Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

RUB-Forscher beenden astronomisches Rätselraten um Quasare

01.07.2005


Auf den Blickwinkel kommt es an - Quasare: Vereinheitlichendes Modell trifft zu


Schematische Darstellung des vereinheitlichenden Quasar-Modells



Ein jahrelanges Rätsel um den Aufbau von Quasaren, hell leuchtenden Kernen von Galaxien, wurde nun gelöst durch die Beobachtung von Ralf Siebenmorgen (ESO), Martin Haas (Astronomisches Institut der Ruhr-Universität, AIRUB), Endrik Krügel (Max Planck Institut für Radioastronomie, Bonn) und Bernhard Schulz (Caltech). Ihnen gelang mit dem Spitzer Space Telescope erstmals der Nachweis, dass alle Quasare nach einem bestimmten Muster aufgebaut sind und nur je nach Blickwinkel unterschiedlich zu sein scheinen. Ihre Beobachtung ist im Fachjournal Astronomy & Astrophysics veröffentlicht.

... mehr zu:
»Blickwinkel »QUASAR »Quasare


Einheitliches Modell stand lange in Frage

Im Inneren von Quasaren befindet sich ein schwarzes Loch, das die umgebende Materie ansaugt, wobei enorme Strahlung freigesetzt wird. Das vereinheitlichende Modell geht davon aus, dass alle Quasare nach dem gleichen Muster aufgebaut und von einem Ring aus Gas und Staub umgeben sind. Bislang war diese Annahme aber nicht zweifelsfrei nachgewiesen: Die theoretisch vorhergesagten Merkmale des Staubrings wurden bislang nicht in den Spektren von Quasaren beobachtet. Das Problem ist, dass die Erscheinung eines Quasars wesentlich davon abhängt, aus welchem Blickwinkel man ihn beobachtet: "Blickt man von oben auf den Ring aus Staub, dann sollte man die charakteristische Silikat-Strahlung von der Innenwand des Staubrings sehen; ist der Ring so orientiert, dass wir ihn von der Seite sehen, dann wird diese Strahlung von den äußeren Schichten des Rings verdeckt", erklärt Dr. Martin Haas. Bisher gelang es nicht, die bei Draufsicht auf den Ring theoretisch vorhergesagte charakteristische Silikatemission zu beobachten. Die Folge waren über 15 Jahre hinweg immer wieder Zweifel und neue Änderungen am einheitlichen Modell.

Bestätigung durch Empfindliche Messgeräte

Das Rätselraten endete erst mit Beobachtungen mit dem Spitzer Space Telescope, das Aufnahmen von unerreichter Genauigkeit liefert und das gesamte benötigte Spektrum abdeckt. Mit seiner Hilfe gelang nun der Nachweis, dass das vereinheitlichende Modell tatsächlich zutrifft. Mit dem Spitzer Telescope zeichneten die Forscher die Spektren von mehreren Quasaren im Infrarotbereich auf. Mit den besonders empfindlichen Geräten konnte die Strahlung, die Silikatstaub bei einer Wellenlänge von zehn Mikrometern im umgebenden Ring aussendet, beim richtigen Blickwinkel gemessen werden. "Inzwischen wurden unsere Beobachtungen erfreulicherweise von anderen Teams bestätigt und sogar um weitere Beobachtungen bei einer Wellenlänge von 18 Mikrometern ergänzt", so Dr. Haas.

Dr. Josef König | idw
Weitere Informationen:
http://www.rub.de

Weitere Berichte zu: Blickwinkel QUASAR Quasare

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Sterngeburt in den Winden supermassereicher Schwarzer Löcher
28.03.2017 | ESO Science Outreach Network - Haus der Astronomie

nachricht Das anwachsende Ende der Ordnung
27.03.2017 | Universität Konstanz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hannover Messe: Elektrische Maschinen in neuen Dimensionen

28.03.2017 | HANNOVER MESSE

Dimethylfumarat – eine neue Behandlungsoption für Lymphome

28.03.2017 | Medizin Gesundheit

Antibiotikaresistenz zeigt sich durch Leuchten

28.03.2017 | Biowissenschaften Chemie