Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die Astronomie hält Einzug in die Augenheilkunde

13.04.2005


Im Labor für Weltraumforschung und Astrophysik (LESIA) arbeitet man häufig an Visualisierungstechniken. Das Hauptproblem der Astronomen bei der Bildanalyse sind meist die von der Erdatmosphäre verursachten Turbulenzen, wenn sich das Teleskop auf der Erde befindet. Das vom Teleskop entworfene Bild ist dann von einem schnellen Zittern und Beben gekennzeichnet, das man mit adaptiven Optiken zu beseitigen versucht. Dafür werden die Bildverformungen beständig gemessen und eine Kompensation mittels rechnergesteuerter, schnell deformierbarer Spiegel erzeugt, um das Bild zu "entwackeln".

... mehr zu:
»Augenheilkunde »LESIA

In der Augenheilkunde steht man vor ähnlichen Problemen: die Tränendrüse und die schnellen unvermeidlichen Augenbewegungen verursachen ähnliche Turbulenzen bei der Beobachtung der Photosensoren der Retina. Dadurch kamen die Forscher auf die Idee, die adaptive Optik auch in diesem Bereich anzuwenden.

Zusammen mit Physikern und Ärzten haben Astronomen des LESIA einen hochauflösenden Tomographen entwickelt, um Elemente von bis zu 3 µm beobachten zu können, wie beispielsweise die Zapfen, die das Licht in der Retina reflektieren. Bei einigen Krankheiten, wie der Makula - Degeneration, sind diese Zapfen betroffen. Ein Gerät mit dieser Hochauflösung könnte eine Früherkennung der Krankheit und somit bessere Therapieformen ermöglichen. Jetzt wird ebenfalls untersucht, ob dieses neue Gerät nicht auch im chirurgischen Bereich eingesetzt werden könnte.


Erst kürzlich wurde eine klinische Studie mit 240 Patienten in einem Pariser Krankenhaus begonnen. Allerdings sind die zur Zeit vorliegenden Ergebnisse für Patienten, die auch kurzsichtig oder astigmatisch sind, noch nicht sehr vielversprechend. Die verwendeten deformierbaren Spiegel können diesen Mangel nicht gleichzeitig mit der adaptiven Optik korrigieren. Forscher der Pariser Hochschule für industrielle Physik und Chemie (ESPCI) arbeiten jedoch bereits daran, damit alle Patienten von dieser Innovation profitieren können und das Unternehmen, Mauna Kea Technologies, hat sich schon für die kommerzielle Entwicklung des Gerätes bereit erklärt.

Kontakt: François Lacombe
LESIA Observatoire de Paris, Section de Meudon 5, place Jules Janssen
92195 MEUDON Cedex

e-mail: francois.lacombe@obspm.fr
Tel.: +33 1 45 07 75 49
Fax: +33 1 45 07 28 06

Quelle: Pressebericht vom CNRS vom 31. März, www2.cnrs.fr/presse/communique/645.htm und die Webseite des Projektes www.lesia.obspm.fr/astro/optada/OEIL/pages/accueil.html

Redakteur: Jérôme Segal, Jerome.Segal@diplomatie.fr

----------------------

Wissenschaft-Frankreich (Nr. 74, 07.April 2004)
Französische Botschaften in Deutschland, Österreich und der Schweiz
Kostenloses Abonnement durch E-Mail : sciencetech@botschaft-frankreich.de

Jérôme Rougnon-Glasson | Wissenschaft-Frankreich
Weitere Informationen:
http://www.wissenschaft-frankreich.de

Weitere Berichte zu: Augenheilkunde LESIA

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Schnell wachsende Galaxien könnten kosmisches Rätsel lösen – zeigen früheste Verschmelzung
26.05.2017 | Max-Planck-Institut für Astronomie

nachricht 3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind
24.05.2017 | Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften