Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Das halbe Universum

16.02.2005


Größte Farbaufnahme des Weltraumteleskops "Hubble" im Münchner U-Bahnhof Odeonsplatz


Tiefer Blick ins All. Ein Ausschnitt aus dem Himmelsareal, das Hubble für das GEMS-Projekt (Galaxy Evolution from Morphologies and Spectral Energy Distributions) aufgenommen hat.



Eine Reise durch das halbe Universum bietet eine Ausstellung vom 22. Februar bis 14. März 2005 in München. Im Verbindungstunnel zwischen den U-Bahnlinien U3/6 und U4/5 unter dem Odeonsplatz zeigt das Max-Planck-Institut für Astronomie auf 14 großen Posterwänden einen tiefen Einblick zu den Grenzen unseres Universums.



Vor kurzem gelang einem internationalen Forscherteam unter Leitung des Max-Planck-Instituts für Astronomie in Heidelberg mit dem Weltraumteleskop "Hubble" eine spektakuläre Himmelsaufnahme. Rund 150 Stunden Belichtungszeit standen zur Verfügung, um einen kleinen Teil des Südhimmels aufzunehmen. Drei Wochen lang war das begehrte Himmelsobservatorium im November 2002 allein für dieses Projekt reserviert. Das Ergebnis ist die größte Farbaufnahme des Universums, die bislang mit "Hubble" gemacht worden ist.

Die in München gezeigten Bilder sind Teil dieses Mosaiks aus 78 Einzelaufnahmen [1]. Es umfasst insgesamt ein Himmelsareal von der Größe des Vollmondes. Auf der Gesamtaufnahme entdeckt man 40.000 Galaxien. Würde man auf diese Weise den gesamten Himmel fotografieren, so wären sieben Milliarden Galaxien zu sehen, jede beheimatet bis zu hundert Milliarden Sterne, von denen viele unserer Sonne ähneln.

Der Titel "Das halbe Universum" nimmt Bezug auf ein besonderes Phänomen: Mit dem Licht verfügen die Astronomen über eine Art Zeitmaschine, mit der sie in die Vergangenheit des Kosmos reisen können. Diese Zeitmaschine ist das Licht. Mit 300.000 Kilometern pro Sekunde eilt es durch den Raum und durchquert die Distanz von der Sonne bis zur Erde in etwa acht Minuten. Schon vom nächsten Stern, Alpha Centauri, ist es mehr als vier Jahre bis zu uns unterwegs. Die entferntesten Galaxien auf den gezeigten "Hubble"-Aufnahmen sandten das heute empfangene Licht vor etwa sieben Milliarden Jahren aus. Das entspricht dem halben Weltalter. Die Astronomen überblicken damit also zeitlich das halbe Universum jedoch nur in einem kleinen räumlichen Ausschnitt. Der fotografierte Bereich ist im Vergleich zur gesamten Himmelssphäre etwa so groß wie München im Vergleich zur Erdoberfläche.

Ähnlich wie Geologen anhand eines Bohrkerns die Vergangenheit rekonstruieren, so verfolgen Kosmologen mit dieser Aufnahme die Entwicklung des Universums. Dieser Weg führt aber nur dann zum Ziel, wenn man auch die Entfernungen der Galaxien kennt. Aus den Bildern allein lassen sich diese nicht ermitteln. Erst die Kombination aus den Entfernungsangaben und den hier gezeigten detaillierten Aufnahmen zeigt, wann es im Universum wie viele Galaxien gab und wie sich deren Struktur mit der Zeit entwickelt hat. Dies haben die Forscher des Max-Planck-Instituts für Astronomie im Rahmen eines mehrjährigen Beobachtungsprojektes geleistet.

Die Ausstellung "Das halbe Universum" wird am 22. Februar um 11 Uhr eröffnet. Auf 14 großen Plakatwänden werden dann drei Wochen lang Teile des eindrucksvollen Himmelsmosaiks im Münchner U-Bahnhof Odeonsplatz im Verbindungstunnel zwischen U3/6 und U4/5 zu sehen sein. Eine weitere Tafel informiert über den wissenschaftlichen Hintergrund dieser Aufnahme.

Die Ausstellung ist ein Gemeinschaftsprojekt des Max-Planck-Instituts für Astronomie (Heidelberg), des Space Telescope Science Institute (Baltimore), der Max-Planck-Gesellschaft (München) sowie der Zeitschrift Sterne und Weltraum (Heidelberg). Das Bild entstand im Rahmen des Projekts GEMS (Galaxy Evolution from Morphologies and Spectral Energy Distributions) unter der Leitung von Prof. Rix.

