das Herstellen von Brenngas aus Erdgas, Diesel und Benzin sowie die Vorteile von mobilen Brennstoffzellen für den Verkehr. Darüber hinaus soll die Veranstaltung als Schnittstelle dienen, um einen Wissenstransfer und Kooperationen zwischen dem Forschungszentrum und Unternehmen voranzutreiben. Damit kann die regionale Industrie ihren Standortvorteil nutzen und vom "Wissenskapital" des Forschungszentrums Jülich profitieren.

In Zusammenarbeit mit der Industrie- und Handelskammer Aachen und der Kamer van Koophandel Zuid-Limburg wird das nächste Seminar im September am Jülicher Institut für Werkstoffe und Verfahren der Energietechnik stattfinden.

Kosta Schinarakis | Forschungszentrum Jülich
Weitere Informationen:
http://www.fz-juelich.de

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