Dr. Andreas Trepte | idw
Weitere Informationen:
http://www.mpg.de
http://www.mpia-hd.mpg.de/Das-halbe-Universum/

Weitere Berichte zu: Astronomie Farbaufnahme Galaxie Universum

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Highlight der Halbleiter-Forschung
20.02.2018 | Technische Universität Chemnitz

nachricht Beobachtung und Kontrolle ultraschneller Prozesse mit Attosekunden-Auflösung
20.02.2018 | Technische Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovation im Leichtbaubereich: Belastbares Sandwich aus Aramid und Carbon

Die Entwicklung von Leichtbaustrukturen ist eines der zentralen Zukunftsthemen unserer Gesellschaft. Besonders in der Luftfahrtindustrie und in anderen Transportbereichen sind Leichtbaustrukturen gefragt. Sie ermöglichen Energieeinsparungen und reduzieren den Ressourcenverbrauch bei Treibstoffen und Material. Zum Einsatz kommen dabei Verbundmaterialien in der so genannten Sandwich-Bauweise. Diese bestehen aus zwei dünnen, steifen und hochfesten Deckschichten mit einer dazwischen liegenden dicken, vergleichsweise leichten und weichen Mittelschicht, dem Sandwich-Kern.

Aramidpapier ist ein etabliertes Material für solche Sandwichkerne. Sein mechanisches Strukturversagen ist jedoch noch unzureichend erforscht: Bislang fehlten...

Im Focus: Die Brücke, die sich dehnen kann

Brücken verformen sich, daher baut man normalerweise Dehnfugen ein. An der TU Wien wurde eine Technik entwickelt, die ohne Fugen auskommt und dadurch viel Geld und Aufwand spart.

Wer im Auto mit flottem Tempo über eine Brücke fährt, spürt es sofort: Meist rumpelt man am Anfang und am Ende der Brücke über eine Dehnfuge, die dort...

Im Focus: Eine Frage der Dynamik

Die meisten Ionenkanäle lassen nur eine ganz bestimmte Sorte von Ionen passieren, zum Beispiel Natrium- oder Kaliumionen. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von Kanälen, die für beide Ionensorten durchlässig sind. Wie den Eiweißmolekülen das gelingt, hat jetzt ein Team um die Wissenschaftlerin Han Sun (FMP) und die Arbeitsgruppe von Adam Lange (FMP) herausgefunden. Solche nicht-selektiven Kanäle besäßen anders als die selektiven eine dynamische Struktur ihres Selektivitätsfilters, berichten die FMP-Forscher im Fachblatt Nature Communications. Dieser Filter könne zwei unterschiedliche Formen ausbilden, die jeweils nur eine der beiden Ionensorten passieren lassen.

Ionenkanäle sind für den Organismus von herausragender Bedeutung. Wenn zum Beispiel Sinnesreize wahrgenommen, ans Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet...

Im Focus: In best circles: First integrated circuit from self-assembled polymer

For the first time, a team of researchers at the Max-Planck Institute (MPI) for Polymer Research in Mainz, Germany, has succeeded in making an integrated circuit (IC) from just a monolayer of a semiconducting polymer via a bottom-up, self-assembly approach.

In the self-assembly process, the semiconducting polymer arranges itself into an ordered monolayer in a transistor. The transistors are binary switches used...

Im Focus: Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

Erstmals ist es einem Forscherteam am Max-Planck-Institut (MPI) für Polymerforschung in Mainz gelungen, einen integrierten Schaltkreis (IC) aus einer monomolekularen Schicht eines Halbleiterpolymers herzustellen. Dies erfolgte in einem sogenannten Bottom-Up-Ansatz durch einen selbstanordnenden Aufbau.

In diesem selbstanordnenden Aufbauprozess ordnen sich die Halbleiterpolymere als geordnete monomolekulare Schicht in einem Transistor an. Transistoren sind...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

Tag der Seltenen Erkrankungen – Deutsche Leberstiftung informiert über seltene Lebererkrankungen

21.02.2018 | Veranstaltungen

Digitalisierung auf dem Prüfstand: Hochkarätige Konferenz zu Empowerment in der agilen Arbeitswelt

20.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Kameratechnologie in Fahrzeugen: Bilddaten latenzarm komprimiert

21.02.2018 | Messenachrichten

Mit grüner Chemie gegen Malaria

21.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Periimplantitis: BMBF fördert zahnärztliches Verbund-Projekt mit 1,1 Millionen Euro

21.02.2018 | Förderungen Preise

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics